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3.Mai - Internationaler Tag der Pressefreiheit. Die Medien in der Schweiz sind gefährdet.

Journalismus gehört zum Service public

Der 3. Mai ist der internationale Tag der Pressefreiheit – Anlass, um die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Lage in der Schweiz zu beleuchten. Auch wenn die hiesigen Verhältnisse im globalen Vergleich gut sind, muss festgestellt werden, dass sich die Rahmenbedingungen für die unabhängigen Medien und die Medienschaffenden auch in der Schweiz stetig verschlechtern. Die Grundrechte der Presse- und der Informationsfreiheit müssen daher ständig eingefordert und konkret gelebt werden.

Die Corona-Pandemie hat die Medienkrise in der Schweiz verschärft. Jahrelange Restrukturierungen, Massenentlassungen, Zentralisierungen haben insbesondere in der Zeitungslandschaft zu einer Medienkonzentration geführt, welche die Medien- und Meinungsvielfalt akut gefährdet. Die Onlinemedien, deren grösste Plattformen meist zu einem der vier grossen Medienunternehmen gehören, können die entstanden Lücken weiterhin nicht genügend füllen. syndicom fordert deshalb ein Umdenken in der Medienförderung. Diese muss an konkrete, demokratierelevante Bedingungen geknüpft werden.

Verlässlicher und faktenbasierter Journalismus sind gerade in der Krise notwendig
Die weltweite Pandemie hat den Bedarf an Journalismus mit geprüften und kritischen Informationsleistungen, die Fake-News und Halbwahrheiten aufdecken, verstärkt. Die Internationale Förderation der JournalistInnen IFJ, bei der syndicom angeschlossen ist, veranschaulicht im diesjährigen Plakat den – oft lebensrettenden – Wert von Journalismus eindrücklich. Diesen Dienst an der Öffentlichkeit bezeichnet Bundespräsidentin und Medienministerin Simonetta Sommaruga in ihrem Brief vom 28. April an syndicom als unverzichtbar, und sie verdankt die Arbeit aller Journalistinnen und Journalisten.

Der mediale Service public muss im Zentrum der Medienförderung stehen
Zum medialen Service public gehört eine unabhängige, dreisprachige Nachrichtenagentur. Die heutige Keystone-SDA ist deshalb von ihrer Besitzerstruktur zu entflechten und verstärkt öffentlich zu fördern. Der SRG müssen für ihre Leistung genügend Mittel zur Verfügung gestellt werden, damit sie ihren Standard und ihre Reichweite in allen Landesteilen aufrechterhalten kann. Weiter ist darauf zu achten, dass die privaten Print- und Onlinemedien, die indirekt und direkt gefördert werden wollen, gute Arbeitsbedingungen für die Medienschaffenden sicherstellen. Die Medienförderung muss deshalb an einen Gesamtarbeitsvertrag und eine gelebte, echte Sozialpartnerschaft geknüpft werden.

Die Medienvielfalt und die Qualität der Medien dürfen nicht zu Corona-Opfern werden
Die Anzeichen, dass die Medienunternehmen als Folge der Coronakrise die Medienkonzentration weiter vorantreiben, Stellen abbauen und die Arbeitsbedingungen weiter verschlechtern, mehren sich. Dies wäre der Qualität der journalistischen Arbeit und der Medieninhalte abträglich. syndicom hat deshalb mit Verbündeten eine Umfrage unter den Medienschaffenden gestartet, die als Bestandesaufnahme die Arbeitsbedingungen vor der Coronakrise erheben soll. Die Umfrage ist unter www.syndicom.ch/medienumfrage2020 abrufbar.

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