Konsultationsfrist läuft aus: Just-Eat-Kurier:innen wehren sich gegen Massenentlassung
Die Just-Eat-Kurier:innen organisieren sich weiter gegen die angekündigte Massenentlassung. Die Beschäftigten haben die Gewerkschaft syndicom ausdrücklich mit der Wahrung ihrer Rechte und Interessen mandatiert und halten an ihren Forderungen fest: Die Massenentlassung stoppen, direkte Anstellungen erhalten, ein faires Konsultationsverfahren ermöglichen und Verhandlungen mit deren gewerkschaftlichen Vertretung führen. syndicom verlangt von Just Eat und Randstad, die heute auslaufende Konsultation bis zum 30. November 2026 zu verlängern.
Konsultation darf keine Alibiübung sein
Just Eat will sein bisheriges Geschäftsmodell mit direkt angestellten Kurier:innen weitgehend aufgeben und auf Schein-Selbstständige und externe Subunternehmen setzen. Betroffen sind sowohl direkt bei Just Eat beschäftigte Kurier:innen als auch hunderte Temporärangestellte, die Randstad an Just Eat verleiht. Die von Just Eat und Randstad gesetzte Konsultationsfrist läuft bereits am 3. November aus. syndicom hält diese kurze Frist für unzureichend und hat dies beiden Unternehmen im Namen der Beschäftigten per Einschreiben mitgeteilt. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts muss eine Konsultation den Arbeitnehmenden ermöglichen, die Situation seriös zu analysieren und Vorschläge zur Vermeidung oder Beschränkung von Kündigungen einzubringen (BGE 123 III 176 E. 4c).
Kurier:innen wollen Vertretung durch ihre Gewerkschaft
Die Beschäftigten haben syndicom in repräsentativem Umfang ausdrücklich mit ihrer Interessenvertretung im Zusammenhang mit der angekündigten Massenentlassung mandatiert. Sie verlangen deshalb, dass syndicom vollumfänglich in das weitere Konsultationsverfahren einbezogen wird und Just Eat und Randstad entsprechende Verhandlungen aufnehmen. Die Beschäftigten halten an ihren Forderungen fest:
- Massenentlassung stoppen
- Geschäftsmodell mit direkten Anstellungen erhalten
- Faire und ernsthafte Konsultation der Belegschaft
- Verhandlungen auf Augenhöhe mit der Belegschaft und ihrer gewerkschaftlichen Vertretung
- Kantonsbehörden müssen endlich das geltende Recht wirksam durchsetzen und die illegalen Lieferfirmen stoppen
Das oberste Ziel bleibt, die Arbeitsplätze und direkten Anstellungen zu erhalten und Kündigungen abzuwenden. Dafür braucht es ein Konsultationsverfahren, das diesen Namen verdient.
Die Kurier:innen haben uns ein klares Mandat erteilt. Sie wollen keine Konsultation im Schnellverfahren, sondern eine reale Chance, Alternativen zur Massenentlassung einzubringen. Just Eat und Randstad müssen die Frist bis zum 30. November verlängern und mit den Beschäftigten sowie deren gewerkschaftlichen Vertretung verhandeln.
sagt Urs Zbinden, Zentralsekretär der Gewerkschaft syndicom.