Gewerkschaftlich organisiertes Handeln führt zu höheren Abgangsentschädigungen
Dank hartnäckigem gewerkschaftlichem Druck erhalten die Smood-Angestellten höhere Abgangsentschädigungen: Die Gewerkschaft syndicom hat für die über 400 Betroffenen einen substanziell verbesserten Sozialplan erkämpft – während sich die Migros Genf vor ihrer sozialen Verantwortung drückt.
Im Januar 2026 hat die Smood SA mitgeteilt, dass sie den Betrieb schliessen wird und die über 400 Angestellten ihre Stellen verlieren würden. Daraufhin hat das gesetzliche vorgeschriebene Konsultationsverfahren stattgefunden, das ohne Ergebnis blieb. Die Gewerkschaft syndicom hat im Auftrag ihrer Mitglieder Verhandlungen über einen Sozialplan geführt. Urs Zbinden, Zentralsekretär der Gewerkschaft dazu:
Die Gewerkschaftsmitglieder und -vertretenden haben die Anliegen und Interessen der betroffenen Angestellten intensiv vertreten. Dank hartnäckiger Verhandlungsführung konnte die Gewerkschaft syndicom erreichen, dass der ursprünglich von der Smood SA vorgelegte Sozialplan substanziell verbessert wurde.
Abgangsentschädigungen in der Höhe von 2-3 Monatslöhnen
Nun haben die Betroffenen anlässlich einer Betriebsversammlung dem Verhandlungsergebnis zugestimmt, so dass nun ein Sozialplan vorliegt. Dieser sieht vor:
- Abgangsentschädigungen zwischen 2 (< als 4 Jahre angestellt) und 3 Monatslöhnen (> als 4 Jahre angestellt)
- Altersabhängige, pauschale Entschädigungen sowie zusätzliche Entschädigung für Familien mit Kindern
- Unterstützungsbeiträge bis 1000 Franken für Weiterbildungsmassnahmen
Migros drückt sich um ihre soziale Verantwortung
Die Gewerkschaft syndicom kritisiert das Verhalten der Mehrheitsaktionärin der Smood SA, die Genossenschaft Migros Genf, scharf. Sie hat mit ihren Konkursandrohungen die Smood-Angestellten massiv unter Druck gesetzt. Ein erfolgreiches Unternehmen wie die Genossenschaft Migros Genf, die im letzten Jahr stolz einen zweistelligen Millionengewinn verkündet hat, hat wenig Anlass, sich derart von ihrer sozialen Verantwortung zu drücken.
Versagen der Kantonsbehörden
Für syndicom fügt sich die Einstellung von Smood in einen übergeordneten Kontext ein: Multinationale Plattformen, allen voran Uber, haben Geschäftsmodelle etabliert, die auf Scheinselbstständigkeit und dem Umgehen der Sozialversicherungen basieren. Dadurch wird der Liefermarkt nach und nach zerstört. Urs Zbinden dazu:
Die kantonalen Behörden drücken sich seit Jahren, ihre Verantwortung wahrzunehmen und das geltende Recht durchzusetzen. Es ist in ihrer Macht, die Uberisierung und Nichtzahlung der Sozialabgaben in dieser Branche zu stoppen. Wegen ihrer liberalen Haltung tragen sie eine Mitschuld am Schicksal der vielen Entlassenen.