Hohe Dringlichkeit für die Gewerkschaften

Die Klimaerwärmung ist für die Gewerkschaften eine zentrale Herausforderung. Die Schaffung von nachhaltigen und gesunden Arbeitsplätzen, um der klimatischen, wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Multikrise zu begegnen, gehört direkt zu unserer Aufgabe, die Interessen der Arbeitnehmer:innen zu vertreten. Eigentlich sollte dieses Anliegen seit Jahrzehnten ganz oben auf der politischen Agenda stehen. Doch wir freuen uns über die zunehmende Reichweite dieser Bewegung.

Diesen Sommer folgte Hitzewelle auf Hitzewelle. Am 26. August schrieb MeteoSchweiz auf ihrem Blog: «Die landesweite Mitteltemperatur im Sommer 2026 liegt aktuell 3,4 °C über der Referenzperiode 1991–2020.»  Dürren, Waldbrände und Überschwemmungen treten in Europa und weltweit immer häufiger auf. Und sie zeigen: Unsere Infrastrukturen, unsere Städte, unsere Wohnungen, unsere Arbeitsplätze und unser Service public sind überhaupt nicht für den Klimawandel gewappnet.

Anpassen und schützen

Die Kampagne «Keine 50-Grad-Sommer» hat 38 Massnahmen für Anpassung und Schutz formuliert. Für die Gewerkschaften ist wichtig, dass die Bedürfnisse der Arbeitnehmer:innen in die Mobilisierung einbezogen werden. Mit einer langfristigen Perspektive trotz der Dringlichkeit der Situation.

Der Kampf gegen die Sparpolitik ist zentral. Im Service public werden laufend Budgets reduziert. Die Sparpläne zeigen deutlich, wie sehr die Prioritäten der Behörden unseren entgegenlaufen. Unser Service-public-Bundesrat hat gerade die Kürzung der Mittel für den Wald teilweise rückgängig gemacht. Gleichzeitig will der Bund das Armeebudget um über eine Milliarde aufstocken, beim regionalen ÖV aber weiter sparen, um nur dieses Beispiel zu nennen.

Die Arbeitgeber setzen ihre Angriffe auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Mehrheit der Bevölkerung fort. Sie stellen sich gegen Mindestlöhne, sie fordern längere Arbeitszeiten und ein höheres Rentenalter. Die arbeitende Mehrheit ist der Hitze und ihren Folgen am stärksten ausgesetzt.

Die Lage ist kritisch, und das soziale Lager muss den Service public entschlossen gegen solche Attacken verteidigen und eine echte Gegenoffensive starten. Die Mobilisierungen starten jetzt im Herbst und gehen weiter mit dem feministischen Care-Streik im Juni nächsten Jahres.

Mit syndicom auf die Strasse: Keine 50-Grad-Sommer!

Die Sommer werden heisser und die Hitzetage nehmen zu. Das spüren auch viele unserer Kolleg:innen direkt bei der Arbeit. Besonders betroffen sind natürlich Beschäftigte, die draussen arbeiten – beispielsweise Zusteller:innen oder Mitarbeitende in der Netzinfrastruktur.Hohe Temperaturen können aber auch im Büro die tägliche Arbeit stark belasten und zu einem Risiko für die Gesundheit werden.

Deshalb ist der Schutz vor Hitze nicht nur eine Frage des Klimas, sondern auch eine gewerkschaftliche Frage. Gesundheitsschutz und sichere Arbeitsbedingungen müssen auch bei steigenden Temperaturen gewährleistet sein. 

Unter dem Motto «Keine 50-Grad-Sommer!» setzen wir gemeinsam ein Zeichen für wirksamen Klima- und Hitzeschutz und für den Schutz der Menschen, die besonders von den Folgen zunehmender Hitze betroffen sind.

syndicom ist bei zahlreichen Veranstaltungen in der ganzen Schweiz dabei: Sei auch du dabei und motiviere deine Kolleg:innen, mitzukommen!

  • Am 25. September in Biel, Baden, Bellinzona, Bern, Zug, Chur, Thun, Basel, Luzern, Zürich (Hier zur Einladung)
  • Am 2. Oktober in Neuenburg

Alle Infos: 50degres.ch

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