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Ausbeutung am Fliessband

Rund die Hälfte aller Handys wird in China hergestellt. Seitdem dort die Lohnkosten steigen, wird vermehrt auch in anderen asiatischen Ländern wie Vietnam oder Indien produziert. Die Arbeitsbedingungen sind typischerweise prekär.

Die regulären Arbeitszeiten in der asiatischen Elektronikindustrie liegen bei Herstellern wie Foxconn zwischen acht und elf Stunden pro Tag, an sechs Tagen pro Woche. Hinzu kommen zahlreiche Überstunden. Diese werden entweder angeordnet, oder die Angestellten melden sich «freiwillig», weil der Grundlohn nicht zum Überleben reicht. Bei Hochbetrieb müssen Beschäftigte auf ihre freien Tage verzichten und über elf Stunden pro Tag arbeiten. Vom sowieso schon kläglichen Lohn werden Unterkunft (enge Schlafsäle mit bis zu zwölf Betten) und Verpflegung abgezogen. Wer Fehler macht, Regeln missachtet oder bei der Arbeit einschläft, wird gebüsst, genauso wie jemand, der krankheitshalber ausfällt.

Repressive Arbeitsbedingungen

Die monotone Arbeit am Fliessband ist mit vielen Restriktionen verbunden: Sprechen ist verboten, und wer zur Toilette muss oder Wasser trinken will, braucht die Erlaubnis des Vorgesetzten. Pausen sind kurz und werden zum Teil willkürlich gestrichen. Bevorzugt eingestellt werden junge, unverheiratete Frauen – in China häufig Wanderarbeiterinnen –, da sie bereit sind, zu niedrigsten Löhnen zu arbeiten. Gewerkschaften werden – wenn es überhaupt welche gibt – oft vom Management der Firma kontrolliert, oder ihre Rechte werden wie in China mit staatlichen Gesetzen beschnitten. Setzen sich die Beschäftigten für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen ein, droht ihnen die Entlassung.

Gesundheitsrisiken

Bei der Herstellung von Handys werden diverse giftige Chemikalien eingesetzt. Die ArbeiterInnen sind den gefährlichen Stoffen oft schutzlos ausgeliefert, da angemessene Kleidung und Sicherheitstrainings fehlen. Folgen des häufigen Kontakts mit den Chemikalien sind Haut- und Atemwegserkrankungen, Leberschäden oder Krebs. Bei Schwangeren kann es zu Fehlgeburten oder Schädigungen der Kinder kommen. Auch die monotonen Bewegungsabläufe, schlechte Belüftung und der Lärm führen zu Beschwerden. Durch die überlangen Arbeitszeiten und den hohen Leistungsdruck ist die Gefahr von Unfällen gross.

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