Faucherre

Protestpause der Belegschaft. Postautos in Moudon stehen still

Subunternehmen bei der Post: Unhaltbare Zustände bei Faucherre Transport SA

Im Auftrag der Konzessionärin PostAuto betreibt das Subunternehmen Faucherre 18 Linien und Schülertransporte in der Region Moudon. Trotz mehrfacher Intervention seitens der Gewerkschaft syndicom und des Personals, wurden unhaltbare Zustände nicht angegangen. Die Liste der Missstände ist äusserst umfangreich und reicht von fahrlässigem Umgang mit der Fahrzeugwartung bis hin zu massiven Verletzungen des Arbeitszeitgesetzes. Am 15. Dezember kommt es deshalb zu einer Protestpause der Belegschaft. Sie fordert PostAuto auf, Ihre Verantwortung als auftraggebendes Unternehmen und Konzessionärin wahrzunehmen und für ordentliche Verhältnisse bei ihrem Subunternehmen zu sorgen.


Bereits im März 2017 hat syndicom sich mit Faucherre und einem Vertreter von PostAuto getroffen und die Missstände angeprangert. Dabei wurde versichert, dass die Missstände behoben seien. Wie sich in den folgenden Monaten heraus stellte, entsprach das nicht der Wahrheit. Entweder hat PostAuto diese Missstände toleriert oder die Kontrolle komplett vernachlässigt.

Liste der Verfehlungen

Verletzungen der Gesetze

  • Gratisarbeit: Arbeitspläne sind zwar auf dem Papier gesetzeskonform, aber dermassen unrealistisch konzipiert, dass die Arbeit nicht innerhalb der vorgesehenen Arbeitszeit erledigt werden kann. Hinzu kommt, dass die Reinigung der Fahrzeuge, Leerfahrten, Transfers und kleinere Unterhaltsarbeiten nicht als Arbeitszeit erfasst werden. Dies führt unter anderem zur Verkürzung von Pausen und zu Gratisarbeit. (Beleg 1)
     
  • Verletzung der Pausen- und Ruhezeitregelungen: Regelmässig werden Chauffeure für zwei Dienste eingeteilt. Dies führt dazu, dass die gesetzlichen Pausen und Ruhezeiten nicht eingehalten werden. Bei einer Kontrolle wäre dies aber nicht ersichtlich, da die einzelnen Dienste an sich gesetzeskonform ausgewiesen werden. Lediglich bei der Prüfung der Dienstabfolge (Rotation) fällt diese massive Verletzung der Pausen- und Ruhezeitregelung auf. (Beleg 2)
     
  • Einsatz von krankem Personal: Immer wieder wird auch Personal eingesetzt, das in der betreffenden Zeit unter Einfluss von Medikamenten steht und nicht fahrtauglich ist. Selbst eine Person, die laut Zeugenaussagen an einer Schlafapnoe leidet, fährt regelmässig Kurse. Die Sicherheit der Passagiere ist damit nicht gewährleistet. (Beleg 3)
  • Einsatz nicht zugelassener Fahrzeuge: Faucherre setzt auf PostAuto-Linien Fahrzeuge ein, die nicht auf PostAuto zugelassen sind und nicht als Fahrzeuge des öffentlichen Verkehrs erkennbar sind. Damit verletzt Faucherre Artikel 53 der Verordnung über die Personenbeförderung (VPB)(Beleg 4)

Verletzung der Sicherheitsbestimmungen

  • Vertuschung von Mängeln
    Im Mängelrapport erfasste Meldungen werden durchgestrichen oder ganze Seiten herausgerissen, ohne dass die Mängel erhoben worden sind. Teilweise fehlen die Mängelhefte komplett. (Beleg 5)
     
  • Vernachlässigung des Unterhalts
    Der vernachlässigte Unterhalt von Fahrzeugen führt zu teilweise katastrophalen Zuständen. Bei einem Fahrzeug, das für Schülertransporte eingesetzt wurde, lief die Kühlflüssigkeit aus. Bei vielen Bussen sind die Reifen zu stark abgenutzt.
    Notwendige Reparaturen werden nicht ausgeführt, hingegen wird bei kleineren Schäden den Angestellten die Hälfte der Franchise aufgebürdet - auch dann, wenn die Reparatur nicht erfolgt und z.T. fahrlässig ausgeführt wird. (Beleg 6)
     
  • Prekarisierung der Arbeit
    Kürzlich wurden 12 neue Chauffeure eingestellt, grösstenteils Grenzgänger aus Frankreich. Diese wohnen angeblich in einem Motel in der Nähe des Arbeitsortes. Vorgängig wurde der Beschäftigungsgrad einiger Chauffeure gekürzt, eine Aushilfe wurde entlassen.
     
  • Bedrohung  und Nötigungen des Personals
    Angestellte, die Missstände anprangern, sind massiven Drohungen ausgesetzt. Beispielweise wurde in Aussicht gestellt, dass ein Gang ans Arbeitsgericht eine Entlassung zur Folge habe.
    Angestellte, welche Gesetzesverstösse in der Dienstplanung (Höchstarbeitszeit) oder sicherheitsrelevante Reparaturen an den Fahrzeugen meldeten, wurden unter Androhung von Konsequenzen genötigt, trotzdem zu fahren. (Beleg 7)

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