Kurzarbeit. Was gilt?

FAQ - Kurzarbeit und Kurzarbeitsentschädigung (KAE)

Mit der Dauer des Lockdowns häufen sich die Fälle von Kurzarbeit. Das ist auch gut so, denn damit sollen Arbeitsplätze geschützt werden, die sonst abgebaut würden. Doch es stellen sich viele Fragen um die Höhe der Kurzarbeitsentschädigung (KAE), dem Anspruch auf KAE oder den Umgang mit Ferien oder Mehrstunden. Deshalb haben wir im Folgenden die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengetragen. 

Begriff und Zweck der Kurzarbeit

Als Kurzarbeit bezeichnet man die vom Arbeitgeber angeordnete vorübergehende Reduzierung der vertraglichen Arbeitszeit, die auf Härtefälle oder andere Umstände, die nicht  dem Arbeitgeber anzurechnen sind.  Das Arbeitsverhältnis bleibt weiterbestehen. Zweck der Kurzarbeit ist die Vermeidung von Arbeitslosigkeit und der Erhalt von Arbeitsplätzen, damit die Unternehmen schwierige wirtschaftliche Perioden überbrücken und die volle Produktionskapazität bewahren können. 

Einen Anspruch kann der Arbeitgeber für jene Arbeitnehmenden geltend machen, welche die obligatorische Schule abgeschlossen und das AHV-Rentenalter noch nicht erreicht haben. Zudem müssen die Arbeitnehmenden in einem ungekündigten Anstellungsverhältnis stehen.  

Nicht anspruchsberechtigt sind Arbeitnehmende, … 

  • die in einem gekündigten Arbeitsverhältnis stehen; 
  • die mit der Kurzarbeit nicht einverstanden sind; 
  • deren Arbeitszeit nicht ausreichend kontrollierbar ist (z. B. Arbeitsverhältnis auf Abruf). 

 

Die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber muss bei den Mitarbeitenden die schriftliche Zustimmung für die Kurzarbeit einholen. Sie haben das Recht, die Kurzarbeit abzulehnen. Die Arbeitgeberin bzw. der Arbeitgeber muss dann weiterhin den vollen Lohn gemäss Arbeitsvertrag auszahlen. 

 

  • Die Bewilligungsdauer von Kurzarbeit ist von 3 auf 6 Monate verlängert. Damit kann die Anzahl der Gesuche reduziert und somit das Bewilligungsverfahren beschleunigt werden. 
  • Der Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung wird auf Personen in befristeten Arbeitsverhältnissen, in Lehrverhältnissen oder im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit ausgedehnt. 
  • Der Anspruch auf Kurzarbeit wird auch auf Personen ausgeweitet, die sich in einer arbeitgeberähnlichen Stellung befinden oder im Betrieb des Ehegatten bzw. des eingetragenen Partners mitarbeiten. 
  • Der Anspruch auf Kurzarbeit ist auch auf Personen ausgeweitet, die als besonders gefährdet gelten und insbesondere folgende Erkrankungen aufweisen: Bluthochdruck, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Atemwegserkrankungen, Krebs sowie Erkrankungen, die das Immunsystem schwächen. 
  • Bestehende Überzeiten müssen nicht mehr vor dem Bezug der KAE abgebaut werden. 
  • Die Verordnung bezüglich Kurzarbeitsentschädigung für arbeitgeberähnliche Angestellte ist entsprechend dem Willen des Bundesrats angepasst. Diese erhalten eine Pauschale von 3'320 Franken, die keine Kürzung erfährt. 

 

Ja, sofern alle Voraussetzungen erfüllt werden. Für Arbeitnehmende im Stundenlohn gelten die gleichen Anspruchsvoraussetzungen wie für Arbeitnehmende im Monatslohn. Somit besteht nur Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung, wenn eine vertraglich vereinbarte Arbeitszeit vorliegt. 

 

Ja, bis auf Weiteres haben neu auch Arbeitnehmende in einem Abrufverhältnis Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung.

 

Für den Arbeitsausfall erhalten Sie eine Kurzarbeitsentschädigung. Diese beträgt 80 % des Verdienstausfalls, d.h. 80 % des wegfallenden Lohns. 

Beispiel: Wenn bei einer Vollzeitbeschäftigung mit einem Monatslohn von brutto CHF 4'000.00 die Arbeit um 50% reduziert wird, muss der Arbeitgeber einen Lohn von brutto CHF 3’600.00 pro Monat zahlen (Berechnung: CHF 2'000.00 für 50% Arbeit + 80% von CHF 2'000.00 für die ausgefallenen Arbeitszeit von 50%). 

 

Die Kurzarbeit hat ebenfalls keinen Einfluss auf Ihre Beiträge für die Sozialversicherungen. Arbeitgebende und Arbeitnehmende müssen weiterhin die vollen Beiträge bezahlen. 

 

Der Arbeitgeber muss den von Kurzarbeit betroffenen Arbeitnehmenden am ordentlichen Zahltagstermin den vollen Lohn für die gearbeiteten Stunden zahlen und für die ausgefallenen Stunden 80% des Verdienstausfalls vorschiessen. Er ist ausserdem verpflichtet, die vollen gesetzlichen und vertraglich vereinbarten Sozialversicherungsbeiträge entsprechend der normalen Arbeitszeit zu bezahlen . Zudem muss der Arbeitgeber für alle von Kurzarbeit betroffenen Arbeitnehmenden über ein System zur Kontrolle / Erfassung der Arbeitszeit verfügen (z.B. Stempelkarten, Stundenrapporte, usw.).

 

Informiert bleiben

Persönlich, rasch und direkt

Sie wollen wissen, wofür wir uns engagieren? Abonnieren Sie unseren Newsletter! Bei persönlichen Anliegen helfen Ihnen unsere RegionalsekretärInnen gerne weiter.

syndicom in deiner Nähe

In den Regionalsekretariaten findest du kompetente Beratung & Unterstützung

Newsletter abonnieren