Ertragsausfälle Selbständigerwerbende durch Corona

Resultate der Erhebung zur Auftragssituation

Das Coronavirus und die damit verbundenen Massnahmen haben einen massgeblichen Einfluss auf die momentane Auftragssituation von Selbständigen und Freischaffenden, insbesondere in den Medien- und Kommunikationsbranchen. Wir haben deshalb unter unseren Mitgliedern sowie deren Arbeitskolleg*innen eine Umfrage lanciert, um diese zu erfassen. Die Umfrage umfasst den Verlust am prozentualen Verdienst durch den Ausfall von Veranstaltungen und Aufträgen in Folge des Coronavirus sowie die effektiven bisherigen Einkommensverluste in Schweizer Franken. Ausserdem werden die Freischaffenden und Selbständigerwerbenden darum gebeten eine Einschätzung zu ihren finanziellen Reserven für die kommenden Monate und die Auftragslage für die nächste Zeit zu geben.

Mit einem Zwischenresultat der Umfrage sind wir am 19. März an den Bundesrat gelangt, als noch gar keine Unterstützungsmassnahmen für Selbständigerwerbende geplant waren. Die Resultate zeigen klar auf, dass es unmittelbare finanzielle Unterstützung für Selbständige und Freischaffende in der Medien- und Kreativbranche bedarf.

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Nur rund 8% der Befragten hatten in der ersten Woche des Stillstandes keine Auftragsausfälle. 92% verbuchen jedoch durch die Massnahmen gegen das Coronavirus Auftragsabsagen.

 

Bei der Frage, wie stark die betroffenen von den Ausfällen betroffen sind zeichnet sich ein klares Bild ab. 40% verlieren mindestens 100% eines durchschnittlichen Monatseinkommens durch die Absagen. Über 70% der Befragten haben Einbussen von mehr als der Hälfte ihres durchschnittlichen Monatseinkommens. Hier handelt es sich um die effektiv abgesagten Aufträge. Alle Aufträge, welche zu dieser Zeit noch nicht abgesagt wurden oder noch gar nicht eingegangen sind, werden hier nicht berücksichtigt.

 

Die bisherigen finanziellen Ausfälle (Stand zum Zeitpunkt der Umfrage) wurden mit CHF 5000.- (Median) und CHF 8562 (Durchschnitt) angegeben. Da Selbständigerwerbende und Freischaffende nicht nur ihren Lohn, sondern auch die laufenden Kosten wie Miete etc. davon bezahlen müssen, sind Ausfälle nicht nur entgangene Einnahmen, sondern primär Deckungsbeiträge die nun fehlen und anderweitig aufgebracht werden müssen, um die Geschäftstätigkeit aufrecht erhalten zu können. Das Risiko der Verschuldung ist für viele Selbständige und Freischaffende momentan akut.

 

Die Auftragssituation der Selbständigen und Freischaffenden wird massgeblich durch die Coronavirus-Pandemie beeinträchtigt. 66% der Befragten sehen 80 bis 100% ihrer Aufträge durch die Pandemie gefährdet. 41% haben gar keine Aufträge mehr. Wichtig ist hier zu beachten, dass sich diese Zahlen auf die erste Woche des Stillstandes bezieht. Die Zahl dürfte in der Zwischenzeit bereits wieder angestiegen sein.

 

Gerade mal 20% der Befragten haben finanzielle Reserven für mehr als drei Monate. 10% sind bereits im ersten Monat des Stillstandes am Limit und 55% können nicht länger als zwei Monate mit reduzierten Einkünften überleben.

 

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