SGB Rentner:innen Tagung 2026
Wir sind bereit: Mobilisierung gegen die SVP-Chaosinitiative am 14. Juni
Zwei wichtige Themen standen an der Rentner:innentagung des SGB vom 27. März auf dem Programm: Der Stand der Dinge bei der Altersvorsorge und die Herausforderungen und Gefahren der SVP-Chaos-Initiative („10-Millionen-Schweiz“) in der Abstimmung vom 14. Juni.
Rolf Zimmermann, der Präsident der SGB-Rentner:innenkommission, wies bei der Eröffnung darauf hin, dass an der letzten Tagung 2023 die Kampagne für die 13. AHV-Rente lanciert worden war, die wir in der Abstimmung vom 3. März 2024 mit über 58 Prozent Ja-Stimmen gewinnen konnten. Gleichzeitig wurde eine Erhöhung des Rentenalters mit 75 Prozent der Stimmen abgelehnt. An diese Erfolge wollen wir am 14. Juni anknüpfen im Kampf gegen die SVP-Chaosinitiative, meinte Rolf Zimmermann.

Daniel Lampart, Co-Sekretariatsleiter des SGB, betonte, dass die Gewerkschaften diese Initiative nicht unterschätzen, denn zu sehr steckt noch die Niederlage 2014 bei der sogenannten Initiative gegen die Masseneinwanderung in den Knochen, die mit weniger als 20’000 Stimmen Unterschied angenommen worden war. Ein Ja am kommenden 14. Juni hätte schnell verheerende Auswirkungen, da der Bundesrat schon bei einer Bevölkerung von 9,5 Mio. Massnahmen ergreifen müsste (heute leben 9,2 Mio. Menschen in der Schweiz!). Würde die Bevölkerung vor 2050 auf 10 Mio. wachsen, müsste die Personenfreizügigkeit gekündigt werden, humanitäre Abkommen würden hinfällig, der Ausstieg aus den Bilateralen wäre unvermeidlich. In der Folge sänken Löhne und Renten, denn die Rentner:innen werden zunehmen und die Zahl der Aktiven zurückgehen. Jede und jeder kann selbst abschätzen, welcher Druck auf die Renten entstünde, wenn die Produktivität sinkt und das Verhältnis von Rentner:innen zu Aktiven fahrlässig verschlechtert würde. Das Chaos wäre programmiert. Und die Menschlichkeit im Umgang mit Migrant:innen bliebe als Erstes auf der Strecke – erwünscht wäre sicher keine Familien mit Kindern mehr!
Im ersten Teil hatte Gabriela Medici, die Co-Sekretariatsleiterin des SGB, einen Überblick über den Stand der Dinge bei der Altersvorsorge gegeben. Seit Anfang der 2000er-Jahre wurde immer klarer, dass wegen der Senkung der Umwandlungssätze in praktisch allen Pensionskassen in den kommenden Jahren die Rentenhöhe für viele Pensionierte immer mehr zum drängenden Problem würde. Darum ist die 13. AHV-Rente, die dieses Jahr das erste Mal ausbezahlt wird, so enorm wichtig. Ein demografisches Finanzierungsproblem hat die AHV entgegen bürgerliche Stimmungsmache bis mindestens 2040 nicht, sagt selbst der Bundesrat. Zu lösen ist aktuell nur die Zusatzfinanzierung für die 13. Rente, wobei es einfach und logisch wäre, wie schon bisher bei der AHV auf eine Mischfinanzierung (Lohnbeiträge, Mehrwertsteuer, Bundesbeitrag) zu setzen. Die Bürgerlichen im Parlament missachten jedoch den Volkswillen und sabotieren eine nachhaltige Finanzierung der 13. Rente – eine Frechheit sondergleichen! Zivilstandsunabhängige Renten, Rentenverbesserungen für Menschen mit tiefen Löhnen, Teuerungsausgleich auf Pensionskassenrenten und überhaupt das Wie-Weiter bei der zweiten Säule sind weitere aktuell anstehende Probleme in der Altersvorsorge.
Die Pensionierten helfen mit in der Kampagne beim Flyern und Überzeugen. Am 14. Juni bodigen wir gemeinsam die menschenfeindliche Chaosinitiative und dann packen wir mit frischem Elan weiteren Probleme an!
Roland Kreuzer