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Nieder mit den Medien – alle Macht dem Markt?

«medien für alle» heisst eine neue medienpolitische Organisation. Sie will die Medien als öffentliche und demokratierelevante Dienstleistung verteidigen. 

Gibt es in zwanzig Jahren überhaupt noch Medien, die Qualität und Meinungsvielfalt bieten? Oder verwandelt sich die Medienlandschaft in eine Monokultur, die von wenigen Konzernen dominiert wird?

In den meisten Regionen der Schweiz herrschen bereits monopolähnliche Zustände. Die Bevölkerung wird dort nur noch von einem einzigen Verlagshaus informiert. Immer mehr JournalistInnen verlieren ihre Stellen und wechseln in die besser bezahlte Unternehmenskommunikation oder PR.

Der im Januar gegründete Verein «medien für alle» reagiert auf diese beunruhigende Entwicklung. Er will Akteure aus der ganzen Schweiz (sowohl aus der Printpresse als auch den audio­visuellen Branchen) zusammenbringen und ein Weckruf an die Öffentlichkeit sein.

Die neue Organisation versteht sich als Think-Tank, der Menschen zusammenbringt, die über neue Wege und innovative Lösungen nachdenken wollen. «medien für alle» verteidigt den Service public und die SRG. Die Organisation lehnt die Initiative «No Billag» ab wie auch andere Versuche, die SRG finanziell zu schwächen.

Tagung in Solothurn soll neue Wege aufzeigen

Die Schweizer Presse hat im Verlauf der letzten 15 Jahre rund 30 Prozent ihres Bestands verloren. Internet und die sozialen Netzwerke stellen den professionellen Journalismus infrage. In 20 Jahren brauche es keine JournalistInnen mehr, heisst es. Bald wird eine von Profit getriebene Medienwirtschaft nur noch eine zahlungskräftige Minderheit der Bevölkerung kontinuierlich mit politisch relevanter Information versorgen. Aber ohne eine breit informierte Öffentlichkeit kann die Demokratie nicht überleben. Mit anderen Worten: Die Medien sind unverzichtbar und dürfen nicht dem Markt überlassen werden. Deshalb stellt sich die zentrale Frage: Wie kann demokratiegerechter Journalismus für die gesamte Bevölkerung finanziert werden?

Auf solche Fragen versucht «medien für alle» Antworten zu geben. Unter dem provozierenden Titel «Nieder mit den Schweizer Medien? Alle Macht dem (Internet-)Markt?» werden am 14. November an einer Tagung in Solothurn wichtige Branchen-VertreterInnen auftreten. Sie zeigen, wie die Zukunft der Medien aussehen muss, wenn der schweizerische Föderalismus und der Schutz der Minderheiten garantiert sein sollen. Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos (Reisespesen und Essen werden offeriert). Anmeldung unter: info@mfa-mpt.ch. In den nächsten Monaten wird «medien für alle» auch eine Webseite aufschalten: www.mfa-mpt.ch.

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