Post Digital Health: Post hält trotz Konsultation am Stellenabbau fest
Das Konsultationsverfahren zum geplanten Ausstieg der Post aus dem elektronischen Patientendossier (EPD) ist abgeschlossen. Trotz konkreter Vorschläge von syndicom zum Erhalt von Arbeitsplätzen hält die Post am angekündigten Stellenabbau fest. syndicom fordert von der Post eine konsistente und nachhaltige Personal- und Digitalisierungsstrategie, welche Arbeitsplätze und Know-how sichert statt sie abzubauen. Und Bundesbern muss rasch vorwärts machen beim E-GD.
Menschliche Schicksale und Verlust von wertvollem Know-how
Bereits bei der Ankündigung Ende Juni kritisierte syndicom den Entscheid als verfrüht. Daran hat sich nichts geändert: Die Post baut Kompetenzen und Arbeitsplätze ab, obwohl die politischen Entscheide zur Zukunft des elektronischen Gesundheitsdossiers (E-GD) weiterhin ausstehen.
Dominik Dietrich, Co-Sektorleiter Logistik von syndicom, sagt:
Die Post zieht den Stellenabbau durch, obwohl die politischen Grundlagen für die künftige Ausrichtung noch gar nicht beschlossen sind.
Besonders unverständlich ist für syndicom, dass die Post hinsichtlich ihrer beabsichtigten Positionierung fürs E-GD mit den Entlassungen auf wertvolles Fachwissen verzichtet, obwohl das für ein mögliches Nachfolgeprojekt wieder benötigt würde. «Die Post baut heute Kompetenzen ab, die sie morgen wieder braucht. Das ist weder nachhaltig noch wirtschaftlich», so Dominik Dietrich.
Sozialplan und Unterstützungsleistungen für Betroffene
Für die Angestellten kommt der Sozialplan der Post CH AG zur Anwendung, nicht aber für die Angestellten der eigenständigen Tochtergesellschaft Post Sanela Health AG. Immerhin konnten für die Betroffenen der Sanela gewisse Unterstützungsleistungen erreicht werden (Laufbahnberatung, Abfindungen wenn keine Anschlusslösung besteht). Die unterschiedliche Behandlung der Beschäftigten innerhalb des Konzerns bleibt dennoch kritisch.
Der aktuelle Stellenabbau reiht sich aus Sicht von syndicom in eine Serie von Abbaumassnahmen innerhalb des Post-Konzerns ein. Die Gewerkschaft hält deshalb an ihrer Forderung nach einer langfristigen Personal- und Digitalisierungsstrategie fest, die Arbeitsplätze und Know-how sichert, statt sie abzubauen.