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Weko eröffnet Untersuchung gegen die sda

Dass die Wettbewerbskommission nach langen Vorabklärungen nun doch eine Untersuchung gegen die SDA eröffnet, ist eine interessante Wende in einer unsäglichen Geschichte.

 

Zur Erinnerung: Ende Januar 2010 waren die gut 20 MitarbeiterInnen der Nachrichtenagentur AP Schweiz Knall auf Fall entlassen worden. Kurz davor war die Schweizer Niederlassung der weltweit agierenden Agentur AP von den in Deutschland als «Heuschrecken» gefürchteten Managern der Deutschen Depeschen Agentur ddp aufgekauft worden; diese Manager waren es denn auch, die hinter dem Rücken der gesamten Schweizer Belegschaft mit der SDA-Spitze einen Vertrag eingingen, mit dem sie sich zur Schliessung der AP verpflichteten. Zudem verpflichteten sich die ddp und die SDA zu gegenseitigen, langjährigen Lizenzverträgen, welche die Schweizer Agentur unter dem Strich und über 10 Jahre verteilt 13 mio Franken kosten.

Für die betroffenen Medienschaffenden konnten die Gewerkschaft syndicom und der Verband impressum der ddp in zähen Verhandlungen ein Sozialplan abringen, aus dem die MitarbeiterInnen nebst der Kündigungsfrist eine Entschädigung von 4,5 Monatslöhnen erhielten. Das gab ihnen mehr Zeit, neue Stellen zu finden. Brisant war, dass die SDA den deutschen Geschäftspartnern an die Sozialplankosten vorab eine Viertelmillion Franken bezahlte, ohne dabei öffentlich als Liquidatorin ihrer Konkurrenz da zu stehen.

Die SDA-Redaktion erbringt unbestrittenermassen eine wichtige und hochstehende Leistung in der medialen Grundversorgung der hiesigen Medienlandschaft. Die Rolle, welche die strategische Führung der SDA beim Ende der AP gespielt hat, wirft jedoch Fragen auf.

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