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syndicom unterstützt die ständerätliche Version bei der Altersvorsorge 2020

Nur mit dem Ausgleich in der AHV ist die Rentenreform akzeptabel. Wenn der Nationalrat diese weiter bekämpft, setzt er die ganze Reform aufs Spiel

Der Ständerat hält an seinem Modell zur Reform der Altersvorsorge fest. Das Modell sieht wichtige und notwendige Ausgleichsmassnahmen vor, von denen insbesondere Arbeitnehmende mit kleineren Einkommen und Teilzeitarbeit profitieren. Aufgrund dieser Ausgleichsmassnahmen ist syndicom bereit, die Ständeratslösung zu unterstützen. Das hat der Zentralvorstand vom 04.03.2017 mit grosser Mehrheit beschlossen.

Die Erhöhung des Frauenrentenalters auf 65 Jahre stellt unbestreitbar ein Rückschritt aus gewerkschaftlicher Sicht dar. Dennoch zeigt sich der Zentralvorstand von syndicom bereit, diese Kröte zu schlucken, wenn das Parlament dem Ständeratsmodell entsprechend Ausgleichsmassnahmen und Verbesserungen vorsieht. Nur so wird das Paket in seiner Gesamtheit zu einer vertretbaren Lösung. Namentlich sieht die Ständeratslösung die Erhöhung der AHV Rente um 70 Franken vor. Diese Rentenerhöhung ist für syndicom notwendig, um die Kürzungen bei den Pensionskassenrenten auszugleichen. Von dieser Massnahme profitiert insbesondere die Bevölkerung mit kleinerem Einkommen, die im Alter vor allem auf die AHV angewiesen ist. Dazu gehören auch die Frauen, die aufgrund von Teilzeitarbeit und Unterbrüchen im Erwerbsleben eher tiefere Renten beziehen.

Die im Ständeratsmodell vorgesehene Verbesserung bei der Versicherung der Teilzeitarbeit ist ebenfalls eine sinnvolle und gerechte Ausgleichsmassnahme. Frauen arbeiten nach wie vor öfter Teilzeit als Männer und profitieren deshalb überdurchschnittlich von einer Besserstellung der Teilzeitarbeit bei der Rentenberechnung. Auch hier findet somit ein Ausgleich statt.

Die Problematik der Arbeitslosigkeit im Alter geht der Ständerat ebenfalls an. So sollen Arbeitnehmende ab 58, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind, in Zukunft die Möglichkeit erhalten, bei ihrer Pensionskasse versichert zu bleiben. Heute können sie gezwungen werden, ihr Alterskapital aufzubrauchen und sie laufen damit Gefahr, direkt in die Altersarmut zu schlittern. Dieser stossende Mechanismus würde entschärft werden.

Der Nationalrat ist aufgefordert, die Reform nicht zu gefährden
Im Gegensatz zum ständerätlichen Modell sieht der Nationalrat nur ungenügende Ausgleichsmassnahmen vor. Vielmehr setzt er auf einseitige Massnahmen über die Pensionskassen, die zu Lasten der Arbeitnehmenden mit kleineren Einkommen gehen. Besonders stossend ist auch, dass der Nationalrat die Erhöhung des automatischen Rentenalters auf 67 vorsieht. Hält der Nationalrat an seinem unausgewogenen Modell fest, das mehr die Interessen der Pensionskassen als die der Bevölkerung wiederspiegelt, setzt er die ganze Reform aufs Spiel.

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