1. Verhandlungsrunde

Erste Verhandlungsrunde: Spannende Diskussionen – Konsens noch nicht in Sicht

Am 13. Juni traf sich die Verhandlungsdelegation von syndicom und syna mit der Delegation von viscom zur ersten Verhandlungsrunde über den neuen Gesamtarbeitsvertrag der grafischen Industrie. syndicom und syna sind mit dem Ansatz in die Verhandlungen gestiegen, dass der neue GAV ein positives Zeichen in der Branche setzen muss! Die Sozialpartner glauben an eine attraktive grafische Branche mit Zukunft und wollen diese gemeinsam gestalten.

Natürlich, unsere Branche ist keine Wachstumsbranche, aber genauso wie in Maschinen und Technologie investiert wird, muss auch in die Menschen investiert werden, die diese bedienen. Nur mit motivierten Mitarbeitenden können Potentiale abgerufen werden und so die Grenzen der grafischen Branche und somit auch die Verdienstmöglichkeiten der Unternehmungen erweitert werden.

Die Vorbereitung

Die Verhandlungsdelegation hat sich mehrmals getroffen und auf Basis einer Umfrage in der gesamten Branche und den Beschlüssen der Branchenkonferenz vom 5. Mai die Hauptforderungen definiert.

  • Lohngleichheit: Wir wollen Massnahmen definieren, um der Lohngleichheit in der Branche zum Durchbruch zu verhelfen.
  • Minimallohn: Die Minimallöhne sollen um 200 Franken angehoben werden.
  • Vaterschaftsurlaub: Der Vaterschaftsurlaub soll auf 20 Tage erhöht werden. 10 Tage sind dabei durch den Arbeitgeber zu bezahlen. Die restlichen 10 Tage kann der Arbeitnehmende auf Wunsch unbezahlt beanspruchen.
  • Sozialplanpflicht: Bei Kündigungen aus wirtschaftlichen oder strukturellen Gründen soll der Sozialplan verbessert werden.

Der Auftakt

Es war ein konstruktiver Auftakt. Einigkeit herrschte im Punkt, dass die Grafische Industrie ihre Attraktivität für die Arbeitnehmenden steigern muss und dass der GAV insgesamt nicht verschlechtert werden soll. Ansonsten droht ein Nachwuchsproblem und Fachkräftemangel. Darunter leiden dann sowohl die Arbeitgeber als auch die Arbeitnehmenden. Die konkreten Ideen, wie die Branche attraktiver gemacht werden könnte, gingen dann natürlich auseinander.

Neben den Fragen um einen möglichen Ausbau, um die Branche attraktiver zu gestalten, stehen nach wie vor die Abbauforderungen von viscom im Raum:

  • die Nachtzuschläge in den Zeitungsdruckereien von 70% auf 50% zu senken
  • die Arbeitszeit generell auf 42 Stunden pro Woche festzulegen

Die Fortsetzung

Bis zur nächsten Verhandlungsrunde werden beide Seiten nun mit ihrer Basis Rücksprache nehmen, wie mit den jeweiligen Forderungen umgegangen werden soll. Wir werden weiter versuchen, viscom davon zu überzeugen, dass ein Ausbau, wenn auch auf einem bescheidenen Niveau, essentiell für das Image unserer Branche ist. Klar für uns ist, dass ein Ausbau zugunsten der Jungen nicht einfach auf Kosten von älteren Arbeitnehmenden getätigt werden kann, sondern eine Investition der Unternehmer sein muss. In den nächsten zwölf Jahren gehen mit der Babyboom-Generation jeweils etwa doppelt so viele Berufsleute in Pension, als Junge neu in die Branche eintreten.

Daher gilt es nun, den Arbeitgebern klar zu machen, dass es einen ernstgemeinten, ehrlichen Ausbau braucht und nicht einen als Ausbau getarnten Abbau. Die Zeit bis zur nächsten Verhandlungstermin wollen wir nutzen, in den Betrieben die Situation zu konkretisieren. Dazu brauchen wir deine Unterstützung. Willst du mit machen und für bessere Arbeitsbedingungen einstehen? Willst du eine Versammlung mit deinen Kolleginnen organisieren? Melde dich! Leite diese Mail an deine Kolleginnen und Kollegen weiter oder lass uns deine Meinung wissen.

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