Swisscom teilte heute mit, dass sie 2027 in Lissabon einen neuen Standort für Technologie- und Unternehmensdienstleistungen eröffnen will. Dort sollen zunächst rund 40 Mitarbeitende beschäftigt werden, mittelfristig ist ein Ausbau auf rund 200 Stellen vorgesehen. Mit Lissabon würde Swisscom neben Riga und Rotterdam bereits einen dritten Standort für entsprechende Dienstleistungen im Ausland betreiben. Gleichzeitig weist Swisscom für das erste Halbjahr 2026 einen höheren EBITDA sowie einen um 6,9 Prozent gestiegenen Reingewinn von 668 Millionen Franken aus. Dennoch wurde der Personalbestand in der Schweiz gegenüber dem Vorjahr um 5,4 Prozent reduziert. 

Bekenntnis zum Werkplatz Schweiz gefordert

Für syndicom sendet diese Entwicklung die falschen Signale. Während hochwertige Funktionen in den Bereichen IT, Softwareentwicklung und Finanzen im Ausland aufgebaut werden, werden in der Schweiz Stellen abgebaut. Sie stellt damit die Gewinnmaximierung über das öffentliche Interesse und gefährdet die Akzeptanz des Service public. Zudem schafft sie weitere, unnötige Abhängigkeiten, was gerade bei systemrelevanten Aufgaben fahrlässig ist. 

Swisscom ist ein hoch profitables und bundesnahes Unternehmen. Der Erfolg des Unternehmens basiert wesentlich auf dem Engagement der Beschäftigten in der Schweiz. Gerade deshalb erwartet syndicom von Swisscom ein klares Bekenntnis zum Werkplatz Schweiz und zu den Arbeitsplätzen hierzulande.

Strategie überdenken und in die Schweizer Beschäftigten investieren 

Swisscom begründet den Ausbau in Lissabon mit der Stärkung ihrer langfristigen Wettbewerbsfähigkeit. Ob die kurzfristigen Einsparungen durch niedrigere Löhne dann effektiv die höheren Koordinationskosten wiedergutmachen, kann man bezweifeln. Für die Gewerkschaft stellt sich jedoch die Frage, welche Verantwortung Swisscom gerade als bundesnaher Betrieb gegenüber dem Schweizer Werkplatz wahrnimmt, wenn gleichzeitig Arbeitsplätze und Kompetenzen zunehmend ins Ausland verlagert werden. syndicom fordert Swisscom auf, diese Strategie zu überdenken und verstärkt in qualifizierte Arbeitsplätze sowie langfristige Perspektiven für die Beschäftigten in der Schweiz zu investieren. 


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