Gleiche Rechte – gemeinsam erkämpft!
FINTAQ-Personen (Frauen, inter- und nonbinäre, trans- und agender- sowie queere Menschen) werden nach wie vor diskriminiert – in der Arbeitswelt, bei der Altersvorsorge und bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Deshalb setzen wir uns gemeinsam ein: für bessere Löhne, faire Arbeitszeiten und Respekt am Arbeitsplatz.
Gleichstellung ist kein Event – sie ist ein Dauerauftrag.
Gleichstellung passiert nicht von allein. Wir engagieren uns das ganze Jahr: am 8. März, am 14. Juni und jeden Tag.
Doch um Bewegung zu schaffen, braucht es sichtbare Zeichen. Mach mit und kämpfe mit uns für die Gleichstellung!
Care-Arbeit:
Unsichtbar, unbezahlt, unverzichtbar
Care-Arbeit hält unsere Gesellschaft am Laufen.
Doch sie ist ungleich verteilt und oft unsichtbar.
Das hat konkrete Folgen für Alltag, Arbeit und Einkommen.
Was ist Care-Arbeit?
Care-Arbeit umfasst alle Tätigkeiten, die Menschen versorgen, betreuen und den Alltag organisieren. Dazu gehören körperliche, emotionale und organisatorische Aufgaben.
Sie kann bezahlt oder unbezahlt sein.
Bezahlte Care-Arbeit:
- Pflege, Betreuung, Kinderbetreuung, Sozialarbeit, Bildung
- Teil des Service Public und der öffentlichen Infrastruktur
Unbezahlte Care-Arbeit:
- Kinderbetreuung
- Pflege von Angehörigen
- Haushalt und Alltagsorganisation
Ohne unbezahlte Care-Arbeit würde die bezahlte Erwerbsarbeit nicht funktionieren.
Zahlen und Realität
- 12.2 Milliarden Stunden unbezahlte Arbeit pro Jahr
- Rund zwei Drittel davon leisten Frauen
- Gesamtwert: 450 Milliarden Franken
2024 wurden rund 8.1 Milliarden Stunden bezahlte Erwerbsarbeit geleistet.
Unbezahlte Care-Arbeit übersteigt die bezahlte Arbeit deutlich.
Warum betrifft das alle?
syndicom organisiert keine klassischen Care-Berufe. Trotzdem betrifft das Thema alle Mitglieder.
Weil auch unsere Mitglieder Care-Arbeit leisten – vor oder nach der Arbeit, am Wochenende oder parallel zur Erwerbsarbeit.
Care-Arbeit ist die Grundlage jeder Erwerbsarbeit.
Beispiele
Unterschiedliche Jobs – gleiche Abhängigkeit von Care-Arbeit.
Folgen
- Teilzeitfalle und geringeres Einkommen
- Ungleiche Verteilung von Arbeit
- Höheres Risiko von Altersarmut
- Mehrfachbelastung und Zeitdruck
Besonders betroffen sind Frauen und FINTA*-Personen.
Care-Arbeit ist eine politische Frage
Care-Arbeit ist nicht einfach Privatsache.
Wie sie verteilt ist, hängt von Rahmenbedingungen ab:
- Arbeitszeiten
- Löhne
- Betreuung
- Service Public
Wenn im Service Public gespart wird:
- müssen Familien mehr übernehmen
- steigt die unbezahlte Arbeit
- erhöht sich der Druck auf Arbeitnehmende
- steigt die unbezahlte Care-Arbeit.
Was können wir tun?
Sprich über Care-Arbeit
Sprich mit deinen Kolleg:innen über deine Verpflichtungen, über Schwierigkeiten oder Zeitkonflikte. Teile deine Erfahrungen und tausche dich aus. Viel mehr Menschen erleben das Gleiche, als man denkt.
Setze Grenzen
Akzeptiere keine Meetings früh am Morgen oder spät am Abend, auch wenn sie online stattfinden. Arbeite nicht in deinen freien Stunden und versuche nicht, Care-Arbeit «nebenbei» zu erledigen. Trage deine Care-Verpflichtungen bewusst in deinen Kalender ein. Das ist legitim und macht unbezahlte Arbeit sichtbar.
Nutze deine Rechte
Informiere dich, was in deinem Arbeitsvertrag oder im GAV steht, und fordere deine Rechte ein. Du hast Anspruch auf freie Tage für die Betreuung von Angehörigen oder von kranken Kindern. Wenn flexible Arbeitszeiten vorgesehen sind, darfst du diese auch tatsächlich nutzen.
Gestalte Arbeitbedingungen mit
Bring dich ein. Themen wie Kinderbetreuung, Freitage, flexible Arbeitszeiten oder Elternzeit können geregelt werden, zum Beispiel in Gesamtarbeitsverträgen. Du kannst deine Arbeitsbedingungen mitgestalten.
Organisiere dich
Sprich mit Kolleg:innen über gemeinsame Herausforderungen. Gemeinsam lassen sich Lösungen entwickeln und durchsetzen. Care-Arbeit ist kein individuelles, sondern ein strukturelles Problem.
Care-Arbeit ist kein individuelles Problem.
Wie geht es weiter?
Wir setzen uns dafür ein, dass Care-Arbeit sichtbar wird und gerechter verteilt wird.
Der feministische Streik ist Teil dieses Engagements.
Setz dich mit uns für Gleichstellung ein!
Unsere Forderungen
Lohn!
- Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit
- Lohntransparenz und Kontrollrechte für Gewerkschaften und Personalkommissionen
- Gesamtarbeitsverträge in allen Branchen
- Höhere Renten statt Rentenabbau, auch für Teilzeitangestellte
Zeit!
- Anspruch auf befristete Reduktion des Arbeitspensums mit Rückkehrrecht
- Längere Elternzeit
- Betriebliche Kinderbetreuung oder finanzielle Unterstützung
- Planbare, familienfreundliche Arbeitszeiten mit flexiblen Arbeitsmodellen
Respekt!
- Nulltoleranz gegenüber Sexismus, sexualisierter Gewalt und Mobbing im Betrieb
- Präventions- und Sanktionskonzepte in den Betrieben
- Gezielte FINTAQ-Förderung und Unterstützung in den Betrieben
- Mehr Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz
- Anrechnung von Care-Arbeit im Lohnsystem


