Nach dem Verlust der Konzession und der angekündigten Massenentlassung befindet sich TeleBielingue derzeit im gesetzlich vorgeschriebenen Konsultationsverfahren. An der Personalversammlung vom Donnerstag, 2. April 2026 hat die Belegschaft syndicom einstimmig das Mandat erteilt, sie als Gewerkschaft im Verfahren zu vertreten und ihre Interessen entschlossen zu verteidigen. Gleichzeitig wurde mit der gewählten Personalkommission eine Delegation gebildet, die mit syndicom die weiteren Schritte unternimmt.

Fristerstreckung und Einblick in den Zustand des Unternehmens verlangt

Die von der Delegation verlangte Fristerstreckung auf Ende April hat die Unternehmensleitung am Mittwoch nun mit einer Verlängerung auf den 22. April beantwortet. Auch diese Frist dürfte kaum reichen, um das Konsultationsverfahren seriös durchzuführen. Die Delegation verlangt von der Unternehmensleitung eine Serie von Informationen und Einblick in den Zustand des Unternehmens sowie des Mutterhauses, um Alternativen zur Schliessung von TeleBielingue zu finden und um möglichst viele Stellen zu retten. Ziel ist es, der Personalkommission und der Gewerkschaft die notwendige Zeit zu verschaffen, um fundierte und substanzielle Vorschläge zur Vermeidung und Abfederung der Massenentlassung auszuarbeiten.

Stephanie Vonarburg, Leiterin Sektor Medien bei der Gewerkschaft syndicom, sagt dazu:

Ein Konsultationsverfahren von nur zwei Wochen wird der Tragweite dieser Massenentlassung nicht gerecht. Die Belegschaft braucht Zeit, um Alternativen zu prüfen und ihre berechtigten Anliegen seriös einzubringen.

Die Personaldelegation analysiert gemeinsam mit syndicom die zentralen Punkte, die der Geschäftsleitung im Rahmen der Konsultationsantwort übergeben werden sollen.

Massive Belastung für die Belegschaft

Die aktuelle Situation stellt für die Angestellten eine enorme Belastung dar. Über zwei Jahre herrschte Unsicherheit über die Zukunft von TeleBielingue und den Verlust der Konzession zugunsten von Canal B. Gleichzeitig wird von den Mitarbeitenden verlangt, ihre Arbeit ohne jegliche Einschränkungen bis Juni 2026 weiterzuführen.

Diese Doppelbelastung ist für viele schwer tragbar. Ohne Perspektive und unter massivem Druck weiterhin volle Leistungen zu erbringen, führt für die Belegschaft zu einer bald unzumutbaren Situation. Hier muss die Unternehmensleitung Hand bieten für Entlastung und Perspektiven in Bezug auf eine Weiterbeschäftigung und auffangende Massnahmen in einem fairen Sozialplan.

betont Vonarburg.

Von der angekündigten Massenentlassung sind rund 40 Angestellte und 16 regelmässig freie Medienschaffende betroffen.


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