Tamedia hatte am 5. Oktober einen weiteren Stellenabbau angekündigt. 34 Vollzeitstellen sollen gestrichen werden, betroffen sind insgesamt 41 Mitarbeitende: 28 in den Redaktionen der Deutschschweiz, neun in der Westschweiz und vier im Print-Desk der Westschweiz. Während dort aufgrund einer gesamtarbeitsvertraglichen Vorschrift ein Konsultationsverfahren durchgeführt wird, will der Verlag in der Deutschschweiz davon absehen. 

Mitwirkungsrechte garantieren

Die für dringlich erklärte Anfrage verlangt vom Zürcher Regierungsrat unter anderem Auskunft darüber, wie die zuständigen Behörden den Stellenabbau und die Einhaltung der gesetzlichen Konsultations- und Anzeigepflichten beurteilen. Dabei geht es insbesondere um die Frage, ob die verschiedenen von Tamedia als «Silos» bezeichneten Einheiten tatsächlich als eigenständige Betriebe betrachtet werden können. Zudem soll geklärt werden, ob die über das Jahr 2026 verteilten Abbaumassnahmen hinsichtlich der gesetzlichen Pflichten geprüft wurden und welche Massnahmen der Regierungsrat zur Sicherung von Medienvielfalt und Arbeitsplätzen im Medienbereich prüft. 

Folgenschwere Entscheide fürs Personal 

syndicom begrüsst, dass sich nun auch die Zürcher Behörden mit diesen Fragen befasst. Entscheidend ist für die Gewerkschaft, dass die tatsächliche Organisation bei Tamedia sorgfältig geprüft wird und die kollektiven Mitwirkungsrechte der Beschäftigten gewahrt werden. Ob die gesetzlichen Voraussetzungen einer Massenentlassung erfüllt sind, muss anhand der tatsächlichen Verhältnisse geklärt werden. 

Die Beschäftigten haben bereits deutlich gemacht, dass sie den Abbau und die Behandlung durch den Arbeitgeber nicht einfach hinnehmen. Am 20. Oktober protestierte das versammelte Personal vor dem Tamedia-Hauptsitz an der Werdstrasse in Zürich gegen den Stellenabbau und den Umgang der Geschäftsleitung mit seinen Anliegen. Weniger als fünf Stunden später wurden betroffene Mitarbeitende zu Entlassungsgesprächen aufgeboten. 

Bei einem Stellenabbau dieser Tragweite müssen die Mitwirkungsrechte und Konsultationsanliegen konsequent respektiert werden. Wir begrüssen deshalb, dass der Zürcher Kantonsrat Antworten verlangt. Tamedia trägt Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitenden und für die Medienvielfalt in der Schweiz.

sagt Stephanie Vonarburg, Vizepräsidentin und Leiterin Sektor Medien bei syndicom. 

syndicom erwartet, dass die offenen Fragen rasch geklärt werden. Für die betroffenen Beschäftigten geht es nicht nur um ihre Arbeitsplätze, sondern auch darum, dass ihre gesetzlich vorgesehenen Mitwirkungsrechte eingehalten werden. Gleichzeitig steht der erneute Stellenabbau bei Tamedia exemplarisch für die Frage, wie journalistische Arbeitsplätze und Medienvielfalt langfristig gesichert werden können.


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