Smood kündigt Geschäftsaufgabe an: mehr als 400 Stellen bedroht
Mit der Einstellung von Smood sind schweizweit über 400 Stellen bedroht. syndicom verlangt sofortige Verhandlungen und fordert Migros auf, ihre soziale Verantwortung umfassend wahrzunehmen.
syndicom kämpft für den Erhalt der Arbeitsplätze
Die angekündigte Einstellung von Smood würde zu einem Abbau von schweizweit mehr als 400 Arbeitsplätzen in der Kurierbranche führen. Betroffen wären vor allem Kurierinnen und Kuriere mit tiefen Pensen. Für syndicom ist dieser Entscheid ein weiterer dramatischer Schritt in einer langen Reihe von Konkursen, Unternehmensschliessungen und Entlassungen für die Angestellten der Zustell- und Kurierbranche in der Schweiz.
Keine Rücksicht auf menschliche Schicksale
Neben dem Unternehmen Smood befindet sich eine ganze Branche im Niedergang. Nach Quickpac, Quickmail, DMC, notime und Familie Wiesner Gastronomie (FWG) wird Smood nun zum letzten Symbol eines Marktes, der sich extrem konsolidiert – auf Kosten der Arbeitnehmenden. Hinter den Zahlen geraten Existenzen von Menschen in prekären Lebenslagen ins Rutschen. Diese Kündigungen bringen Hunderte von Menschen, häufig ohne finanzielle Reserven, in eine unsichere Lage – in einem Arbeitsmarkt mit steigender Arbeitslosigkeit und ständigem Druck.
syndicom wird sich in den nächsten Phasen mit Nachdruck für die Interessen ihrer Mitglieder einsetzen und fordert, dass eine maximale Anzahl Stellen erhalten bleibt.
Urs Zbinden, Zentralsekretär der Gewerkschaft syndicom, erklärt:
Werden Entlassungen bestätigt, werden wir einen möglichst vorteilhaften Sozialplan fordern – mit substanziellen Abfindungen, Massnahmen für Umschulungen sowie einem Härtefallfonds. Als Eigentümerin von Smood muss Migros ihre soziale Verantwortung gegenüber den Smood-Angestellten wahrnehmen und interne oder externe Alternativen zur Entlassung anbieten.
Erstes Opfer der Uberisierung 2026: Smood
Für syndicom fügt sich die Einstellung von Smood in einem umfassenderen Kontext ein: Multinationale Plattformen, allen voran Uber, haben Geschäftsmodelle etabliert, die auf Scheinselbstständigkeit und dem Umgehen der Sozialversicherungen basieren. Dadurch wird der Liefermarkt nach und nach zerstört.
Urs Zbinden sagt: «Der Niedergang geht weiter: Die ersten Leidtragenden dieses Modells 2026 sind die Smood-Angestellten. Im November 2025 erst wurden rund hundert Kurierinnen und Kuriere von FWG entlassen. Die kantonalen Behörden müssen ihre Verantwortung wahrnehmen, um das geltende Recht durchzusetzen und die Uberisierung und Nichtzahlung der Sozialabgaben für die unterstellten Berufe zu stoppen.»
Mobilisierung der Zustellbranche
Als Gewerkschaft der Zustellbranche wird syndicom ihr Netzwerk aktivieren, damit die Unternehmen der Branche den Kolleg:innen, die nicht mehr bei Smood arbeiten wollen, Stellen anbieten.
«Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Kurierbranche die betroffenen Beschäftigten von Smood übernimmt. Das entbindet Migros und die Behörden aber nicht von ihrer Verantwortung», betont Urs Zbinden.
Heute Nachmittag werden in den betroffenen Sprachregionen erste Treffen der Gewerkschaft mit dem Personal stattfinden.