Mila: Plattform für ICT-Crowdworker


Mila ist eine Online-Plattform für Crowdwork und damit Teil der wachsenden Plattform-Ökonomie. Über diese Plattform werden Kunden und ICT-Dienstleister zusammengebracht. Die Personen und Firmen, die über diese Plattform ihre Dienstleistung anbieten, installieren die TV-Box mit dem Router oder kümmern sich um das Heim-Netzwerk.

Mila wurde 2013 als Start-up in Zürich gegründet. Am 30. November 2015 gibt dann Swisscom bekannt, dass sie 51% der Firma übernimmt. Swisscom bietet auf der Plattform drei unterschiedliche Dienstleistungsstufen an: Die Swisscom-Friends sind Privatpersonen, die in Form von «Nachbarschaftshilfe» auf der Plattform ihre Dienstleistung bei Installationen zu Hause anbieten. Der Vertrag wird dann zwischen dem Kunden und dem «Friend» geschlossen. Swisscom hat heute keinen Einblick, zu welchen Bedingungen und zu welchem Preis die Dienstleistung angeboten wird. Die Swisscom-Partner sind Betriebe, häufig der Elektroinstallationsbranche, die im Auftrag von Swisscom Störungsfälle und Installationen übernehmen. Zuletzt kann man über die Plattform auch Dienstleistungen direkt bei Swisscom anfordern.

Heute werden weniger als 5% der Service-Aufträge über die Mila-Plattform vergeben. Doch es sollen immer mehr werden. Die betroffenen Swisscom-Techniker betrachten diese Entwicklung mit Sorge und gewissen Bedenken. Warum rekrutiert Swisscom über die Plattform «Freelancer», die Arbeiten übernehmen, die auch Swisscom selber machen könnte? Versucht Swisscom dadurch Arbeitsstellen abzubauen? Ist eine solche Plattform nicht einfach eine neue Form der Auslagerung? Und bieten die sogenannten «Friends» die Dienstleistungen nicht zu Dumpingpreisen und in ungenügender Qualität an?

Die an der Firmenkonferenz anwesenden Swisscom-Vertreter haben sich den kritischen Fragen der syndicom-Mitglieder gestellt. Swisscom hat Handlungsbedarf in verschiedenen Bereichen erkannt. So will Swisscom in Zukunft vermehrt die Kontrolle über die Mila-Plattform und die Swisscom-Friends übernehmen. Aus Sicht der Swisscom steht dabei zwar vor allem der Qualitätsaspekt im Vordergrund, doch sie kann auch die Frage der Arbeitsbedingungen nicht mehr ausklammern. syndicom wird am Thema dranbleiben, zum Beispiel auch bei den laufenden Verhandlungen über den Gesamtarbeitsvertrag, und wird die Swisscom an ihrer Aussage messen: «Es ist weder geplant noch beabsichtigt mit Mila Personal abzubauen. Wir wollen hier den Markt besetzen, um auch neue Arbeitsplätze zu schaffen», so Beat Kamber, Leiter Partnermanagement CFS.

Was bezweckt Swisscom mit der Plattform Mila?

Wir sprachen mit Beat Kamber, Leiter Partnermanagement CFS, und Thomas von Arx, Stv. Leiter Customer Field Service und Leiter Region Ost

Bilder von der Firmenkonferenz Swisscom SAS-CFS zum Thema Mila 20.10.2017

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