Coronavirus: FAQ für die Arbeitswelt

Welche Folgen hat das Coronavirus für die Arbeitnehmenden? Die wichtigsten Antworten zu den drängendsten Fragen. Aktualisiert per 25.01.2021


Darf ich aus Angst vor einer Ansteckung der Arbeit fernbleiben?

Sofern keine behördliche Anweisung besteht oder der Arbeitgeber den Betrieb nicht geschlossen hat, stellt das Fernbleiben eine ungerechtfertigte Arbeitsverweigerung dar. Dies kann arbeitsrechtliche Sanktionen bis hin zu einer fristlosen Kündigung nach sich ziehen.


Darf ich wegen bestehender Ansteckungsgefahr im Betrieb die Arbeit verweigern?

Falls der Arbeitgeber die elementaren Hygienevorschriften nicht einhält und auf angemessene Schutzmassnahmen verzichtet, darf die Arbeit verweigert werden. Trifft dies nicht zu, so ist eine Arbeitsverweigerung ungerechtfertigt. Vor einer Arbeitsverweigerung ist unbedingt mit syndicom Kontakt aufzunehmen.


Ich bin im Monatslohn angestellt und der Arbeitgeber schickt mich vermehrt nach Hause oder bietet mich gar nicht erst auf. Ist der Lohn dennoch geschuldet?

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Arbeitnehmenden im vertraglich vereinbarten Umfang einzusetzen. Tut er dies nicht, so ist der Lohn gestützt auf Art. 324 OR dennoch geschuldet. Bietet er dich nicht zur Arbeit auf, so empfehlen wir dir, dem Arbeitgeber per eingeschriebenen Brief oder per Mail mitzuteilen, dass er dich gemäss Arbeitsvertrag einsetzen soll und dass du die volle Lohnzahlung verlangst. Schickt er dich vorzeitig nach Hause, so protestiere dagegen und halte den Protest auch per Mail fest.


Ich bin im Stundenlohn angestellt und arbeite auf Abruf, d.h. nach Aufgebot durch den Arbeitgeber. Er weist mir kaum noch Arbeit / keine Arbeit mehr zu. Habe ich Anspruch auf Lohn?

Zur Beantwortung der Frage muss dein Arbeitsvertrag beigezogen werden. Falls im Arbeitsvertrag ein minimales oder durchschnittliches Arbeitsvolumen definiert ist, so hast du Anspruch auf entsprechenden Lohn. Wichtig ist, dass du bei Ausbleiben der Aufgebote rasch reagierst und Arbeitszuweisung im vereinbarten Umfang verlangst (per Mail oder Einschreiben).

Falls kein Arbeitsvolumen definiert ist oder du gar keinen schriftlichen Vertrag hast, so hast du einen Lohnanspruch, sofern du seit vielen Monaten zu einem ungefähr gleichen Ausmass beschäftigt worden bist. Auch hier ist es wichtig, dass du bei Ausbleiben der Aufgebote sofort reagierst und Arbeitszuweisung im bisherigen Umfang verlangst.


Was passiert bei einer vorübergehenden Betriebsschliessung durch den Arbeitgeber oder durch die Behörden? Ist der Lohn dennoch geschuldet?

Da der Betrieb das Betriebs- und Wirtschaftsrisiko trägt, besteht ein Anspruch des Arbeitnehmers auf Lohnfortzahlung, auch wenn dies den Arbeitgeber stark belasten kann.


Wie ist die Rechtslage, wenn ich aufgrund der aktuellen Situation den Arbeitsweg nicht mehr oder nur erschwert zurücklegen kann?

Der Arbeitsweg liegt in der Risikosphäre des Arbeitnehmers. Wenn dieser nicht mehr oder nur erschwert zurückgelegt werden kann, so tragen die Arbeitnehmenden die Konsequenzen ungeachtet des Grundes (Ausfall oder Verspätung öV, Grenzschliessung etc.). Der Lohn ist beschränkt (bspw. bei einer Verspätung) oder gar nicht (bspw. bei einer Grenzschliessung) geschuldet.

Der Arbeitgeber sollte den Arbeitnehmenden nach Möglichkeit entgegenkommen, so dass die Benutzung des öV ausserhalb der Stosszeiten möglich ist.


Was gilt für besonders gefährdete Arbeitnehmende?

ArbeitgeberInnen sind gem. Art. 27a Covid-​Verordnung 3 verpflichtet, besonders gefährdeten Arbeitnehmenden zu ermöglichen, von zu Hause zu arbeiten. Als solche gelten Personen ab 65 Jahren, schwangere Frauen und Personen, die insbesondere folgende Erkrankungen aufweisen: Bluthochdruck, Diabetes, Herz-​Kreislauf-Erkrankungen, Chronische Atemwegserkrankungen, Adipositas Grad III, Krebs sowie Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem schwächen.

Wenn die übliche Tätigkeit nicht im Homeoffice möglich ist, sollen die besonders gefährdete Person mit einer anderen Tätigkeit bei gleicher Bezahlung betraut werden. Wenn auch das nicht möglich ist und eine Präsenz dieser Arbeitnehmenden am Arbeitsplatz unverzichtbar ist, ist dies nur unter strengem Gesundheitsschutz möglich. Ist dieser Schutz nicht ausreichend gewährleistet und sie die vorher aufgezählten Massnahmen nicht möglich, ist der oder die Arbeitnehmende bei Lohnfortzahlung von der Arbeit freizustellen. Dafür genügt die Vorlage eines ärztlichen Attests durch die Arbeitnehmenden. Die Lohnkosten werden im Rahmen der Erwerbsersatzordnung von der Ausgleichskasse übernommen.

Für alle Personen sind immer spezifische Gesundheitsmassnahmen nach dem STOP-​Prinzip zu ergreifen.
 

Ich bin in einem Shop eines Telekommunternehmens tätig. Mein Mann hat eine schwere Lungenkrankheit und ist damit durch das Coronavirus besonders gefährdet. Muss mir der Arbeitgeber Home-Office ermöglichen?

Der Arbeitgeber muss die Fürsorgepflicht gegenüber seinen Angestellten wahrnehmen. In Bezug auf die Angehörigen der Angestellten gilt dies aber bloss beschränkt, nämlich insoweit, als es für den Arbeitgeber zumutbar ist:

Kann bspw. die Ehefrau des lungenkranken Ehemannes ohne Weiteres im Home-Office arbeiten, so ist dieses durch den Arbeitgeber zu gewähren. Ist Home-Office nicht oder bloss sehr eingeschränkt möglich, so entfällt die Lohnzahlung, sofern die Ehefrau nicht mehr zur Arbeit erscheint.

Elementar ist beim Zusammenleben mit besonders gefährdeten Personen, dass sich die Wohnpartner durch eine Gesundheitsfachperson beraten lassen.


Wer hat Anrecht auf eine Entschädigung?

  • Eltern mit Kindern, die ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen müssen, weil die Fremdbetreuung der Kinder nicht mehr gewährleistet ist.
  • Personen, die wegen einer Quarantänemassnahme ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen müssen.
  • Selbständigerwerbende, Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung sowie mitarbeitende Ehegatten resp. Eingetragene Partner von Selbständigerwerbenden oder Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung, die ihren Betrieb wegen kantonal oder auf Bundesebene festgelegten Massnahmen schliessen müssen.
  • Selbständigerwerbende, Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung sowie mitarbeitende Ehegatten resp. Eingetragene Partner von Selbständigerwerbenden oder Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung, die vom Veranstaltungsverbot betroffen sind oder deren Veranstaltung wegen kantonal oder auf Bundesebene festgelegten Massnahmen abgesagt wurde.
  • Selbstständigerwerbende, Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung sowie mitarbeitende Ehegatten resp. Eingetragene Partner von Selbständigerwerbenden oder Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung, die ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus massgeblich einschränken müssen und im Jahr 2019 ein AHV-pflichtiges Einkommen von mindestens 10 000 Franken erzielt haben.
  • Arbeitnehmende sowie Selbstständigerwerbende, die zu den besonders gefährdeten Personen gehören, sofern sie ihre Erwerbstätigkeit nicht von zu Hause aus ausüben können und dadurch einen Erwerbsunterbruch erleiden.

Für weitere Informationen


Darf der Arbeitgeber meine bereits genehmigten Ferien widerrufen?

Genehmigte Ferien dürfen nur in besonderen Fällen durch  den Arbeitgeber widerrufen werden. In der aktuellen Situation dürften solche Gründe vermehrt gegeben sein. Bei einem Widerruf hat der Arbeitgeber für allfällige Stornierungskosten aufzukommen.
 

Muss ich eingegebene und bewilligte Ferien auch in der aktuellen Situation beziehen?

Eingegebene und bewilligte Ferien sind grundsätzlich zu beziehen. Auch in der aktuellen Situation erfüllen Ferien den Erholungszweck.  (Ein Auslandsaufenthalt ist dafür nicht nötig.) Das gilt auch für den Fall, dass eine Ausgangssperre verhängt wird.
 

Kann der Betrieb kurzfristig Betriebsferien oder Zwangsferien anordnen?

Nein, da Ferien und damit auch Betriebsferien rund drei Monate im Voraus angeordnet werden müssen. Werden dennoch kurzfristig Ferien oder Betriebsferien angeordnet, so empfiehlt es sich, den Ferienbezug mittels eingeschriebenem Brief oder E-Mail zu verweigern und die Arbeit anzubieten.


Haben alle Mitarbeitenden ein Recht auf Homeoffice?

Ab dem 18. Januar 2021 gilt für Arbeitgeber die Verpflichtung, überall dort Homeoffice anzuordnen, wo dies aufgrund der Art der Aktivität möglich und mit verhältnismässigem Aufwand umsetzbar ist.

Der Bundesrat erwartet daher, dass die Arbeitgeber ihre Verantwortung für die Ausschöpfung der Möglichkeiten von Homeoffice übernehmen. Diese temporäre Massnahme leistet einen schnellen und unbürokratischen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie. 


Welche Pflichten hat der Arbeitgeber?

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Arbeitssituation einzelfallweise zu überprüfen und Homeoffice einzuführen, wenn keine Hindernisse vorliegen. Er kann jedoch von dieser Verpflichtung absehen, wenn für bestimmte Tätigkeiten eine Verlagerung nach Hause nicht möglich ist oder wenn die Investitionen oder die erforderlichen technischen Anpassungen unverhältnismässig hohe Kosten und/oder einen unverhältnismässigen Aufwand erfordern würden oder kurzfristig nicht durchführbar sind oder auf unüberwindbare Hindernisse stossen.


Wenn es Mitarbeitende hat, die über keinen Internetanschluss verfügen, oder zu Hause keinen Computer haben, muss der Arbeitgeber für eine Lösung sorgen?

Der Arbeitgeber muss seinen Angestellten die „Werkzeuge“ zur Verfügung stellen, die sie benötigen, damit sie so arbeiten können, wie er es verlangt (z.B. Laptop zur Verfügung stellen…). Falls dieser Aufwand unverhältnismässig sein sollte, kann er zulassen, dass die Arbeit oder zumindest ein Teil davon, im Büro verrichtet wird. 


Wenn Homeoffice aus betrieblichen Gründen nicht möglich ist, wie werden die Arbeitnehmenden geschützt?

Wo Homeoffice nicht oder nur teilweise möglich ist, sind neben den bereits bekannten Hygieneschutzmassnahmen des BAG weitere Massnahmen am Arbeitsplatz nötig.

Neu wurde die bereits bestehende Maskenpflicht am Arbeitsplatz verschärft: Sie soll zum Schutz der Arbeitnehmenden in Innenräumen überall dort gelten, wo sich mehr als eine Person in einem Raum aufhält. Ein grosser Abstand zwischen Arbeitsplätzen im gleichen Raum genügt angesichts der hohen Infektionsgefahr nicht mehr. Darüber hinaus gelten die üblichen Fürsorgepflichten des Arbeitgebers gemäss Arbeitsgesetz gegenüber den Angestellten.


Muss der Arbeitgeber die Arbeitnehmenden für Auslagen oder Aufwendungen entschädigen?

Der Arbeitgeber muss den Arbeitnehmenden keine Auslagenentschädigung (Stromkosten, Beiträge an Mietkosten etc.) zahlen, da es sich um eine vorübergehende Anordnung handelt.

Anders verhält es sich, wenn Materialkosten anfallen, die auch im Büro angefallen wären und die nun die Arbeitnehmenden bezahlen müssen, wie etwa Kosten für Druckerpatronen, Papier etc. Diese Kosten sind vom Arbeitgeber zu entschädigen.


Können sich Arbeitnehmende weigern, Homeoffice zu machen?

Wenn die Bedingungen ungeeignet sind, zu Hause zu arbeiten, ist das Gespräch mit dem Arbeitgeber zu suchen. Dies kann etwa dann der Fall sein, wenn die familiäre Situation oder die Platzverhältnisse so ungeeignet sind, dass sie ein Arbeiten verunmöglichen. Die Hürden, dass Homeoffice nicht als zumutbar gilt, sind aber hoch angesetzt.

Wenn die Bedingungen ein Arbeiten im Homeoffice aber zulassen, darf man sich nicht weigern, zu Hause zu arbeiten. Dies könnte zu einer Verwarnung oder gar zur Kündigung führen.


Wie können Arbeitnehmende vorgehen, wenn der Arbeitgeber - ihrer Ansicht nach zu Unrecht - Homeoffice verweigert?

Arbeitnehmende können sich an das kantonale Arbeitsinspektorat wenden. 


Wie gelingt das Arbeiten im Homeoffice?

Die Broschüre «Arbeiten zu Hause» des SECO dokumentiert vor allem aus arbeitsgesetzlicher Perspektive, welche geeigneten Vorkehrungen der Arbeitgeber und die Mitarbeitenden treffen müssen, wenn die Möglichkeit zum Homeoffice besteht. Sie zeigt in nicht abschliessender Weise Punkte auf, die für die Arbeit von zu Hause aus wichtig sind.


Wie sieht es aus, wenn ich meine Kinder aus der Schule nehme, damit sie sich nicht anstecken können? Erhalte ich dennoch den Lohn, wenn ich zwecks Kinderbetreuung von der Arbeit fernbleibe? Ändert sich etwas, wenn die Schule, Tagesstätte oder Kindergarten behördlich geschlossen wird?

Ohne behördliche Schließung der Schule etc. liegt bei Fernbleiben von der Arbeit eine ungerechtfertigte Arbeitsverweigerung vor, welche sanktioniert werden kann. Lohn ist diesfalls nicht geschuldet. Erfolgt eine behördliche Schliessung, so muss der Lohn zumindest für eine beschränkte Zeit weitergezahlt werden. Die Eltern sind verpflichtet, eine andere Betreuungslösung zu suchen.
 

Aufgrund der erfolgten Schulschliessung muss ich meine gesunden Kinder zuhause betreuen. Habe ich Anspruch auf Lohn?

Eltern haben gegenüber ihren Kindern eine gesetzliche Betreuungspflicht. Können sie die Kinderbetreuung nicht anderweitig regeln, so müssen sie zuhause bleiben. Der Arbeitgeber hat den Eltern gestützt auf Art. 324a OR für eine gewisse Zeit den Lohn zu bezahlen. Die konkrete Dauer der Lohnfortzahlung richtet sich nach der jeweiligen Anstellungsdauer und ist von Kanton zu Kanton unterschiedlich (vgl. Berner, Basler und Zürcher Skala).

Die Arbeitnehmenden sind aber verpflichtet, nach einer Alternativbetreuung zu suchen, wobei hier hohe Anforderungen gelten. Bei der Organisation der Kinderbetreuung ist darauf zu achten, dass die Betreuung der Kinder soweit möglich auf beide Elternteile aufgeteilt wird und dass allfällige Betreuungsangebote der Schulen oder der Kantone in Anspruch genommen werden.
 

Ich muss meine kranken Kinder (oder andere Familienangehörige) zuhause betreuen. Muss mir mein Arbeitgeber frei geben und den Lohn bezahlen?

Ja. Kranke Kinder und Familienangehörige müssen – sofern notwendig – betreut und gepflegt werden. Der Arbeitgeber schuldet wie bei der vorherigen Frage den Lohn gestützt auf Art. 324a OR. Die Eltern müssen sich um eine Ersatzbetreuung bemühen. Je älter und je weniger krank die Pflegebedürftigen sind, desto höher die Anforderungen an die Bemühungen.


Ich selber bin erkrankt. Erhalte ich den Lohn?

Ja. Die Dauer der Lohnfortzahlung ergibt sich aus Gesetz, Arbeitsvertrag oder anwendbarem GAV.
 

Was passiert, wenn in meinem Betrieb Corona-Erkrankungen auftreten?

Der Arbeitgeber muss den Kantonsarzt verständigen, welcher die angemessenen Massnahmen bis hin zu einer Schliessung prüft.


Wann muss ich im Arbeitsalltag eine Maske tragen?

Bei der Arbeit müssen Sie in allen Innenräumen eine Maske tragen.

Die Maskenpflicht gilt sobald zwei Personen bei der Arbeit miteinander in Kontakt sind, beispielsweise in Grossraumbüros, Mehrpersonenbüros, Sitzungsräumen oder in gemeinsam genutzten Räumlichkeiten (geteilte Arbeitsplätze, Korridore, Lifte, WCs, Pausenräume, etc.) und bei Besprechungen in Einzelbüros.

Keine Maskenpflicht besteht, wenn Sie in einem abgetrennten Raum arbeiten oder sich Ihr Arbeitsplatz in einer sehr grossen Räumlichkeit und in grossem Abstand zu weiteren Arbeitsplätzen befindet (z.B. Werkhalle). Wie auch, wenn Sie aus Sicherheitsgründen sowie aus medizinischen Gründen keine Maske tragen können.


Muss ich nach einer Reise in ein Gebiet mit erhöhtem Ansteckungsrisiko in Quarantäne?

Personen, die sich in einem Staat oder Gebiet mit erhöhtem Ansteckungsrisiko aufgehalten haben und danach in die Schweiz einreisen, müssen in Quarantäne. Die betroffenen Staaten und Gebiete sind auf einer Liste definiert.

Entscheidend für die Quarantänepflicht ist die Liste, welche beim Zeitpunkt der Einreise in die Schweiz gültig ist.

  • Prüfen Sie die Liste, welche bei Ihrer Einreise gültig ist: Haben Sie sich zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb der letzten 10 Tage vor der Einreise in einem der aufgeführten Staaten oder Gebiete aufgehalten? Wenn ja, sind Sie gesetzlich verpflichtet, in Quarantäne zu gehen und Ihre Einreise den kantonalen Behörden zu melden. Folgen Sie den Anweisungen unter Vorgehen nach der Einreise.


Lohnfortzahlung oder Erwerbsersatz?

Zuerst muss geprüft werden, ob eine Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers durch den Arbeitsvertrag besteht.

In zwei Fällen ist die Lohnfortzahlungspflicht gegeben:

  • Wenn Sie von Ihrem Arbeitgeber in einen Staat oder ein Gebiet mit erhöhtem Infektionsrisiko zur Arbeit entsendet werden und nach der Rückreise in die Schweiz in Quarantäne müssen.
  • Wenn Sie trotz Quarantäne arbeiten können, also im Homeoffice.

Wenn Sie aufgrund der Quarantäne für Einreisende nicht arbeiten können und vom Arbeitgeber keinen Lohn erhalten, gilt Folgendes:

  • Es besteht Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz, wenn Sie die Quarantäne unverschuldet antreten müssen. Unverschuldet heisst, dass Ihr Reiseziel zum Zeitpunkt Ihrer Abreise nicht auf der Liste der Staaten und Gebiete mit erhöhtem Infektionsrisiko stand und Sie zum Zeitpunkt der Abreise auch nicht aufgrund einer offiziellen Ankündigung wissen konnten, dass Ihr Reiseziel während Ihrer Reise auf diese Liste gesetzt wird.
  • Somit besteht kein Anspruch auf Entschädigung, wenn Ihr Reiseziel bei Ihrer Ausreise bereits auf der Liste der Staaten und Gebiete mit erhöhtem Infektionsrisiko stand.

Die Auszahlung der Entschädigung für den Erwerbsausfall wegen der Coronakrise läuft über die AHV-Ausgleichskassen. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Informationsstelle AHV/IV und der Website des Bundesamts für Sozialversicherungen BSV.


Was heisst das genau für Schwangere?

Für schwangere Frauen und auch für stillende Arbeitnehmerinnen gilt unter Covid-​19 zusätzlich zu den Schutzvorschriften für besonders gefährdete Arbeitnehmende (siehe oben) in allen Belangen der übliche strenge(ere) Schutz nach Mutterschutzverordnung (MSV), seit sie im August 2020 als durch das Virus besonders gefährdete Personen gelten.

Die MSV gilt sowohl für Arbeiten in privaten wie in öffentlich-​rechtlichen Arbeitsverhältnissen.


Welche Voraussetzungen muss ich als Selbständige*r erfüllen?

Selbständigerwerbende sowie deren mitarbeitende Ehegatten resp. Eingetragene Partner haben Anspruch auf die Entschädigung, wenn

  • sie ihren Betrieb aufgrund kantonaler oder bundesrechtlicher Bestimmungen schliessen mussten und dadurch einen Erwerbsausfall erleiden;
  • sie die geplante(n) Veranstaltung(en) aufgrund des Verbots von Bund oder Kanton nicht durchführen können oder diese nicht bewilligt wurde(n);
  • sie ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus massgeblich einschränken mussten. Eine massgebliche Einschränkung der Erwerbstätigkeit liegt vor, wenn der Umsatz im Antragsmonat im Vergleich zum durchschnittlichen Monatsumsatz der Jahre 2015-2019 um mindestens 55 Prozent tiefer ist und das AHV-pflichtige Erwerbseinkommen im Jahr 2019 mindestens 10 000 Franken betrug. Für Ansprüche bis 18. Dezember 2020 ist ein Umsatzrückgang von 55 Prozent massgebend, ab 19. Dezember 2020 gilt die Schwelle von 40 Prozent. Wer im Monat Dezember einen Umsatzrückgang von mindestens 40 Prozent aber weniger als 55 Prozent vorweisen kann, hat ab 19. Dezember 2020 Anspruch auf eine Entschädigung auf dieser Grundlage. Für den Umsatzrückgang wird der ganze Monat berücksichtigt. Wer im Dezember einen Umsatzrückgang von mindestens 55 Prozent vorweisen kann, hat für den ganzen Kalendermonat Anspruch auf die Entschädigung;
  • die mitarbeitenden Ehegatten resp. Eingetragenen Partner im Anspruchsmonat überdies einen Lohnausfall erleiden.


Wo melde ich den Anspruch auf die Entschädigung an?

Die Entschädigung wird Ihnen nicht automatisch ausgerichtet. Beantragen Sie die Entschädigung mit dem Formular auf der Website Ihrer Ausgleichskasse. Zuständig ist die Ausgleichskasse, bei welcher Sie die Sozialversicherungsbeiträge abrechnen. Sie finden die Adressen unter https://www.ahv-iv.ch/de/Kontakte.


Neben meiner selbständigen Tätigkeit arbeite ich auch als freie Mitarbeiterin für ein /mehrere Unternehmen. Von den Entgelten werden Sozialversicherungsbeiträge abgezogen. Nun bleiben die Aufträge vollständig aus. Habe ich dennoch Anspruch auf Zahlungen? Kann ich mich bei der Arbeitslosenversicherung melden?

Sofern Sie seit längerer Zeit in einem gleichbleibenden Umfang für das Unternehmen tätig waren  (ähnlich wie ein Arbeitnehmer mit einem festen Beschäftigungsgrad), haben Sie möglicherweise weiterhin Anspruch auf Lohn. Wichtig ist, dass Sie sich umgehend beim Unternehmen melden und Zuweisung von Arbeit im bisherigen Umfang sowie Lohnzahlung verlangen. Wird die Tätigkeit unter Einhaltung der vereinbarten Fristen beendet, dann haben Sie, sofern Sie alle Voraussetzungen erfüllen ggf. Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung.


Ich arbeite als freie Journalistin für ein /mehrere Unternehmen. Von den Entgelten werden Sozialversicherungsbeiträge als Unselbständigerwerbende abgezogen. Nun bleiben die Aufträge vollständig aus. Kann ich mich bei der Arbeitslosenversicherung melden?

Sofern Sie im Rahmen der freien Tätigkeit einen anrechenbaren Arbeitsausfall gemäss Art. 11 AVIG nachweisen können und/oder die Zusammenarbeit beendet wurde und Sie alle anderen Voraussetzung für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung erfüllen, dann haben Sie Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung. Melden Sie sich in diesem Fall beim zuständigen RAV Ihrer Wohngemeinde an und der Arbeitslosenkasse an, damit der Anspruch geprüft werden kann.


Welche Schutzmassnahmen kann ich vom Arbeitgeber erwarten?

Der Betrieb ist als Arbeitgeber verpflichtet, seine Angestellten während der Arbeit angemessen zu schützen. Die Hygienevorschriften und Schutzmassnahmen definieren sich je nach Situation. Mögliche Massnahmen werden hier (S. 21 – 25) aufgezeigt.

Wo immer möglich sollte Home-Office – allenfalls in Kombination mit Office-Splitting (ein Teil der Mitarbeitenden arbeitet im Büro, einer an einem anderen Ort, zum Beispiel im Homeoffice) – ermöglicht werden.

In jedem Fall kann vom Arbeitgeber erwartet werden, dass er die Einhaltung des Minimalabstandes von 1.5 Metern zwischen Mitarbeitenden und Kunden gewährleistet und Desinfektionsmittel bereitstellt. Bei Schalterpersonal sind räumliche Anpassungen (Anbringen einer Plexiglasscheibe oder Folie) vorzunehmen. Allgemein muss der Arbeitgeber die Kundenkontakte von Mitarbeitenden durch geeignete Organisation auf ein Minimum reduzieren (Deponieren von Ware ohne persönliche Übergabe, bargeldlose Zahlung im Voraus, Information der Kunden betreffend Verhalten durch Anschläge in Geschäftslokalitäten und Kontrolle der Einhaltung etc.).


Was ist das STOP-​Prinzip?

Das STOP-​Prinzip steht für S wie Substitution, T wie technische Massnahmen, O wie organisatorische Massnahmen und P wie persönliche Schutzausrüstung.

Das heisst, Arbeitgeber sollen zum Schutz der Arbeitnehmenden …

  • Abstand ermöglichen, um Infektionen zu verhindern, zum Beispiel durch Homeoffice
  • wenn das nicht geht technische Barrieren schaffen, etwa getrennte Arbeitsplätze, Trennwände etc., um Infektionen zu verhindern,
  • wenn das nicht geht organisatorische Massnahmen treffen, die Infektionen vermeiden, getrennte Teams,

wenn das nicht geht, individuellen Schutz vorsehen, also Schutzkleidung, Masken, Handschuhe etc.


Bin ich verpflichtet, wegen Krankheit von Arbeitskollegen und aus anderen Gründen Überstunden oder Überzeit zu leisten?

Ja, soweit dies zumutbar ist. Auch Überzeit kann angeordnet werden. Überzeit ist von Mo bis Sa zwischen 6 und 23 Uhr möglich. Zu beachten ist, dass die tägliche Höchstarbeitszeit des einzelnen Arbeitnehmers mit Einschluss der Pausen und der Überzeit innerhalb von 14 Stunden liegen muss (Art. 10 Abs. 3 ArG). Der Ausgleich der Überzeit hat i. d. R. innert 14 Wochen stattzufinden. Arbeitnehmer mit Familienpflichten dürfen nur mit ihrem Einverständnis zu Überzeitarbeit herangezogen werden (Art. 36, Abs. 2 ArG). 
 

Kann der Bezug eines positiven GLAZ-Saldos, Überstunden oder anderer Zeitguthaben angeordnet werden? Darf ich solche Guthaben eigenmächtig beziehen?

GLAZ-Saldo: Nach den meisten GLAZ-Regelungen dürfte in der aktuellen Situation der Abbau der positiven Saldi durch den Arbeitgeber verlangt werden können. 

Überstunden: Die Kompensation von Überstunden kann bloss im Einverständnis mit den Arbeitnehmenden erfolgen, es sei denn, der Arbeitsvertrag oder der anwendbare GAV sieht die Möglichkeit der einseitigen Anordnung der Kompensation vor (wie bspw. im GAV Post CH AG).

Überzeit: Überzeit kann zwingend nur im Einverständnis mit den Arbeitnehmenden kompensiert werden.

Ferien: Der Bezug von Ferien darf mit einer Ankündigungsfrist von 3 Monaten durch den Arbeitgeber angeordnet werden. 

Der eigenmächtige Bezug von Zeitsaldi jeder Art ist demgegenüber nicht zulässig und kann arbeitsrechtliche Sanktionen nach sich ziehen (bis hin zur fristlosen Kündigung).

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