Daniel Bilenko

Daniel Bilenko war über 20 Jahre lang Journalist bei RSI. «Ich habe die Leidenschaft zu meiner Arbeit gemacht – mit Reportagen für Il Quotidiano, Diskussionen in der Sendung ‹Modem› und am Mikrofon des Radiosenders Rete Due. Ich hatte grosses Glück: Es war schön, über eine Region berichten zu können, die ich liebe. Heute ist alles anders. Das politische Klima, die Medienlandschaft. Von den Sparplänen der SRG blieb auch ich nicht verschont. Ich wurde noch vor der Abstimmung entlassen. Von einem Tag auf den anderen. Wie mir erging es auch anderen. Ich habe noch keine neue Stelle. Jetzt gestalte ich bei REC mein Berufsleben neu. Als Freischaffender. Die Abstimmung vom 8. März 2026 könnte – bei einer Annahme der Initiative – einen radikalen Einschnitt im Arbeits- und Familienleben von Tausenden anderen Menschen hinterlassen.»

Davide Briccola

«Die Konzession des Bundesrats für die SRG ist klar.» Das sagt Davide Briccola, der gerade einen Dokumentarfilm zum 20-jährigen Bestehen von Radio Gwen schneidet, einem unabhängigen Lokalradio mit Fokus auf Inklusion und junge Menschen. Gemäss Konzession vergibt die SRG «einen angemessenen Anteil von Aufträgen an die veranstalterunabhängige schweizerische audiovisuelle Industrie». «Das ist wichtig für den Ausbau der Branche, für Co-Produktionen mit Nachbarländern, für den Wissensaustausch», so Davide.

Olmo Cerri

«Am 8. März steht nicht nur die Möglichkeit auf dem Spiel, weiterhin unabhängige regional verankerte Kultur zu produzieren, sondern auch die Existenz unseres Vereins», sagt Olmo Cerri, Regisseur und Podcaster und Mitbegründer des Vereins REC. «Unsere Arbeitsplätze und diejenigen der vielen Personen, die mit uns zusammenarbeiten, drohen ganz einfach zu verschwinden. Und diese würden nicht einmal in den Zahlen der von der SRG entlassenen Mitarbeitenden auftauchen. Wir sind alles Freischaffende. Und deshalb unsichtbar.»

Velokurier

Am Mittag bestellt jemand eine Pizza. Sie wird von einem Velokurier geliefert. Das ist nur ein kleines Beispiel für die ökonomischen Effekte, die mit der Tätigkeit der RSI im Tessin verbunden sind. Laut einer Studie von BAK Economics kaufte die RSI 2022 bei externen Lieferanten Güter und Dienstleistungen für 85 Millionen Franken ein. Technische Geräte, IT, Verbrauchsgüter, aber auch Reinigung, Wasser- und Stromversorgung, Instandhaltung der Einrichtungen und so weiter. Hinzu kommen die Wertschöpfungseffekte, die bei Auftragnehmern im Tessin – zum Beispiel dem REC und den übrigen Produktions- und Kulturunternehmen, die mit der RSI zusammenarbeiten – anfallen.

Sabrina Montiglia

«Ich arbeite nicht direkt für die RSI», sagt die freiberufliche Fotografin Sabrina Montiglia. «Aber im Laufe der Zeit habe ich bei verschiedenen Filmen und Kulturprojekten mitgewirkt. REC ist für mich ein immens wichtiger Ort: nicht nur für das Coworking, sondern als Raum, wo man sich trifft und Ideen austauscht. Viele von uns arbeiten dank Kooperationen, die auch aus der RSI hervorgehen. Deshalb fühle ich mich von dieser Abstimmung stark betroffen. Ich spreche nicht als Angestellte, sondern als Person, die dieses kreative Ökosystem tagtäglich erlebt. Es macht mir grosse Angst, dass all das einfach verloren gehen könnte.»

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