Medien-Branchen

Bei den Löhnen der Medienschaffenden muss es endlich wieder aufwärtsgehen. Seit 15 Jahren stagnieren die Löhne der Festangestellten und die Honorare der Freien wurden gar schlechter. Gerade in der Pandemie wird der Wert von gutem Journalismus und unabhängigen Medien wieder stärker geschätzt. Jetzt müssen auch die Löhne und Honorare nachziehen. Nur so ist der Beruf attraktiv und die journalistische Leistung kann hochgehalten werden.  

Unsere Studie vom August 2020 zu den Arbeitsbedingungen und Löhnen zeigt: In der Medienbranche hat sich bei den Löhnen seit der letzten Befragung vor 14 Jahren wenig bewegt.

  • Die Festangestellten haben real Lohneinbussen erlitten, d.h. weniger Einkommen.  
  • Die Freischaffenden haben in den Medien immer tiefere Honorare, sie können allein davon kaum leben. Darum haben fast 50% der Freischaffenden noch einen Nebenjob. 
  • Das öffentliche TV/Radio hebt sich lohnmässig markant von den Privaten ab. 
  • Online-Medienschaffende gehören im Vergleich zur Vorstudie nicht mehr zu den Geringverdienenden. Online-Medien haben sich vermehrt etabliert. 
  • Da, wo es GAV mit Mindestlöhnen gibt, ist das Lohniveau höher. 
  • Frauen verdienen bei den privaten Medien weniger als Männer. Die Unterschiede nehmen bei mittleren und höheren Löhnen gar zu.  
  • GAV mit Mindestlöhnen reduzieren den Spielraum für Lohndiskrepanzen. 

Fazit: Es gibt in der Medienbranche ein Lohngefälle zwischen den Geschlechtern, zwischen den Mediengattungen, zwischen den Festen und Freien. Das Problem heisst fehlende Lohngerechtigkeit und mangelnde Wertschätzung.  

Dadurch und wegen des wiedereinsetzenden Stellenabbaus droht der Medienbranche ein Abfluss an journalistischem Know-How. Jetzt gilt es, Gegensteuer zu geben:  

  • eine allgemeine Lohnerhöhung von 2% setzt ein erstes Zeichen der Wertschätzung 
  • ein Aufholprogramm bei den Löhnen der weiblichen und der jungen Medienschaffenden schliesst das Manko bei der Lohngerechtigkeit. 

-> Umfrage Medienschaffende 2020

Seit 13 Jahren gibt es keine kollektive Erhöhung der Reallöhne im Buchhandel. Die Kosten für das alltägliche Leben (Krankenkassen, Mieten etc.) sind jedoch stark gestiegen: Höchste Zeit für eine Lohnerhöhung für die Buchhändler*innen! 
 
Mit der Lohnrunde 2021 sollten die stagnierenden Löhne und somit die prekäre finanzielle Lage der Buchhändler*innen gestoppt werden. Dies liegt auch im Interesse der Arbeitgebenden, da ihre Branche ansonsten für die Arbeitnehmenden an Attraktivität verliert. Aufgrund der Pandemie steht die Branche jedoch vor noch grösseren Herausforderungen. Durch die Kurzarbeit liegen die Lohneinbussen im Buchhandel für 2020 bei 3 Prozent. Bei Buchhändler*innen, die auch noch nach dem Shutdown Kurzarbeit bezogen, fallen die Lohneinbussen sogar noch höher aus.  

Was lange währt, wird noch nicht gut

syndicom hat sich gemeinsam mit ihren Mitgliedern in den Lohnverhandlungen für 2021 für die Erhöhung der Reallöhne eingesetzt. Leider sind diese Verhandlungen im November 2020 gescheitert. Hinzu kommt, dass sich der Abschluss des neuen Gesamtarbeitsvertrags, den die Paritätische Kommission letztes Jahr verhandelt hat, pandemiebedingt verzögert hat. Somit steht auch die darin vereinbarte Lohnentwicklung noch aus: die zusätzliche Lohnstufe von 4'400 Franken pro Monat für Angestellte im achten Jahr nach der Ausbildung. Dies ist eine der wichtigsten Erneuerungen bei den Löhnen im Buchhandel der letzten 20 Jahre (noch nicht in Kraft).  

Die harte Arbeit während der Coronakrise wurde zwar von der Gesellschaft geschätzt, doch mit diesen Gesten sind noch keine Rechnungen bezahlt. Besonders auch in der Weihnachtszeit sehen sich die Angestellten im Detailhandel grossem Druck ausgesetzt. syndicom wird sich gemeinsam mit ihren Mitgliedern weiterhin dafür einsetzen, dass die Buchhändler*innen jene Lohnerhöhung erhalten, welche ihnen zusteht.

Die Arbeitswelt in der grafischen Industrie verändert sich seit Jahrzehnten. Mit den Folgen der Digitalisierung hat sich diese Entwicklung in den letzten Jahren wieder beschleunigt. Diese Beschleunigung nimmt nun auch mit der Coronavirus-Krise weiter Fahrt auf. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass in Zeiten von Reorganisationen und Stellenabbau ein sicherer Arbeitsplatz an oberster Stelle steht.

syndicom setzt sich daher gemeinsam mit ihren Mitgliedern für gute Arbeitsbedingungen, den Gesundheitsschutz sowie die Berufsaus- und Weiterbildung in der grafischen Industrie ein. Ebenso für die Anhebung der Mindestlöhne in der Branche, die wir bei jeder Vertragsverlängerung, alle drei Jahre, nicht nur zu verteidigen, sondern auch zu verbessern versuchen. Damit die Arbeitnehmenden der grafischen Industrie auch in der digitalen Welt eine berufliche Zukunft haben.

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