comPlan: Alles, was du über die Pensionskasse von Swisscom wissen musst
Wenn du bei Swisscom oder einer ihrer Tochtergesellschaften arbeitest, bist du bei der Pensionskasse comPlan versichert. syndicom ist im Stiftungsrat, dem obersten Organ von comPlan, vertreten und setzt sich seit vielen Jahren erfolgreich für deine Interessen ein.
Der Zweck von comPlan
comPlan ist deine Pensionskasse, wenn du bei Swisscom oder einer ihrer
Tochtergesellschaften arbeitest.
Die Pensionskasse versichert dich gegen die wirtschaftlichen Folgen von Alter, Tod und Invalidität. Dazu bezweckt sie die obligatorische und weitergehende berufliche Vorsorge (2. Säule der Altersvorsorge). Sie ist also eine Sozialversicherung und soll dir im Alter zusammen mit der AHV eine gute Rente sichern.
Was macht der Stiftungsrat?
Der Stiftungsrat
- legt die Leistungsziele der Pensionskasse fest
- bestimmt den Umwandlungssatz
- legt die Anlagestrategie fest
- regelt die Geschäftsführung
- bestimmt über die jährliche Verzinsung der Guthaben der aktiv Versicherten
- entscheidet über die Verwendung von freien Mitteln
- bestimmt über eine allfällige Beteiligung der Rentner:innen.
syndicom ist Sozialpartnerin der Swisscom. Die Sozialpartnerschaft beruht auf drei Säulen:
- Wir verhandeln den Gesamtarbeitsvertrag (GAV).
- Wir verhandeln den Sozialplan (der bei Entlassungen aus betrieblichen Gründen greift).
- Wir sind im Stiftungsrat von comPlan, dem obersten Organ der Pensionskasse.
Wir sorgen für eine starke Stimme der Mitarbeiter:innen im Stiftungsrat.
Die Gewerkschaft im Stiftungsrat
Wir reden bei folgenden Beschlüssen des Stiftungsrats mit:
- Verzinsungsraster: Wie hoch und nach welchen Kriterien werden die
Altersguthaben verzinst? - Beteiligungsraster: Wie können Rentner:innen von Einmalzahlungen und
Teuerungsausgleichen profitieren? - Sanierungsraster: Wie kann der Deckungsgrad gehalten werden?
Du verstehst nur Bahnhof? Hier geht es zu unserem Glossar.
Deine Mitbestimmung bei comPlan
Im September 2026 finden die Wahlen für den Stiftungsrat von comPlan statt. Du kannst die Hälfte des Stiftungsrats, die Vertreter:innen der Arbeitnehmenden, selbst wählen.
Glossar berufliche Vorsorge (2. Säule)
Altersguthaben
Das Altersguthaben ist das angesparte Vorsorgekapital einer versicherten Person. Es wächst durch Beiträge von Arbeitnehmenden und Arbeitgeber sowie durch die Verzinsung.
Warum das wichtig ist: Im Swisscom-Konzern bezahlt die Arbeitgeberin rund 60% der Beiträge, die Mitarbeitenden rund 40%. Das wurde sozialpartnerschaftlich verhandelt und ist keine Selbstverständlichkeit.
Altersvorsorge
Die Altersvorsorge in der Schweiz beruht auf drei Säulen. Die AHV bildet die 1. Säule und soll die Existenz sichern. Die berufliche Vorsorge (2. Säule) ergänzt die AHV. Gemeinsam sollen sie die Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung ermöglichen. Die 3. Säule ist das freiwillige Sparen der Einzelnen ausserhalb der Sozialversicherungen.
Warum das wichtig ist: Die Altersvorsorge ist eine der grössten Errungenschaften der Gewerkschaften. Ohne Altersvorsorge müssten die allermeisten bis ins hohe Alter arbeiten. Oder sie würden verarmen, was vor 100 Jahren noch weit verbreitet war.
Altersrente
Die Altersrente ist die lebenslange monatliche Leistung nach der Pensionierung. Ihre Höhe hängt insbesondere vom angesparten Altersguthaben und vom Umwandlungssatz ab.
Warum das wichtig ist: Gute Altersrenten fallen nicht vom Himmel. Sie hängen von Leistungen, Finanzierung und Verzinsung (Anlageerfolg) der Pensionskasse ab – und somit von Entscheiden des Stiftungsrats.
Beitragsprimat
Beim Beitragsprimat ergibt sich die spätere Rente aus dem angesparten Kapital. Die meisten Pensionskassen – auch comPlan – funktionieren nach diesem Prinzip.
Warum das wichtig ist: Je höher der Lohn ist, desto höher wird bei der Pensionierung das angesparte Kapital sein. Deshalb fordert syndicom bei den jährlichen Lohnverhandlungen in der Regel eine Lohnsummenerhöhung und nicht Einmalzahlungen, die nicht versichert sind.
Deckungsgrad
Der Deckungsgrad zeigt das Verhältnis zwischen Vermögen und Verpflichtungen einer Pensionskasse. Ein Deckungsgrad von 100 % bedeutet: Die Kasse verfügt rechnerisch über genügend Mittel für ihre Verpflichtungen.
Warum das wichtig ist: Der Deckungsgrad beeinflusst den Spielraum für Leistungen und Verzinsung.
ESG / ESG-Wirkung
ESG steht für Umwelt (Environmental), Soziales (Social) und gute Unternehmens- bzw. Staatsführung (Governance). Immer wichtiger wird nicht nur, wie investiert wird, sondern welche reale Wirkung Anlagen erzielen – etwa beim Klima, bei Menschenrechten oder Arbeitsbedingungen.
Warum das wichtig ist: Die Pensionskassenvermögen in der Schweiz belaufen sich auf rund 1’200 Milliarden Franken. Mit diesem Kapital soll nicht Schaden angerichtet werden. Sondern es gilt unsere Verantwortung wahrzunehmen für den Schutz des Klimas und der Menschenrechte.
Freie Mittel
Freie Mittel sind dann gegeben, wenn nach vollständiger Deckung der versicherungstechnischen Verpflichtungen sowie nach dem Bilden der erforderlichen Reserven (insbesondere der Wertschwankungsreserve) ein Überschuss an Vorsorgevermögen verbleibt.
Warum das wichtig ist: Wenn die Schwelle zu den freien Mitteln erreicht wird, können zum Beispiel auch die Pensionierten am Erfolg von comPlan beteiligt werden (mit einem allfälligen Teuerungsausgleich).
Frühpensionierung
Von Frühpensionierung spricht man, wenn jemand vor dem ordentlichen Pensionierungsalter in Rente geht. Weil weniger lange Beiträge bezahlt werden und die Rente länger ausbezahlt wird, führt dies häufig zu Rentenkürzungen.
Warum das wichtig ist: Dank der Überbrückungsrente, die Swisscom bis zum ordentlichen AHV-Bezug gewährt, ist vielen Mitarbeitenden von Swisscom und ihren Tochtergesellschaften die Frühpensionierung möglich. 2018 wollte Swisscom die Überbrückungsrente streichen. syndicom hat sich erfolgreich dagegen zur Wehr gesetzt.
Kapitalanlagen
Pensionskassen investieren das Vorsorgevermögen diversifiziert, etwa in Aktien, Anleihen oder Immobilienstiftungen. Ziel sind langfristige Erträge bei vertretbaren Risiken.
Warum das wichtig ist: Anlageentscheide beeinflussen Rendite, Kosten, Nachhaltigkeit und letztlich die Leistungen.
Kapitalbezug
Bei der Pensionierung kann ein Teil oder das ganze Altersguthaben als Kapital bezogen werden. Wer Kapital bezieht, erhält entsprechend eine tiefere oder keine Rente.
Warum das wichtig ist: Ob man das Altersguthaben als Kapital oder als Rente bezieht, ist einer der wichtigsten Entscheide im Leben. Die Pensionierungsberater:innen von syndicom zeigen Mitarbeitenden von Swisscom und ihren Tochtergesellschaften kompetent und kostenlos auf, worauf bei diesem Entscheid zu achten ist.
Koordinationsabzug
Der Koordinationsabzug berücksichtigt die Leistungen der AHV und reduziert den versicherten Lohn in der 2. Säule. Der Koordinationsabzug benachteiligt Arbeitende mit tieferen Einkommen und Teilzeitbeschäftigte, da ihr versicherter Lohn überproportional eingeschränkt wird.
Warum das wichtig ist: comPlan verzichtet auf den Koordinationsabzug, was für alle Versicherten zu höheren Leistungen führt.
Pensionskasse
Die Pensionskasse organisiert die berufliche Vorsorge. Sie verwaltet Beiträge, investiert Vorsorgegelder und bezahlt Leistungen bei Alter, Invalidität und Tod.
Warum das wichtig ist: Die AHV ist eine Errungenschaft der Gewerkschaften. Das heutige Pensionskassensystem ist eine Errungenschaft der Sozialpartnerschaft und des schweizerischen Kompromissmodells. Ohne Pensionskassen wäre die Altersarmut weit verbreitet (wie zu Zeiten unserer Urgrosseltern).
Rendite
Die Rendite ist der Ertrag auf den Kapitalanlagen einer Pensionskasse. Langfristig gute Renditen stärken Finanzierung und Leistungen.
Warum das wichtig ist: Entscheidend ist nicht nur die Rendite, welche die Basis für die Verzinsung der Altersguthaben bildet, sondern auch, welche Risiken und Kosten dafür eingegangen werden. Hinzu kommen ESG-Kriterien.
Risikoprämie
Mit der Risikoprämie werden Leistungen bei Invalidität und Tod finanziert. Die Höhe der Risikoprämie ist u.a. abhängig von den Risiken der jeweiligen Branche.
Warum das wichtig ist: comPlan ist eine Vorsorgeeinrichtung, die auch bei den Risiken Invalidität und Tod die Aufgaben einer Sozialversicherung übernimmt. Im Vergleich z.B. zu grossen Versicherungskonzernen erhebt comPlan deutlich tiefere Risikoprämien.
Sanierung
Gerät eine Pensionskasse finanziell signifikant in Unterdeckung, können Sanierungsmassnahmen nötig werden. Dazu gehören etwa eine tiefere Verzinsung, Zusatzbeiträge oder Beiträge der Arbeitgeberseite.
Warum das wichtig ist: Wer die Lasten einer Sanierung trägt, ist eine zentrale Frage von Fairness und Sozialpartnerschaft.
Sozialpartnerschaft
Sozialpartnerschaft bedeutet, dass Arbeitnehmende und Arbeitgeber wichtige Fragen gemeinsam regeln. In der beruflichen Vorsorge zeigt sich dies unter anderem in der paritätischen Zusammensetzung des Stiftungsrats und an der gewerkschaftlichen Vertretung im Stiftungsrat. Diese bilden das Fundament für die paritätische Führung der Pensionskasse.
Warum das wichtig ist: Swisscom will den Stiftungsrat verkleinern und die gewerkschaftliche Vertretung von 2 auf 1 reduzieren. Hintergrund: So könnten gewerkschaftliche Errungenschaften wir die Überbrückungsrente in Frage gestellt werden, nur damit Swisscom Kosten senken kann.
Stiftungsrat
Der Stiftungsrat ist das oberste Organ einer Pensionskasse. Er entscheidet über zentrale Fragen wie Leistungen, Finanzierung, Anlagestrategie oder Reglemente. Arbeitnehmendenvertretungen spielen dabei eine wichtige Rolle, weil die paritätische Führung gesetzlich verankert ist.
Warum das wichtig ist: Stiftungsratswahlen beeinflussen direkt die Zukunft der Pensionskasse und ihrer Versicherten.
Technischer Zinssatz
Der technische Zinssatz ist eine versicherungstechnische Annahme über die langfristig erzielbaren Erträge einer Pensionskasse. Er beeinflusst unter anderem die Bewertung der Verpflichtungen und die Finanzierung von Renten.
Warum das wichtig ist: Die Höhe des technischen Zinssatzes ist kein Expertenentscheid, sondern ist abhängig von Einschätzungen der Stiftungsratsmitglieder.
Teilpensionierung
Bei einer Teilpensionierung wird die Erwerbstätigkeit schrittweise reduziert statt abrupt beendet. Flexible Modelle können den Übergang in die Pension erleichtern.
Warum das wichtig ist: syndicom hat mit Swisscom befristete Teilpensionierungsmodelle verhandelt. Bei den anstehenden GAV-Verhandlungen gilt es, diese Modelle zu sichern und weiterzuentwickeln.
Todesfallleistungen
Todesfallleistungen sind Leistungen an Hinterbliebene, etwa Ehepartner:innen, eingetragene Partner:innen oder an weitere begünstigte Personen.
Warum das wichtig ist: Ohne Todesfallleistungen droht Hinterbliebenen sozialer Abstieg und Armut.
Umwandlungssatz
Der Umwandlungssatz bestimmt, wie aus dem angesparten Altersguthaben eine jährliche Altersrente berechnet wird. Ein tieferer Umwandlungssatz führt bei gleichem Kapital zu tieferen Renten.
Warum das wichtig ist: Der Umwandlungssatz gehört zu den wichtigsten Stellschrauben für die Höhe der Altersrenten und wird im Stiftungsrat beschlossen.
Überobligatorium
Als Überobligatorium bezeichnet man Leistungen, die über die gesetzlichen BVG-Mindestleistungen hinausgehen. Bei comPlan sind z.B. auch höhere Löhne vollumfänglich versichert.
Warum das wichtig ist: Wenn auch Kader mit top Löhnen vollumfänglich bei comPlan versichert sind, stärkt das ihre Loyalität zur Swisscom-Pensionskasse.
Versicherter Lohn
Der versicherte Lohn ist jener Teil des Einkommens, der in der Pensionskasse versichert wird. Von ihm hängen Beiträge und spätere Leistungen ab.
Warum das wichtig ist: syndicom setzt sich in der Sozialpartnerschaft mit Swisscom bei den jährlichen Lohnverhandlungen immer für versicherte Lohnerhöhungen ein, nicht für Einmalzahlungen.
Verzinsung
Die Verzinsung bestimmt, mit welchem Zinssatz das Altersguthaben wächst. Eine gute Verzinsung stärkt das Vorsorgekapital und damit die spätere Altersrente.
Warum das wichtig ist: Dank der stabilen finanziellen Lage von comPlan (hoher Deckungsgrad und überdurchschnittliche Rendite) konnte der Stiftungsrat in den letzten Jahren eine hohe Verzinsung beschliessen.
Wertschwankungsreserve
Wertschwankungsreserven sind finanzielle Puffer für schlechte Börsenjahre oder Marktverwerfungen. Sie helfen einer Pensionskasse, Schwankungen an den Finanzmärkten aufzufangen.
Warum das wichtig ist: Ohne ausreichende Reserven können Krisen schneller zu Unterdeckungen oder Druck auf die Leistungen führen.