Heute wird bekannt gegeben, dass der SonntagsBlick eingestellt wird. Während bei Ringier selbst kaum Stellen abgebaut werden sollen, trifft es die Zustellenden hart.

Die Angestellten haben die guten Ergebnisse der Post erarbeitet. Statt dieses Engagement zu honorieren, präsentiert die Konzernleitung eine Restrukturierung nach der anderen. Das ist weder sozial noch zukunftsorientiert.

kritisiert David Roth, Co-Sektorleiter Logistik der Gewerkschaft syndicom.

Hunderte Presto-Mitarbeitende von Entlassungen und reduzierten Stunden betroffen

Bei der Post-Tochter Presto ist geplant, dass über 60 Mitarbeitende ihre Stelle verlieren und fast 500 Mitarbeitende weniger Stunden erhalten sollen. Zustellende sind oft in einer prekären Situation und arbeiten sonntags jeweils in einem kleinen Pensum. Viele verdienen sich bei Presto etwas dazu, weil ihre AHV- oder IV-Rente nicht ausreicht. Durch die Einstellung des SonntagsBlicks verlieren sie diesen Job ganz oder können zukünftig weniger Stunden arbeiten.

Urs Zbinden, Zentralsekretär von syndicom, sagt:

Ringier trägt auch Verantwortung für die rund 1850 Zustellenden von Presto, welche die Sonntagspresse verteilen. Das Unternehmen kann die sozialen Folgen seines Entscheids nicht einfach auf die Auftragnehmerin Presto abschieben. syndicom erwartet von Ringier eine substanzielle Unterstützung für einen allfälligen Sozialplan.

Schwerer Schlag für Medienlandschaft

Die Einstellung des SonntagsBlicks ist ein weiterer Einschnitt im Schweizer Mediensystem. Für die betroffene Redaktion – Journalist:innen, Layouter:innen, Produzent:innen – bedeutet der Entscheid grosse Unsicherheit. Auch in der Druckerei kann er negative Auswirkungen haben; der SonntagsBlick wird derzeit in den Druckzentren von Tamedia gedruckt. syndicom fordert Ringier auf, seine Verantwortung gegenüber den Beschäftigten und im Interesse der informierten Öffentlichkeit wahrzunehmen und die Arbeitsstellen zu sichern. 

Stephanie Vonarburg, Vizepräsidentin und Leiterin Sektor Medien bei syndicom, sagt:

Medienschaffende und Arbeitnehmende in Redaktion, Druck und Zustellung tragen tagtäglich zum Erfolg des Unternehmens bei. Sparen, Abbauen, Wegrationalisieren ist nicht sozial und wirkt sich negativ auf die gesamte Medienlandschaft aus. Ringier trägt Verantwortung für die gesamte Wertschöpfungskette.

Jobsicherheit für alle Beschäftigten

syndicom wird die Betroffenen unterstützen und erwartet von Ringier sowie dem Post-Konzern als Besitzerin von Presto, Entlassungen zu verhindern. Sollten sich solche nach dem Konsultationsverfahren als unumgänglich erweisen, erwartet syndicom, alle Betroffenen mit guten Sozialplänen zu unterstützen und für Härtefälle einen Fonds mit starken Kompensationsleistungen zu schaffen. 


Medienkontakt

➜ Ansprechpersonen für Medienanfragen

Über syndicom

syndicom ist die führende Gewerkschaft in den Branchen der Medien und grafischen Industrie, der Informations- und Kommunikationstechnologie sowie der Logistik und zählt landesweit rund 30’000 Mitglieder. Wir setzen uns ein für die Rechte der Arbeitnehmenden und für eine soziale und weltoffene Schweiz. ➜ Mehr Infos zu syndicom


Mitglied werdenNach oben scrollen