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Referendum gegen die Buchpreisbindung: Migros macht Politik für Eigeninteressen

Zwar fehlten am 5. Juli bei der Einreichung des Referendums gegen das Buchpreisbindungsgesetz die Vertreter der Migros. Nur, ohne die Sammelmaschine des «orangen Riesen», der in seinen über 100 Ex-Libris-Filialen sowie via «Migros-Magazin» und «ex-libris.ch» Unterschriften gesammelt hat, wäre das Referendum nicht zu Stande gekommen.

Bei der Lancierung des Referendums haben sich zwei Partner gefunden, die ausschliesslich gemeinsam funktionieren. Sie haben sich scheinbar im Kampf gegen ein «staatliches Kartell» vereint. Dass das Partikularinteresse von Migros genauso treibend sein dürfte, verschwindet hinter dem grossmäulig verkündeten Einsatz für den Kunden. Denn die Migros-Tochter Ex Libris wäre mit ihrem Online-Rabattgeschäft in der Buchsparte existenziell bedroht, wenn das Gesetz eingeführt wird. Ohne Buchpreisbindung würde Migros viel mehr profitieren als die zur Unterschrift gebetene Kundschaft – auf Kosten der Buchhandlungen mit Beratungsangebot. Die Erfahrungen aus der Westschweiz zeigen, dass Bücher ohne Buchpreisbindung teurer werden als mit ihr.

Was die FDP antreibt, sich für ein Geschäft, das wirtschaftlich von geringer Bedeutung ist, einzusetzen – der Umsatz der Buchbranche beträgt 900 Millionen – bleibt schleierhaft. Ausser man berücksichtigt den Wahlkampf: Offenbar ist jedes Thema recht, um Aufmerksamkeit zu erreichen.

syndicom wird sich weiterhin für die Einführung des Buchpreisbindungsgesetz engagieren, denn es geht um die kulturelle Vielfalt, ein dichtes Buchhandelsnetz und Arbeitsplätze.

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