Am Dienstag und Mittwoch letzter Woche hat die Gewerkschaft syndicom in Kooperation mit der Zürcher Agentur «Freundliche Grüsse» mit einer Guerilla-Marketing-Aktion auf die Arbeitsbedingungen der Uber Eats-Kurier:innen aufmerksam gemacht. Seit Jahren wehrt sich der US-amerikanische Konzern Uber mit allen juristischen Mitteln dagegen, das Schweizer Arbeitsrecht einzuhalten, seine Angestellten ordentlich anzustellen und sozial abzusichern. Mit ihrem illegalen Geschäftsgebaren verdrängt Uber auch reihenweise Konkurrenz, die mit rechten Mitteln versucht hat, zu bestehen (bspw. Smood, FWG, Notime, etc.). 

Urs Zbinden, Zentralsekretär der Gewerkschaft syndicom, sagt:

Die Arbeiter:innen von Uber Eats müssen in schlecht abgesicherten und instabilen Verhältnissen arbeiten. Uber Eats muss diese Scheinselbstständigkeit und Prekarisierung beenden. Die hiesigen Gesetze gelten auch für internationale Grosskonzerne.

Kantonsbehörden müssen tätig werden

Auch die Kantonsbehörden sind in der Pflicht: In den Kantonen Genf und Waadt haben die Behörden ihre Verantwortung wahrgenommen und die Festanstellung der Uber-Kurier:innen verfügt. Was in den Kantonen Genf und Waadt möglich ist, muss auch in den anderen Kantonen der Schweiz möglich sein, um diese Prekarisierung der Arbeitenden endlich zu beenden.

Fester Stundenlohn statt Bezahlung pro Lieferung!

Die in der Gewerkschaft syndicom organisierten Arbeiter:innen kämpfen solidarisch mit den Uber Eats Riders. Die Arbeitgeber der Fooddelivery-Branche müssen die Rechte der Arbeitnehmenden garantieren. Wir fordern von Uber Eats, dass sie ihre Kurier:innen:

  • zu fairen Arbeitsbedingungen und ordentlich anstellen,
  • anständig bezahlen, inkl. Ferien,
  • sozial absichern: Versicherung gegen Krankheit und Unfall, Arbeitslosen- und Invalidenversicherung, Altersvorsorge, etc.
  • im Stundenlohn statt pro Lieferung bezahlen.

Gesamtarbeitsvertrag für Velo- und Foodkurier:innen anwenden

Urs Zbinden:

syndicom fordert Uber mit Nachdruck auf, seine Verantwortung als Arbeitgeber wahrzunehmen, die Kurier:innen fest anzustellen und Verhandlungen über einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) mit der in der Zustellbranche führenden Gewerkschaft syndicom aufzunehmen.

syndicom erwartet, dass Uber Eats sich dem Gesamtarbeitsvertrag für Velo- und Foodkuriere anschliesst, der seit 2019 die Arbeitsbedingungen und Mindestlöhne in dieser Branche reguliert.

Bilder, Video und weiterführende Informationen zur Aktion: hier


Medienkontakt

➜ Ansprechpersonen für Medienanfragen

Über syndicom

syndicom ist die führende Gewerkschaft in den Branchen der Medien und grafischen Industrie, der Informations- und Kommunikationstechnologie sowie der Logistik und zählt landesweit rund 30’000 Mitglieder. Wir setzen uns ein für die Rechte der Arbeitnehmenden und für eine soziale und weltoffene Schweiz. ➜ Mehr Infos zu syndicom


Mitglied werdenNach oben scrollen