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Petition bringt Gesprächsangebot

Zwei Wochen Gratisarbeit versucht die Buchhandelskette Orell Füssli Thalia den Angestellten abzuknöpfen, ohne Entschädigung. 503 BuchhändlerInnen zeigten ihren Unmut in einer Petition. Jetzt zeigt sich die Geschäftsleitung gesprächsbereit. 

Im Januar schien alles gut: Nach zähem Ringen hatte die fusionierte Buchhandelskette Orell Füssli Thalia (OFT) die Zusatzvereinbarung für Grossbuchhändler zum Gesamtarbeitsvertrag des Schweizer Buchhandels unterschrieben, sodass GAV und Zusatzvereinbarung ab nächstes Jahr auch für die ehemaligen Thalia-Leute gelten.

Auf dieser Grundlage nahm die Mitarbeitendenvertretung (MAV) die Verhandlungen mit der Geschäftsleitung über einheitliche Arbeitsbedingungen auf. Doch sie wurde enttäuscht: OFT will den Zusammenschluss dazu ausnutzen, die Arbeits- und die Präsenzzeit der MitarbeiterInnen um 1½ Stunden zu verlängern. Ohne jegliche Entschädigung, ohne Ausgleich durch Freitage und ohne die Mindestlöhne zu erhöhen.

Gratisarbeit? Nein danke!

OFT erhält in der Zusatzvereinbarung in der Tat die Möglichkeit, im Einvernehmen mit der MAV die Arbeitszeit auf 41 Stunden auszudehnen und flexibel zu gestalten. Im Gegenzug hatte sich OFT aber zu Kompensationsleistungen verpflichtet: 3 zusätzliche Ferientage, Erhöhung der Mindestlöhne um 30 Franken gegenüber GAV, Zuschläge von 30% auch für regelmässige Sonntagsarbeit. MAV und syndicom gingen davon aus, dass es bei den 41 Stunden – 38,5 Stunden effektive Arbeitszeit plus 2½ Std. bezahlte Pause pro Woche – bleiben würde.

OFT erhöht jetzt aber die Arbeitszeit ohne Pausen auf 40 Stunden, das ergibt eine obligatorische Präsenzzeit von 42,5 Stunden und damit 1½ Stunden Mehrarbeit gegenüber heute. Aufs Jahr gerechnet wären das fast 2 Wochen Gratisarbeit. Über 500 KollegInnen von OFT haben mit ihrer Petition klar gesagt, dass sie nicht damit einverstanden sind. syndicom zählte darauf, dass Geschäftsleitung und Verwaltungsrat diese grosse Unmuts­äusserung ernst nehmen und versuchen würden, eine akzeptable Lösung zu finden.

Gespräche vereinbart

Und tatsächlich: Bei der Übergabe der Petition am 25. September erklärte sich die Geschäftsleitung immerhin bereit, mit der MAV einen Termin im Oktober zu vereinbaren, damit über die Forderungen der Mitarbeitenden verhandelt werden kann.

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