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400 demonstrieren gegen Stellenabbau bei Tamedia Romandie

Restrukturierung bei Tamedia Suisse Romande:
Zwei grosse Demonstrationen fordern Verzicht auf Entlassungen

© Yves Sancey/syndicom

Gegen 400 Personen haben heute in Lausanne und Genf gegen die bei Tamedia angekündigten Entlassungen protestiert. Die praktisch vollzähligen Redaktionen von 24heures und Tribune de Genève wurden von den Kolleginnen und Kollegen der anderen Titel, von Politikern und von Persönlichkeiten der Zivilgesellschaft unterstützt.

Bilder zur Demonstration

syndicom und impressum verurteilen die Demontage der regionalen Presse. Der Entscheid, 24 Personen zu entlassen, ist umso schockierender und inakzeptabler, als Tamedia seit Jahren substantielle Gewinne macht (2015: 334 Millionen).
 
Das Zürcher Unternehmen Tamedia wird an seine soziale, wirtschaftliche und kulturelle Verantwortung erinnert. Diese Massenentlassung gefährden die Qualität der Information in der Westscheizer Presse.
 
Die betroffenen Redaktionen waren die letzten Jahre bereits von mehreren Restrukturierungen, Sparmassnahmen und stetem Stellenabbau betroffen. Schon jetzt arbeiten sie unter starken Druck. Ein weiterer Abbau könnte die beiden wichtigen Westschweizer Regionalmedien ersticken.

Nur starke und mit genügend Personal ausgestattete Redaktionen können die Qualität der Information weiterhin garantieren.

© Jean-Patrick Di Silvestro

syndicom und impressum fordern Tamedia auf, bei den Zeitungen 24Heures und Tribune de Genève auf Entlassungen und Budgetkürzungen zu verzichten. Dieses Sparvorhaben auf dem Rücken zweier wichtiger Redaktionen der Region ist unnötig und schadet dem ganzen Konzern. Die Gewerkschaft und der Berufsverband der JournalistInnen unterstützen die betroffenen Redaktionen in ihren Forderungen und verweise auf die Medienmitteilungen, welche die Redaktionen separat verschicken. Wir stehen den betroffenen Journalistinnen und Journalisten zur Seite.

Tamedia als Totengräberin?

Rede der VertreterInnen von syndicom am 27. September 2016 vor der Tour Edipresse in Lausanne und vor dem Gebäude der Tribune de Genève in Genf.

Der Stellenabbau ist besiegelt: Bei der Tribune de Genève sind 8 Personen betroffen, bei 24 heures werden 16 entlassen! Das sind 24 Kolleginnen und Kollegen, die der Rentabilität zum Opfer fallen. Dazu kommen 4 natürliche Abgänge durch Frühpensionierungen. Dieser Entscheid ist einer Mediengruppe unwürdig, die finanziell auf gesunden Füssen steht.

Zur Erinnerung: 2015 schrieb Tamedia einen Rekordgewinn von 334 Millionen Franken. Auch wenn es den Printmedien schlecht geht – Tamedia ist topfit! Anstatt in die Titel zu investieren, denen sie ihren Wohlstand verdankt, zieht es der Konzern vor, das Salär des CEO Christoph Tonini von 3 auf 6 Millionen Franken zu verdoppeln. Und danach Restrukturierungspläne anzukündigen, die die Regionalpresse gefährden.

Regionaljournalismus braucht Menschen vor Ort
Die wichtigen Informationen einer Region finden sich im Kontakt mit den regionalen Akteuren, vor Ort. Das wird durch diesen massiven Stellenabbau in der Romandie gefährdet. Wenn die Lokaljournalisten fehlen – wer berichtet dann über Politik, Wirtschaft und Kultur einer Region? Wie können die Bürgerinnen und Bürger informiert werden, wenn die Redaktionen schrumpfen? Das ist eine grundlegende Frage, letztlich geht es um die Demokratie. Dieser Kampf ist auch unser Kampf.


syndicom ruft Tamedia in Erinnerung, dass sie eine Verlegerin ist und nicht ein x-beliebiges Geschäft betreibt. Tamedia hat eine soziale Verantwortung und soll diese auch wahrnehmen! Diese Restrukturierung ist nicht die erste, aber sie ist der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Ein weiterer Abbau in den Redaktionen bedeutet, diese auszuhöhlen. Ein Eigengoal also! Es sei denn, die rein auf die Finanzen ausgerichtete Logik von Tamedia ziele nur darauf ab, ihre Printtitel loszuwerden.

© Thierry Porchet


Wir sagen NEIN zu diesem weiteren Stellenabbau des Zürcher Medienkonzerns!

Tamedia darf die Regionalpresse nicht in Gefahr bringen. Deshalb: Kämpfen wir an der Seite der Journalistinnen und Journalisten und des gesamten Personals von Tamedia und unterstützen wir sie! Mobilisieren wir uns an ihrer Seite und verteidigen wir die Arbeitsplätze, die Vielfalt und die Freiheit der Presse!
Damit Tamedia nicht zur «Totengräberin der Zeitungen» wird!


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