Als DevOps-Ingenieurin arbeite ich an der Schnittstelle zwischen der Softwareentwicklung (Development) und dem IT-Betrieb (Operations). Ich starte meinen Arbeitstag gerne mit einem Kaffee und einem kurzen Austausch mit meinen Kolleg:innen. Danach gehts los: Ich schaue, was es neu zu bearbeiten gibt aus dem «Daily Business», plane mit den Teamkolleg:innen Systemupdates, ­teste neue Geräte und Funktionen und wir prüfen, was wir noch optimieren können.

Natürlich arbeiten wir auch oft mit KI. Sie hat dabei in erster Linie eine unterstützende Funktion für uns, etwa als Protokollführerin bei Meetings. Neu setzen wir KI auch für unser Blue TV ein, wo sie die Untertitel generiert. So lässt sich beispielsweise die deutschsprachige Ausgabe der «Tagesschau» problemlos auch auf Italienisch und Französisch schauen. Seit ungefähr einem Jahr haben wir zudem einen selbstentwickelten Chatbot im Angebot, mit massgeschneiderten Lösungen für die Wünsche unserer Kundschaft.

Generell stehe ich KI positiv gegenüber, weil sie im Arbeitsalltag doch eine grosse Erleichterung ist. Sorgen bereitet mir die ganze Thematik rund um Deepfakes. Ich bin sicher, dass wir Menschen schon bald nicht mehr in der Lage sein werden, reale Videos und Bilder von KI-Fakes zu unterscheiden. Kinder und Jugendliche nehmen KI-Inhalte bereits heute oft für bare Münze, ohne sie zu hinterfragen. Da hoffe ich schon, dass wir den Rank noch finden und lernen, nicht einfach alles blind zu glauben.

Gewerkschaftliches Engagement ist mir wichtig.

Im beruflichen und privaten Umfeld bekomme ich seit Jahren immer wieder mit, dass Kolleg:innen aller Altersstufen von Stellenabbau betroffen sind. Einige fanden intern eine neue Stelle, andere mussten sich extern neu orientieren. Was mich stört, ist die fehlende Transparenz. Man bekommt auf dem Flur mit, dass in einer Abteilung Stellen abgebaut wurden, aber offiziell hört man nichts. Dies führt zu Angst und Unsicherheit bei den Mitarbeitenden.

Diese Entwicklungen sind für mich aber nicht der ausschlaggebende Punkt für mein Engagement. Ich finde es generell wichtig, dass auch wir Jüngeren uns gewerkschaftlich engagieren. Gemeinsam können wir eine starke Stimme sein. Damit nicht nur unsere Systeme Upgrades bekommen, sondern auch unsere Arbeitsbedingungen. Der Gesamtarbeitsvertrag zwischen Swisscom und syndicom gilt als einer der fortschrittlichsten der Schweiz. Das zeigt: es lohnt sich, sich einzubringen!

Michaela Schwestermann (41) wohnt in Düdingen und arbeitet in Bern als DevOps-Ingenieurin bei Swisscom, mit der syndicom einen Gesamtarbeitsvertrag verhandelt hat. An der diesjährigen Delegiertenversammlung von syndicom wurde Michaela Schwestermann neu in den Zentral­vorstand der ICT gewählt. In ihrer Freizeit ist sie oft in der Natur unterwegs, im Winter auf dem Snowboard, im Sommer am Wandern, auf dem Bike oder mit dem Standup-Paddle.

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