Coronavirus: Die spezifischen Forderungen an die Post

News für Mitarbeitende der Post

Update 23.03.2020 - Ständiger Austausch zwischen den Sozialpartner

Seit mehreren Tagen ist syndicom im Rahmen des sozialen Dialogs permanent im Austausch mit der Post, um die von den Mitarbeitenden angetroffenen Probleme an die oberste Führungsebene weiterzutragen. Zweimal täglich findet ein Austausch auf Konzernebene statt, einmal täglich auf Ebene der Konzernbereiche (PM, PL, PN, PF, PA, etc.).

Dadurch konnten wichtige Probleme rasch behandelt, Unsicherheiten geklärt und die dringendsten Fragen beantwortet werden. Wir konnten bereits folgende Punkte behandeln:

  • Sofortige Isolation von Personen mit Symptomen. Diese müssen ihre Vorgesetzten benachrichtigen und zu Hause bleiben.
  • Beurlaubung besonders gefährdeter Personen mit Lohnfortzahlung (gemäss Liste des BAG und über 65-Jährige). Alle Mitarbeitenden haben zu Hause einen Brief erhalten, in welchem das Vorgehen in einem solchen Fall erklärt wird.
  • Mitarbeitende, die bei sich zu Hause eine Person aus der Risikogruppe haben, können mit ihren Vorgesetzten zusammen eine sinnvolle Lösung finden. Dies kann auch bedeuten, dass sie zu Hause bleiben (mit Lohnfortzahlung).
  • Betreuung von Kindern mit Lohnfortzahlung über die vertragliche Dauer von 5 Tagen hinaus: Mitarbeitende, die keine andere Möglichkeit für die Betreuung ihrer Kinder haben, als zu Hause zu bleiben, müssen mit ihren Vorgesetzten und der Personalabteilung Kontakt aufnehmen. Es wird eine Lösung für Urlaub und eine Lohngarantie gefunden werden.
  • Alle Fragen zur Hygiene und zur Einführung von Sicherheitsmassnahmen werden von syndicom ständig aufmerksam verfolgt. Danke, dass Ihr uns informiert, wenn etwas nicht funktioniert.

Noch bearbeitet werden folgende Punkte:

  • Arbeitszeitreduktion aufgrund des Covid-19-Virus. Was geschieht mit den Ferienguthaben und Überstunden?
  • Welche Rolle müssen die Post und der Service public in dieser Pandemiezeit übernehmen (welches sind die prioritären Produkte)?
  • Fragen zu einer möglichen strikten Ausgangssperre
  • Rolle und Stellung der Subunternehmer

Aus organisatorischen Gründen bereitet sich die Post auf eine Ausgangssperre vor (Ihr werdet dazu ein Schreiben erhalten). Der Bundesrat hat beschlossen, dass die Zustellung von für den täglichen Bedarf benötigten Paketen auch am Sonntag möglich ist. Wir werden in diesem Zusammenhang auf die strikte Einhaltung des Arbeitsgesetzes (ArG) und des GAV achten.


17.03.2020 - syndicom fordert spezifische Massnahmen in allen Bereichen

Bei PostMail

  • Keine Pflicht mehr zur Zustellung bis 12.30 Uhr aufgrund der neuen Arbeitsorganisation.
  • Keine Unterschriftspflicht mehr für eingeschriebene Sendungen. Die ZustellerInnen teilen dies den KundInnen mit und unterschreiben an ihrer Stelle oder die Sendung wird avisiert. Die Kontakte mit den KundInnen müssen reduziert werden.
  • Zeitlich gestaffelter Dienstantritt, um Kontakte zu vermeiden.
  • Möglichkeit von Zustelltouren nur alle zwei Tage prüfen.  Damit soll das anwesende Personal limitiert und die Anzahl Interaktionen mit ArbeitskollegInnen und KundInnen auf die Hälfte reduziert werden.
  • In den Zentren dürfen Pausen nur in kleinen Gruppen gemacht werden.

Bei PostNetz und PostFinance

  • Bei Poststellen und PostFinance-Filialen mit Schaltern sind Desinfektionsmittel zur Verfügung zu stellen.
  • Bei Schaltern ohne Trennscheibe sind zudem behelfsmässige Trennwände, bspw. aus Plexiglas, zu installieren.
  • KundInnen müssen angehalten werden, ihre Hände beim Betreten einer Poststelle oder PostFinance-Filiale zu desinfizieren.
  • KundInnen mit Krankheitssymptomen muss der Zutritt zu Poststellen und PostFinance-Filialen untersagt sein.
  • Weitere Schutzmassnahmen müssen für die Mitarbeitenden, aber auch für die KundInnen zur Verfügung gestellt werden.
  • Wenn das nicht eingehalten werden kann, dann ist die Poststelle zu schliessen
  • Personen mit leistungsabhängigen Vergütungen sollen der Situation angepasste Ziele haben oder die Vergütungspraxis muss geändert werden.

Bei PostAuto und den PostAuto-Unternehmern

  • Es gilt eine Lohnfortzahlungspflicht, wenn die Arbeitgeberin Einsätze streicht. PostAuto hat zugesichert, dass diese sowohl für die Regie wie auch für das Fahrpersonal der PU gilt. Es müssen folglich in diesem Fall keine Ferien oder Ausgleichstage bezogen werden.
  • Die vorderste Türe bleibt geschlossen und der Durchgang zum Fahrgastraum  ist mit Absperrband versperrt, um den Abstand zur Fahrerin bzw. zum Fahrer sicherzustellen. Der Verkauf von Fahrausweisen fällt weg.
  • Fahrausweiskontrollen werden aktuell ausgesetzt, die Mitarbeitenden der Ticketkontrolle können jedoch für Fahrdienst- bzw. Backoffice-Tätigkeiten eingesetzt werden.
  • Weil Desinfektionsmittel landesweit knapp sind, können Chauffeure ihre selbst gekauften Desinfektionsmittel als Spesen abrechnen.
  • Mitarbeitende, die der Risikogruppe angehören oder Betreuungspflichten wahrnehmen müssen, sollen sich bei ihren Vorgesetzen melden. Die Leitung von PostAuto wird in solchen Fällen kulant handeln.

Bei PostLogistics und Postlogistics AG

  • Das System und die Funktionsweise von mytime müssen an die ausserordentlichen Umstände angepasst werden. Die Leistung muss auf eine andere Weise evaluiert werden.
  • In den Zentren dürfen Pausen nur in kleinen Gruppen gemacht werden.
  • Die Touren müssen den Volumen entsprechend angepasst werden (weniger Touren für Geschäftskunden/mehr Touren für Privatkunden).
  • PL muss dafür sorgen, dass ihre zahlreichen Subunternehmen die vorgesehenen minimalen Sicherheitsmassnahmen ebenfalls einhalten.
  • Die Kontakte mit KundInnen müssen reduziert werden.

Bei IMS und Swiss Post Solutions

  • Angestellte mit Kundenkontakt müssen speziell geschützt werden, und es müssen persönliche Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt werden.

Bei NoTime

  • Die Einsatzplanung ist erneut auf zwei Wochen hinaus festzulegen.
  • Es ist sicherzustellen, dass KundInnen die Ware nicht direkt abgegeben werden muss, sondern an der Türe deponiert werden kann.
  • Den Kurier*innen ist Desinfektionsmittel zur Verfügung zu stellen.
  • Im Krankheitsfall fordert syndicom von NoTime Kulanz bei der Lohnfortzahlung und eine Lösung, die auf der in der jüngsten Vergangenheit erbrachten Arbeit und der noch geplanten Arbeit beruht.

 

Sie können bei Fragen auch unsere FAQ zu Coronavirus und Arbeit konsultieren.

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