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«Auch wir leisten unseren Beitrag»

Fünfzehn Menschen, acht Nationalitäten, drei Kontinente: Am 5. und 6. April traf sich die halbe Welt im Zürcher Volkshaus, um die bisherige migra­tions­politische Arbeit von syndicom zu evaluieren und Weichen für die Zukunft zuhanden der Migrationskonferenz vom 29. Juni zu stellen. 


Als syndicom Ende 2010 geboren wurde, stand die Interessengruppe Migration vor einer gewaltigen Herausforderung. Die IG Migration «erbte» syndicom von der comedia. Bis anhin hatte bei der Gewerkschaft Kommunikation keine institutionalisierte Migrationsarbeit stattgefunden. Menschen mit Migrationshintergrund waren weder in den Gremien des Gesamtverbandes noch in den Sektionen verankert. Dazu kommt, dass die jetzige IG Migration mit der IG Freischaffende und der IG Pensionierte über die kleinsten Ressourcen aller syndicom-Gremien verfügt.

Kleine Brötchen backen: Diese Devise hat sich in der ersten Aufbauphase bewährt. Nach knapp drei Jahren können wir der Migrationskonferenz vom 29. Juni eine durchmischte Migrationskommission zur Wahl empfehlen, in der alle Sektoren, alle Grossregionen und neun Nationalitäten vertreten sind: Sowohl die Frauen- wie auch die Jugendquote haben wir vor etlichen Gremien erreicht, die über bedeutend mehr Ressourcen und seit Jahrzehnten funktionierende Strukturen verfügen. Doch das ist noch nicht alles: Wir können drei funktionierende Pilotprojekte in den Regionen Bern und Zürich sowie im Verteilzentrum der Post in Härkingen vorweisen (siehe syndicom-Zeitung vom 9. September 2011). Das hat Auswirkungen auf den Gesamtverband: Der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund an den gesamten Neueintritten beträgt heute bereits mehr als 25 Prozent.

Die Erfolge der ersten Legislaturperiode bedeuten freilich nicht, dass wir bereits am Ziel unserer Bestrebungen angelangt sind. In einem intensiven Prozess, der mit der Zukunftskonferenz im Juni 2012 angefangen hat (siehe Ausgabe vom 13. Juni 2012), erarbeitete die Migrationskommission ein Leitbild Migration für den Gesamtverband und leitete daraus Ziele für die nächste Legislatur ab.

Kein Grund zum Ausruhen

Die mit den Pilotprojekten eingeleitete Regionalisierung wollen wir vorantreiben, die spezifische Weiterbildung für Mitglieder mit Migrationshintergrund ausbauen und in Gesamtarbeitsverträgen verankern, neue Kurse für Mitglieder und Personal schaffen sowie vermehrt Informationen in verschiedenen Sprachen zur Verfügung stellen. Somit will die Migrationskommission dafür sorgen, dass Menschen mit Migrationshintergrund bei syndicom nicht nur wahrgenommen, sondern auch befähigt werden, die Politik von syndicom aktiv mitzubestimmen. Eines hat unsere Analyse ganz klar gezeigt: Mit den vorhandenen Ressourcen ist ein weiteres Wachstum dieses zukunftsweisenden Gremiums nicht möglich. Zu reden gab auch die unklare Rolle der Ansprechpersonen in den Regionalsekretariaten. Diese sind für den regionalen Aufbau von zentraler Bedeutung und müssen in dieser Arbeit gestärkt werden.

* Salvatore Pittà ist Präsident der Migrationskommission und ZV-Mitglied.

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