Die Mitarbeitenden von St-Paul Médias prangern das undemokratische Vorgehen der Geschäftsleitung an
Bern, 7. Juli 2026 | Die Belegschaft ist weiterhin entschlossen, sich gegen den Stellenabbau in den Publikationen und in den Marketingabteilungen der Gruppe St-Paul Mèdias zu wehren. Sie wendet sich nun direkt an den Verwaltungsrat der St-Paul-Gruppe.
Am Montag, dem 6. Juli 2026, erhielt die von syndicom und impressum unterstützte Delegation die Antwort der Geschäftsleitung auf den Vernehmlassungsbericht, den sie am 2. Juli eingereicht hatte. Darin wird bestätigt, dass der Abbau von 13,5 Vollzeitstellen nicht gerechtfertigt ist. Die Geschäftsleitung weigerte sich jedoch, ihre Rentabilitätsziele fundiert zu begründen, und legte zudem eine Stellungnahme zum Vernehmlassungsverfahren vor, die nicht der Realität entspricht.
Zur Erinnerung: Die Belegschaft aller Abteilungen des Unternehmens hatte sich am 2. Juli massiv mobilisiert, um ihre Delegation bei der Übergabe des Vernehmlassungsberichts zu unterstützen. Deren Feststellung ist eindeutig und stützt sich auf die vom Unternehmen vorgelegten Zahlen: Die angekündigten Entlassungen sind nicht gerechtfertigt. Die vom Verwaltungsrat auferlegten Rentabilitätsvorgaben wurden nicht überzeugend begründet, obwohl die Delegation dies gefordert hatte. Diese Ziele stossen daher derzeit nach wie vor auf Unverständnis und Widerstand seitens der Belegschaft und ihrer Delegation.
Konsultationsverfahren nachträglich entwertet
Dennoch hält die Geschäftsleitung an ihrer Strategie und ihrem Entschluss fest, 15 Personen (13,5 Vollzeitstellen) zu entlassen. Ebenso schwerwiegend ist, dass sie bei ihren Massnahmen eine Kommunikation verfolgt, die nicht der Realität entspricht. Tatsächlich wurde das Konsultationsverfahren erst am 16. Juni 2026 eröffnet. Dies geschah jedoch fast zwei Monate nach der Ankündigung vom 30. April, in der die Streichung von 18 Vollzeitstellen kommuniziert wurde. In der Zwischenzeit hat die Geschäftsleitung Änderungen bei den Ferienplänen vorgenommen, wodurch sie die Zahl der Entlassungen noch vor Beginn des Konsultationsverfahrens reduzieren konnte. Damit hat die Geschäftsleitung der Konsultationsphase ihre Bedeutung genommen, da ihre Entscheidung über 13,5 Vollzeitstellen bereits vor Eröffnung des Verfahrens gefallen war. Zudem hat sie verhindert, dass die Mitarbeitenden frühzeitig von den Strategien des Konzerns erfahren konnten und den Einsatz der Belegschaft unterbunden. Somit sieht sich die Belegschaft am Vorabend der Freiburger Sommerferien in die Enge getrieben, während der Verwaltungsrat ihr noch immer Erklärungen schuldig ist.
Verwaltungsrat bleibt Antworten schuldig
Tatsächlich sind die Anforderungen an das Betriebsergebnis unverhältnismäßig hoch, sodass das Unternehmen gezwungen ist, fast 10 % der Belegschaft abzubauen. „Mit weniger mehr erreichen, damit mehr verdienen. Wer kann an diese Strategie glauben?”, fragt Mathilde Matras, Regionalsekretärin für den Pressebereich bei syndicom. Obwohl die Delegation die Geschäftsleitung von St-Paul Médias mehrfach dazu befragt hat, weigert sie sich, genau anzugeben, wofür das erwartete Finanzergebnis verwendet werden soll. Dies macht die Rentabilitätsvorgabe noch unverständlicher.
Belegschaft und Gewerkschaften erhöhen Druck
Die Belegschaft bleibt hartnäckig: Der Verwaltungsrat schuldet ihr Erklärungen. In ihrer heutigen Medienmitteilung erklärt die Delegation: „Wir halten diese Rentabilitätsziele für zu theoretisch und zu ehrgeizig.” Der VR muss zunächst erklären, warum er solche Rentabilitätsanforderungen stellt, und anschließend darlegen, was er mit dem erwarteten Ergebnis zu tun gedenkt. Bleiben diese Forderungen unbeantwortet, werden die Personalorganisationen alle möglichen rechtlichen Mittel ausschöpfen: Es geht um den Erhalt der Arbeitsplätze in der Presse.
syndicom steht weiterhin an der Seite der Belegschaft und ihrer Delegation und arbeitet dabei eng mit dem Verband impressum zusammen.