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Kundgebung vor der Tamedia-GV 2014

Tamedia-MitarbeiterInnen aus den Redaktionen und Druckereien fordern mit syndicom und dem Berufsverband impressum die AktionärInnen vor der Tamedia-Generalversammlung auf, die Dividenden ins Unternehmen zu investieren.

© TomZ

Am 11. April 2014 werden die Aktionäre von Tamedia den Jahresgewinn von 119 Millionen Franken verteilen: 42,4 Millionen will der Verwaltungsrat an die Aktionäre ausschütten. 5 Millionen sollen die 3300 Angestellten als Gewinnbeteiligung erhalten, und 9 Millionen gingen 2013 bereits an Geschäftsleitungs- und VR-Mitglieder Die Gewinnausschüttung fordert Opfer: Über die nächsten drei Jahre will Tamedia die «Effizienz steigern» und 62 Millionen Franken einsparen. Vergangenes Jahr war noch von «nur» 34 Millionen die Rede. Neue Kündigungen sind also zu erwarten. Und jenen bereits Entlassenen in Winterthur, Stäfa, Bülach, Bussigny, Lausanne und Genf wurde sogar ein Sozialplan verweigert, der 2009 mit den Sozialpartnern verhandelt und bis Ende 2013 verschiedentlich angewendet worden war.


Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Tamedia werden die AktionärInnen daran erinnern, was das rigorose Sparprogramm bedeutet: Entlassungen auf den Redaktionen und damit mehr Aufgaben für jede und jeden EinzelneN. Weniger Zeit für vertiefte Recherchen, weniger Zeit für gute Geschichten, weniger Qualität in der täglichen Berichterstattung. Und die «effiziente» Platzierung der gleichen Artikel in immer mehr Zeitungen verringert die Vielfalt der Information. Das merken die Abonnenten! Schwindende Abozahlen und rückgängige Anzeigenerträge in Printmedien sind kein Zufall.


Nicht zuletzt schwächt die Schliessung von Druckereien und Vergabe von Druckaufträgen ins Ausland die Schweizer Druckindustrie und damit die Binnenwirtschaft. Tamedia muss in die Pflicht genommen werden. Zumindest müssten bei Entlassungen unter Beizug der Sozialpartner und der Personalkommissionen Sozialpläne verhandelt werden, die den Gewinnen des Unternehmens Rechnung tragen.


An der Kundgebung fordern die anwesenden Mitarbeitenden von Tamedia die Aktionärinnen und Aktionäre auf, die Abwärtsspirale zu stoppen, auf die Dividenden zu verzichten und sie vollumfänglich ins Unternehmen zu investieren und so alle Sparmassnahmen überflüssig zu machen. Damit die journalistische Qualität gestärkt wird und die Vielfalt erhalten bleibt. Und damit  auch in den kommenden Jahre Gewinne möglich bleiben!

 

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