GAV 2016 - Mut zum Druck!

Wir haben einen neuen GAV!

Am 5. Dezember 2015 haben die Arbeitnehmenden der grafischen Industrie (rund 100 Teilnehmende aus den Gewerkschaften syndicom und Syna) dem Ergebnis der Verhandlungen über einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) mit einer Mehrheit von über 97 % zugestimmt. Der neue GAV wird am 1. Januar 2016 in Kraft treten und während mindestens 3 Jahren gültig bleiben.

Wie schon am Anfang der Kampagne unterstrichen, wurden die Verhandlungen in einem leider schon seit Jahren schwierigen wirtschaftlichen Klima geführt. Der katastrophale Entscheid der Schweizerischen Nationalbank vom 15. Januar 2015 hat die Probleme der Branche noch verschärft.

Trotz dieser ungünstigen Voraussetzungen ist es den Gewerkschaften aber gelungen, eine Senkung des Zuschlags für Nachtarbeit in den Zeitungsdruckereien zu verhindern und die Mindestlöhne für das gelernte und ungelernte Personal, die der Arbeitgeberverband der Druckindustrie viscom teilweise streichen wollte, beizubehalten. Als Normalarbeitszeit gilt weiterhin die 40-Stunden-Woche.

Erster allgemeinverbindlicher GAV der Schweizer Industrie
Die von viscom zu Beginn der Verhandlungen angestrebte Demontage des GAV hat nicht stattgefunden. So wollte der Arbeitgeberverband beispielsweise die Krankentaggelder kürzen und einen Krisenartikel einführen, der es den Unternehmen erlaubt hätte, während 24 Monaten von den Bestimmungen des GAV abzuweichen.

Wichtige Neuigkeit: das Gesuch für die Allgemeinverbindlichkeitserklärung (AVE) des GAV soll dem SECO so rasch wie möglich unterbreitet werden. Wird diesem Gesuch stattgegeben, dann kommt es zum ersten allgemeinverbindlichen GAV in der Geschichte der schweizerischen Industrie.

42 Std nur mit schriftlicher Vereinbarung
Ab 2016 kann die 42-Stunden-Woche sowohl in Akzidenz- als auch Zeitungsdruckereien eingeführt werden. Diese Arbeitszeiterhöhung erfordert jedoch eine schriftliche Vereinbarung zwischen der Geschäftsleitung und der Personalkommission und den betroffenen Mitarbeitenden. Mahlzeitenentschädigungen ebenso wie Extrazulagen für Pausen werden bei allen Arbeitnehmenden, die aktuell Anspruch darauf haben, in den Grundlohn integriert. Im neuen GAV sind aber diese Zulagen nicht mehr enthalten. Dafür gelten Pausen bei Mehrschicht- und Nachtarbeit immer als Arbeitszeit.

Vertragsloser Zustand abgewendet
Damit diese Ergebnisse erreicht werden konnten, mussten die Gewerkschaften auf ihre Forderung für ein Frühpensionierungsmodell verzichten. Mit der erreichten Einigung sind sie aber dennoch zufrieden. Die Gefahr eines vertragslosen Zustands, der schwerwiegende Konsequenzen für die Arbeitnehmenden und die Unternehmen gehabt hätte, konnte so abgewendet werden. Wir sind überzeugt, dass die Schwierigkeiten der Branche nicht gelöst oder geregelt werden können, indem der GAV in den Papierkorb geworfen wird.

Drei Jahre Zeit, um stärker zu werden
Ab dem 1. Januar haben wir bis 2018 Zeit, um unsere Position so zu stärken, dass wir uns optimal auf die nächste Vertragserneuerung vorbereiten können. Auch wenn wir mit der in dieser zweiten Jahreshälfte geleisteten Arbeit zufrieden sein dürfen, wäre es verhängnisvoll, untätig auf das Auslaufen des neuen GAV zu warten. Denn der Schlüssel zur Zukunft ist, die Kräfteverhältnisse der Gewerkschaft zu verbessern, und das bedeutet, dass wir in den Betrieben stark verwurzelt und präsent sein müssen. syndicom will daher den Personalkommissionen und unseren Vertrauensleuten zur Seite stehen und in den Betrieben noch präsenter sein. Das gilt insbesondere für die Betriebe, die eine entscheidende Rolle bei der Festlegung der Vertragspolitik spielen. Nur so können wir unser Ziel erreichen.

Zögert also nicht, liebe Kolleginnen und Kollegen, und ladet nicht nur eure Arbeitskolleginnen und -kollegen dazu ein, Mitglied von syndicom zu werden, sondern nehmt auch Kontakt zum nächsten Regionalsekretariat auf, damit wir diese Arbeit gemeinsam angehen können. Denn nur zusammen sind wir wirklich stark.


JA zum neuen GAV der grafischen Industrie!

Die Arbeitnehmenden der grafischen Industrie aus den Gewerkschaften syndicom und Syna haben dem Ergebnis der Verhandlungen über einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) mit einer Mehrheit von 97% zugestimmt. Der neue GAV tritt am 1. Januar 2016 in Kraft und bleibt während mindestens 3 Jahren gültig.


Die Verhandlungen wurden in den vergangenen Monaten in einem für die grafische Industrie sehr schwierigen wirtschaftlichen Klima geführt. Der katastrophale Entscheid der Schweizerischen Nationalbank vom 15. Januar 2015 hat die Probleme der Branche verschärft. Trotz dieser ungünstigen Voraussetzungen ist es den Gewerkschaften aber gelungen, die Arbeitsbedingungen zu verteidigen.

Eine Senkung des Zuschlags für Nachtarbeit wurde verhindert und die Mindestlöhne für das gelernte und ungelernte Personal, die der Arbeitgeberverband der Druckindustrie viscom teilweise streichen wollte, bleiben unverändert im neuen GAV enthalten. Als Normalarbeitszeit gilt weiterhin die 40-Stunden-Woche.

Erster allgemeinverbindlicher GAV in der Schweizer Industrie
Die von viscom zu Beginn der Verhandlungen angestrebte Demontage des GAV hat nicht stattgefunden. So wollte der Arbeitgeberverband beispielsweise die Krankentaggelder kürzen und einen Krisenartikel einführen, der es den Unternehmen erlaubt hätte, während einer gewissen Zeitspanne von den Bestimmungen des GAV abzuweichen. Im Übrigen soll das Gesuch für die Allgemeinverbindlichkeitserklärung (AVE) des GAV dem SECO so rasch wie möglich unterbreitet werden. Wird diesem Gesuch stattgegeben, dann kommt es zum ersten allgemeinverbindlichen GAV in der Geschichte der schweizerischen Industrie.

Ab 2016 kann die 42-Stunden-Woche sowohl in Akzidenz- als auch Zeitungsdruckereien eingeführt werden. Letzteren war dies gemäss dem aktuellen GAV bis anhin nicht erlaubt. Diese Arbeitszeiterhöhung erfordert jedoch eine schriftliche Vereinbarung zwischen der Geschäftsleitung und der Personalkommission oder den betroffenen Mitarbeitenden.

Mahlzeitenentschädigungen ebenso wie Extrazulagen für Pausen, während derer der Arbeitsplatz nicht verlassen werden darf, werden bei allen Arbeitnehmenden, die aktuell Anspruch darauf haben, in den Grundlohn integriert. Im neuen GAV sind diese Zulagen nicht mehr enthalten, dafür gelten Pausen bei Mehrschicht- und Nachtarbeit immer als Arbeitszeit.

Vertragsloser Zustand abgewendet
Damit diese Ergebnisse erreicht werden konnten, mussten die Gewerkschaften auf ihre Forderung für ein Frühpensionierungsmodell verzichten. Mit der erreichten Einigung sind sie aber dennoch zufrieden. Die Gefahr eines vertragslosen Zustands, der schwerwiegende Konsequenzen für die Arbeitnehmenden und die Unternehmen gehabt hätte, konnte so abgewendet werden. syndicom und Syna sind überzeugt, dass die Schwierigkeiten der Branche nicht gelöst oder geregelt werden können, indem der GAV in den Papierkorb geworfen wird. 


Die Verhandlungen sind abgeschlossen – Ein Resultat liegt vor

Zweite GAV-Branchenkonferenz - Entscheid über das Verhandlungsergebnis

Die Verhandlungen waren, wegen dem grossen Druck unter dem die Delegationen arbeiteten und auch wegen den ständigen Hiobsbotschaften aus unserer Branche, schwierig. In der letzten Verhandlungsrunde haben Syndicom und Syna aber eine Einigung mit dem viscom erzielt. Falls wir an unserer Branchenkonferenz vom 5. Dezember ja sagen und auch viscom am 30. November dem neuen GAV zustimmt, wird dieser am 1. Januar 2016 für drei Jahre in Kraft treten. So rasch wie möglich wird auch die Allgemeinverbindlichkeit (AVE) beim Seco beantragt werden.
Es blieb bis zuletzt ein Kampf, um diese Ergebnisse zu erreichen. Auch an der fünften Verhandlungsrunde brachte viscom die Frage der Arbeitszeit auf den Tisch und wollte die 42-Stunden-Woche als Normalarbeitszeit für Akzidenzdruckereien festlegen.

Wir wissen, dass das Resultat keine Jubelsprünge verursachen wird. Trotzdem sind wir überzeugt, dass es in der schwierigen Situation in der die grafische Branche ist, ein gutes Resultat ist.

Das Ergebnis in Kürze:

  • Keine weiteren Kürzungen der Nachtarbeitszuschläge
    Nachtarbeit ist nicht gratis
    Besitzstandwahrung bei Senkung der Nachtzuschläge auf das heutige GAV-Niveau "kann" in Akzidenzdruckereien und "muss" in Zeitungsdruckereien umgesetzt werden.
  • Die Mindestlöhne für qualifizierte und unqualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bleiben im GAV unverändert
    Lohndumping insbesondere in Randregionen wird verhindert 
  • Die 40-Stunden-Woche bleibt Normalarbeitszeit
    Eine mögliche Einführung der 42-Stunden-Woche bedarf einer schriftlichen Vereinbarung
  • Der GAV ist drei Jahre gültig
  • Für den GAV kann die AVE beantragt werden
    Dadurch profitieren auch die heute keinem GAV unterstellten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vom neuen GAV

Jetzt musst Du entscheiden! Nimm am 5. Dezember der Branchenkonferenz teil.

Wir zählen auf deine Anwesenheit und laden dich ein, auch deine Kolleginnen und Kollegen mitzunehmen. Unsere Mitglieder werden eine persönliche Einladung erhalten. Du kannst dich aber bereits jetzt online anmelden.

Wir sehen uns am 5. Dezember im Hotel Bern in Bern. Lass nicht andere über Fragen entscheiden, die dich direkt betreffen.


GAV 2016: Mut zum Druck – 3. Runde: Starke BeKo-VertreterInnen

Am 16. September hätte die dritte Verhandlungsrunde für die Erneuerung des Gesamtarbeitsvertrags mit den Verantwortlichen der grossen Zeitungsdruckereien stattfinden sollen. So war es vereinbart gewesen. Die Vertreter von Tamedia, Ringier, NZZ und AZ Medien sind aber nicht erschienen, um direkt mit ihren Betriebskommissionen und den Gewerkschaften zu verhandeln.

Nur ihre Forderungen lagen auf dem Tisch:
Diese zeigen, dass die Zeitungsdruckereien tief ins Portemonnaie ihrer Angestellten greifen wollen:

  • 500 bis 900 Franken weniger Lohn monatlich durch die Senkung der Nachtarbeitszuschläge von 60% oder 90% auf nur noch 40% (jeweils plus gesetzlicher Zeitzuschlag von 10%)
  • Gratisarbeit im Wert von 200 bis 300 Franken durch die Erhöhung der Wochenarbeitszeit auf 42 Stunden
  • Lohneinbussen von bis zu 300 Franken durch die Streichung der Extrazulage für Pausen, die am Arbeitsplatz verbracht werden müssen (Art. 205.4b)
  • Einbusse von 100 Franken oder mehr durch die Streichung der Mahlzeitenentschädigungen und der paritätischen Vermögensbildung

Das ist inakzeptabel!

Auf Basis von Lohnabrechnungen, die uns einige KollegInnen geschickt haben, haben wir die monatlichen Lohneinbussen berechnet, die ihnen bei einer Umsetzung der Forderungen von Viscom entstehen würden:

  • Tamedia: 590 Franken und Gratisarbeit im Wert von 290 Franken
  • Ringier: 800 Franken und Gratisarbeit im Wert von 290 Franken
  • AZ Medien: 860 Franken und Gratisarbeit im Wert von 270 Franken
  • Centro Stampa Ticino: 950 Franken und Gratisarbeit im Wert von 210 Franken

Wenn du uns eine Kopie deiner Lohnabrechnung schickst, können wir genau berechnen, wie gross deine Lohneinbusse wäre. Natürlich behandeln wir deine persönlichen Daten streng vertraulich.


Starke BeKo-VertreterInnen
Unsere KollegInnen der BeKos haben sich ganz klar gegen diesen massiven Abbau des GAV ausgesprochen. Sie haben das Viscom-Ansinnen zurückgewiesen, zuerst den GAV auszuhöhlen und dann die Arbeitsbedingungen ohne solide GAV-Grundlage in den einzelnen Unternehmen zu "verhandeln". In den meisten Betrieben haben die Lohnverhandlungen in den letzten Jahren nämlich keine oder fast keine Resultate gebracht.

Die Beko-KollegInnen haben auch deutlich dargelegt, dass der Druck auf die Angestellten und das Arbeitsvolumen steigen, weil sich der Zeitungsdruckmarkt auf fünf bis acht grosse Unternehmen konzentriert. Nein – die Unternehmer können vom Personal nicht immer mehr fordern und ihm gleichzeitig jeden Monat so viel Geld wegnehmen wollen! Man kann von den Angestellten auch nicht verlangen, dass sie den Besitzern der Medienkonzerne – denen nicht nur Druckereien, sondern auch Zeitungen, Zeitschriften, Radio- und Fernsehsender, Internetportale, digitale Werbeplattformen und anderes gehören – wöchentlich zwei Arbeitsstunden schenken.

Die Zeitungsdruckereien leiden nicht unter der Frankenstärke. Der Zeitungsdruck ist ein Binnenmarkt. Den Wettbewerb und Preisdruck schaffen sich die grossen Medienkonzerne selbst. Sie können ihren Angestellten gute Arbeitsbedingungen garantieren, wenn sie einen Teil ihrer Gewinne in ihr Personal investieren, anstatt exorbitanten Gewinnerwartungen nachzurennen.

Die Lohnopfer von bis zu 1000 Franken, die die Zeitungsdruckereien von ihren Angestellten verlangen, werden die Probleme der Medien nicht lösen: Sie würden zu einer Verbilligung von nur 3 bis 4 Rappen pro Zeitungsexemplar führen – oder die bereits vollen Taschen der Aktionäre noch weiter füllen.

Angestellte der Zeitungsdruckereien: Unterschreibt die Protesterklärung und lasst sie auch von euren KollegInnen der Zeitungsdruckereien unterschreiben!

Nach dieser dritten Verhandlungsrunde hat unsere Delegation beschlossen, eine Protesterklärung zu lancieren (melde dich bei uns, damit wir sie dir schicken können). Damit wollen wir Viscom und insbesondere den Zeitungsdruckern ein weiteres Mal klarmachen, dass ihr GAV-Abbau nicht infrage kommt. Wir werden die Protesterklärung am 30. September bei der nächsten Verhandlungsrunde übergeben.

Die Angestellten der Akzidenzdruckereien werden nicht verschont.
Obwohl es in dieser dritten Verhandlungsrunde um die Forderungen der Zeitungsdruckereien ging, würden einige davon auch die KollegInnen der Akzidenzdruckereien betreffen. Wegen der bestehenden Schwierigkeiten in diesem Teil der Branche würden Arbeitsplätze verschwinden, wenn die 42-Stunden-Woche zur Normalarbeitszeit würde, denn einige Betriebe haben gerade genügend Aufträge für eine 40-Stunden-Woche. Die Aufhebung des Überstundenzuschlags von 25% (Art. 206.5 GAV), der Mahlzeitenentschädigungen und der Vermögensbildung würde auch das Portemonnaie der Angestellten dieser Druckereien leeren.

Mut zum Druck
Noch zwei Verhandlungsrunden sind vorgesehen, um zu einer Einigung zu gelangen. Der Druck muss in der ganzen grafischen Industrie erhöht werden. Unsere Verhandlungsdelegation ist nach wie vor fest entschlossen, ihr Ziel zu erreichen: keine Verschlechterung des heutigen GAV, Allgemeinverbindlichkeit und frühzeitige Pensionierung. In einigen Betrieben haben die KollegInnen bereits an Versammlungen die Situation und die nötigen Massnahmen zur Verteidigung des GAV besprochen. Setz dich mit einem unserer Sekretariate (Adressen unter www.syndicom.ch) in Verbindung, um ein Treffen oder eine Versammlung in deinem Betrieb oder in deiner Region zu organisieren. Hilf mit, die KollegInnen zu mobilisieren, zu organisieren und neue Mitglieder zu gewinnen.

Kämpfen wir gemeinsam für deine Arbeitsbedingungen!

Reservier dir das Datum vom 5. Dezember 2015. An diesem Tag wird in Bern an der Branchenkonferenz zum GAV für die grafische Industrie das Verhandlungsresultat geprüft und über das weitere Vorgehen entschieden.


GAV 2016: Mut zum Druck – 2. Runde

Im Laufe der zweiten Verhandlungsrunde verteidigten wir unsere Hauptforderung, ein Frühpensionierungsmodell. Es bleibt auf dem Tisch – auch wenn sich Viscom weiterhin dagegen wehrt und sich stattdessen in deinem Portemonnaie bedienen will.

Am 26. August fand die zweite Verhandlungsrunde zur Erneuerung des Gesamtarbeitsvertrags zwischen syndicom-Syna und Viscom statt. Trotz des weniger angespannten Klimas als im Juni sind sich die Sozialpartner nicht näher gekommen.

Die Gewerkschaften stellten ihre Hauptforderung vor und erklärten den Unternehmern, warum das von ihnen verlangte Frühpensionierungsmodell nicht nur realisierbar, sondern dringend notwendig ist. Denn bei jeder Reorganisation und bei jeder Unternehmensschliessung der letzten Jahre waren die älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am stärksten betroffen und am Ende häufig auf Arbeitslosengelder angewiesen. Das ist entwürdigend! Das Frühpensionierungsmodell braucht es aber auch, um den Nachwuchs zu sichern: Damit die Jungen nach der Lehre in der Branche einen Arbeitsplatz finden und weiterarbeiten können.

Viscom hat offen erklärt, dass die Forderungen der Arbeitgeber einen massiven Abbau des GAV bedeuten. Die Einführung der 42-Stunden-Woche als Normalarbeitszeit und die Herabsetzung der Zuschläge für Nachtarbeit auch in den Zeitungsdruckereien seien aufgrund der schwierigen Situation in der Branche gerechtfertigt.


Kommt nicht in Frage!

syndicom wehrt sich entschieden gegen solche Angriffe auf die Arbeitsbedingungen! Eine Einführung der 42-Stunden-Woche als Normalarbeitszeit und die geforderte Kürzung der Nachtzuschläge hätte für jedeN BetroffeneN Lohneinbussen von monatlich zwischen 800 und über 1000 Franken zur Folge: Das kommt niemals in Frage!
Die kommenden Verhandlungsrunden sind deshalb entscheidend. Zuerst wird aber am 16. September eine Sonderverhandlungsrunde eingeschaltet, zu der die Vertreterinnen und Vertreter der Betriebskommissionen auf der Gewerkschaftsseite und auf der anderen Seite die Geschäftsleitungen der grossen Zeitungsdruckereien eingeladen werden, die wir als Urheber der teils absurden Forderungen des Viscom vermuten. Wir werden ihnen klar machen müssen, dass die Probleme der Branche nicht auf dem Buckel der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gelöst werden können.


Wir wollen den Druck erhöhen und die Branche mobilisieren. Setz Dich mit einem unserer Sekretariate in Verbindung, organisiere ein Treffen oder eine Versammlung in Deinem Betrieb oder in Deiner Region. Hilf mit, die Kolleginnen und Kollegen zu mobilisieren und neue Mitglieder zu gewinnen.

Mut zum Druck: der Kampf geht weiter!

Reserviere Dir den 5. Dezember 2015! Dann treffen wir uns an der Branchenkonferenz Grafische Industrie zum GAV in Bern.


GAV 2016: Mut zum Druck – 1. Runde: Ja zur Bildung und zur Allgemeinverbindlichkeit - Griff ins Portemonnaie der NachtarbeiterInnen!

Das Erfreuliche stand am Anfang der ersten Verhandlungsrunde für den Gesamtarbeitsvertrag (GAV) der grafischen Industrie: Zwei Abkommen zu Weiterbildung und Allgemeinverbindlichkeitserklärung (AVE) des GAV wurden unterzeichnet.
 

Doch die grosse Auseinandersetzung zeichnet sich klar ab: Mit den Neuverhandlungen des GAV verbindet der Viscom ein riesiges Abbaupaket. Einmal mehr zielt es auf die in der Nacht arbeitenden KollegInnen. Mit dem Frühpensionierungsmodell wollen die Gewerkschaften den Stellenabbau abfedern.

Ein Riesenschritt in die richtige Richtung

Der erste Verhandlungstag begann nicht nur wettermässig freundlich, denn schnell konnte die neue Vereinbarung für die Weiterbildung unterzeichnet und auf den 1. Januar 2016 in Kraft gesetzt werden. Eine wichtige Leistung für Arbeitnehmende und Betriebe, die fachlich auf der Höhe bleiben wollen.

Auch die Vollzugsbestimmungen für die Umsetzung der Allgemeinverbindlichkeit des GAV wurden vorweg definitiv bereinigt. Damit kann, was für den letzten GAV ausgehandelt wurde, endlich umgesetzt werden. Für die AVE fehlt also "nur" noch ein GAV. Für den abgeschlossenen GAV wird das AVE-Gesuch eingereicht, dieser Grundsatz wurde ebenfalls verbindlich festgehalten.

Die Verhandlungsdelegation v.l.: Dominik Dietrich, Pierre Djongandeke, Toni Kunz, Angelo Zanetti, Roland Kreuzer, Hansruedi Looser, Tibor Menyhárt, Niklaus Dähler, Trix Kuchen, Alexis Patiño

Kein Abbau, nur "Vereinfachungen"?

Am Nachmittag rückte Viscom seine Forderungen ins Zentrum: Trotz der Viscom-Aussage: "Es sind nur Vereinfachungen des GAV und höchstens kosmetischer Abbau“, handelt es sich um reine Sparmassnahmen auf Kosten der Beschäftigten. Doch die Unternehmer beteuerten ein ums andere Mal, dass ihre Vorstellungen eines neuen GAV nur "Anpassung, Vereinfachung und Entschlackung" des GAV seien – sicher kein Abbau!

Die grossen Zeitungsdruckereien machen Druck auf die in der Nacht Arbeitenden. Das Paket für diese KollegInnen:

  • Zuschläge: runter auf 50 Prozent,
  • Besitzstandwahrung früherer Zuschlagssenkungen: streichen
  • Ferienlohn: senken
  • Entschädigungen für Pausen und Mahlzeiten: weg,
  • Normalarbeitszeit für alle inkl. Zeitungsdruckereien: 42 Stunden pro Woche
  • Krankentaggeldversicherung: Verschlechtern um 20%

Unter dem Strich müssten ZeitungsdruckerInnen mit einem Verlust von monatlich über 1000 Fr. rechnen!

Weiterer Abbau? Mindestlohn für Ungelernte: abschaffen, Überstundenzuschläge: streichen, ...! Die 5-Tage-Woche würde zur schönen Erinnerung an die Vergangenheit.

Krisenartikel – Für wenn gilt der GAV noch?

Der Krisenartikel den der Viscom fordert, würde es den Betrieben ermöglichen, den GAV während zweier Jahre völlig ausser Kraft zu setzen. Dies ist kein Witz, sondern als ernsthafte Forderung gestellt, und das in einer Branche, in der viele Unternehmer sowieso die Dauerkrise postulieren!

Ruhe bewahren – Image stärken – Lösungen für alle suchen

syndicom und Syna machten klar, dass die Arbeitnehmenden nicht schuld an der Krise sind und nicht bereit sind hinzunehmen, dass diese auf unserem Buckel ausgetragen wird. Die beiden Gewerkschaften setzten den Arbeitgebern eine klare Forderung entgegen: Umsetzung des gemeinsam ausgearbeiteten Modells für flexible frühzeitige Pensionierungen. Diese zeigt einen sozialverträglichen Lösungsansatz für die schrumpfende Branche auf.

Frühpensionierung und die Allgemeinverbindlichkeit des GAV könnten:

  • einen Teil des Abbaus von jährlich 500 bis 600 Stellen auffangen,
  • den Jungen eine bessere Perspektive in der Branche geben
  • und die ruinöse Inlandkonkurrenz ausbremsen.

 Das "Nein" der Unternehmer kam prompt: Sie wollen keinen Franken in die Abfederung der Krisenfolgen investieren, sondern einzig und allein Kosten, d.h. die Leistungen für die Mitarbeitenden, senken.

Die Vorstellungen für einen neuen GAV liegen nach dem ersten Verhandlungstag weit auseinander. Die Gewerkschaften schlugen deshalb als Kompromiss vor, den aktuellen, erst zwei Jahre alten GAV zu verlängern und allgemeinverbindlich zu erklären, um keine weitere Unruhe und Missstimmung in der Branche zu schaffen.

Fortsetzung folgt am 26. August mit der zweiten Verhandlungsrunde! Diskutiert diese Forderungen des Viscom mit euren KollegInnen und nehmt mit eurem Regionalsekretariat Kontakt auf.

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