GAV-Kampagne 2019

Erste Verhandlungsrunde: Spannende Diskussionen – Konsens noch nicht in Sicht

Am 13. Juni traf sich die Verhandlungsdelegation von syndicom und syna mit der Delegation von viscom zur ersten Verhandlungsrunde über den neuen Gesamtarbeitsvertrag der grafischen Industrie. syndicom und syna sind mit dem Ansatz in die Verhandlungen gestiegen, dass der neue GAV ein positives Zeichen in der Branche setzen muss! Die Sozialpartner glauben an eine attraktive grafische Branche mit Zukunft und wollen diese gemeinsam gestalten.

Natürlich, unsere Branche ist keine Wachstumsbranche, aber genauso wie in Maschinen und Technologie investiert wird, muss auch in die Menschen investiert werden, die diese bedienen. Nur mit motivierten Mitarbeitenden können Potentiale abgerufen werden und so die Grenzen der grafischen Branche und somit auch die Verdienstmöglichkeiten der Unternehmungen erweitert werden.

Die Vorbereitung

Die Verhandlungsdelegation hat sich mehrmals getroffen und auf Basis einer Umfrage in der gesamten Branche und den Beschlüssen der Branchenkonferenz vom 5. Mai die Hauptforderungen definiert.

  • Lohngleichheit: Wir wollen Massnahmen definieren, um der Lohngleichheit in der Branche zum Durchbruch zu verhelfen.
  • Minimallohn: Die Minimallöhne sollen um 200 Franken angehoben werden.
  • Vaterschaftsurlaub: Der Vaterschaftsurlaub soll auf 20 Tage erhöht werden. 10 Tage sind dabei durch den Arbeitgeber zu bezahlen. Die restlichen 10 Tage kann der Arbeitnehmende auf Wunsch unbezahlt beanspruchen.
  • Sozialplanpflicht: Bei Kündigungen aus wirtschaftlichen oder strukturellen Gründen soll der Sozialplan verbessert werden.

Der Auftakt

Es war ein konstruktiver Auftakt. Einigkeit herrschte im Punkt, dass die Grafische Industrie ihre Attraktivität für die Arbeitnehmenden steigern muss und dass der GAV insgesamt nicht verschlechtert werden soll. Ansonsten droht ein Nachwuchsproblem und Fachkräftemangel. Darunter leiden dann sowohl die Arbeitgeber als auch die Arbeitnehmenden. Die konkreten Ideen, wie die Branche attraktiver gemacht werden könnte, gingen dann natürlich auseinander.

Neben den Fragen um einen möglichen Ausbau, um die Branche attraktiver zu gestalten, stehen nach wie vor die Abbauforderungen von viscom im Raum:

  • die Nachtzuschläge in den Zeitungsdruckereien von 70% auf 50% zu senken
  • die Arbeitszeit generell auf 42 Stunden pro Woche festzulegen

Die Fortsetzung

Bis zur nächsten Verhandlungsrunde werden beide Seiten nun mit ihrer Basis Rücksprache nehmen, wie mit den jeweiligen Forderungen umgegangen werden soll. Wir werden weiter versuchen, viscom davon zu überzeugen, dass ein Ausbau, wenn auch auf einem bescheidenen Niveau, essentiell für das Image unserer Branche ist. Klar für uns ist, dass ein Ausbau zugunsten der Jungen nicht einfach auf Kosten von älteren Arbeitnehmenden getätigt werden kann, sondern eine Investition der Unternehmer sein muss. In den nächsten zwölf Jahren gehen mit der Babyboom-Generation jeweils etwa doppelt so viele Berufsleute in Pension, als Junge neu in die Branche eintreten.

Daher gilt es nun, den Arbeitgebern klar zu machen, dass es einen ernstgemeinten, ehrlichen Ausbau braucht und nicht einen als Ausbau getarnten Abbau. Die Zeit bis zur nächsten Verhandlungstermin wollen wir nutzen, in den Betrieben die Situation zu konkretisieren. Dazu brauchen wir deine Unterstützung. Willst du mit machen und für bessere Arbeitsbedingungen einstehen? Willst du eine Versammlung mit deinen Kolleginnen organisieren? Melde dich! Leite diese Mail an deine Kolleginnen und Kollegen weiter oder lass uns deine Meinung wissen.

 

 

GAV Kampagne 2019

Der GAV 2019 soll echten Schutz bieten und nicht bloss ein Papiertiger sein


Eine Branche in stetem Wandel

Die Digitalisierung ist in unserer Branche kein neues Phänomen. Neu ist jedoch das Tempo der Entwicklung. Einerseits verbessert der Fortschritt im technologischen Bereich und in der Informatik zwar die Arbeitsqualität und die Arbeit selbst, andererseits führt er aber zu immer kürzer werdenden Ausführungs- und Lieferzeiten sowie zu einer weiteren Konzentration der Branche und damit zu Betriebsschliessungen und Personalabbau.

Gemeinsam sind wir stark

Eine sorgfältige Vorbereitung der Verhandlungen und ein entschlossenes Auftreten am Verhandlungstisch sind notwendig, aber nicht ausreichend. Um wirklich etwas zu bewirken, brauchen wir eure Beteiligung, die Diskussion mit euren Kolleginnen und Kollegen, die Mobilisierung im Betrieb und die Solidarität. Macht also mit und regt andere zum Mitmachen an!

Am 13. Juni fangen die Verhandlungen für den GAV der grafische Industrie ab 2019 an

Vaterschaftsurlaub, Mindestlöhne, Lohngleichheit und Sozialplan sind die Punkte, die wir verhandeln wollen. Solidarität und Partizipation müssen uns in den nächsten Monaten begleiten. Nur gemeinsam können wir eine attraktive Branche mit Zukunft schaffen.

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