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Die letzte Branchenkonferenz mit Danièle Lenzin

Die jährliche Konferenz der Branche Buch und Medienhandel fand am am 10. November in Olten im Hotel Amaris statt. Berichtet wurde über die angelaufenen GAV-Verhandlungen und den bevorstehenden Kongress.

Die Fusion von Orell-Füssli und Thalia («OFT») wurde am 1. Oktober operativ. Tristan Pfaffen berichtete als Mitglied der paritätischen Kommission SBVV/syndicom über die Diskussionen rund um den GAV. Die paritätische Kommission habe entschieden, nicht den GAV an sich, sondern nur die Zusatzvereinbarungen für Grossbetriebe neu zu verhandeln. Unterdessen haben sich die Verhandlungsdelegationen dreimal getroffen. Über deren Inhalt könne er nichts sagen, Stillschweigen wurde vereinbart. Pfaffen sagte aber, dass die letzte Runde «vielversprechend» gewesen und er «zuversichtlich» sei, dass das neue Unternehmen, in dem rund 1000 Personen arbeiten, den GAV unterzeichnen werde. Nicht zuletzt helfe auch der Druck der Angestellten von OFT: nicht nur die BuchhändlerInnen, auch die FilialleiterInnen wollen den GAV. Weiter informierte Pfaffen über die Lohnverhandlungen.

E-Book-Reader am Kongress
Perplex nahmen die anwesenden BuchhändlerInnen zur Kenntnis, dass die Kongressdelegierten als Geschenk einen E-Reader erhalten, auf dem die Abstimmungsunterlagen gespeichert sind. «Wir waren uns in der Geschäftsleitung bewusst, dass nicht alle dieses Geschenk toll finden, schon gar nicht alle BuchhändlerInnen», räumte Branchenleiterin Danièle Lenzin ein. Die Mienen der BuchhändlerInnen erhellten sich wieder, als sie erfuhren, dass der E-Reader von kleinen und unabhängigen Buchhandlungen vertrieben wird. Weiter informierte Lenzin über die vielen Kongressanträge, die Beitragsharmonisierung und das Hauptthema «Soziale Sicherheit». Zu reden gab der Antrag, der die Geschlechterquote aufweichen will. «Das», so eine Buchhändlerin, «wäre ein klarer Rückschritt».

Eva Bachofner, Präsidentin des Branchenvorstands Buch und Medienhandel, rief in Erinnerung, dass die vielen Referenden gegen eine Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten, die syndicom und die anderen Gewerkschaften in den letzten Jahren ergriffen hatten, mit einer Ausnahme alle gewonnen wurden: «Nur bei der Tankstellenvorlage (‹Bratwürste legalisieren›) konnten wir die StimmbürgerInnen nicht überzeugen, dass es um mehr als eine Sortimentsfrage gegangen ist.» Bachofner zeigte auch überzeugend auf, dass weitere Vorlagen in der Pipeline sind: «Das Thema wird uns verfolgen.»

Abschied von der Branchenleiterin

Danach ging es ins Restaurant Flügelrad, wo Danièle Lenzin, die 14 Jahre lang die Branche geleitet hat, verabschiedet wurde. Eva Bachofner hielt eine bewegende wie bewegte Laudatio auf die zurücktretende Branchenleiterin. Sie habe die Frauen konsequent gefördert, sei es im Apparat oder in der Miliz. Bachofner erinnerte sich, wie viel man von der Co-Präsidentin gelernt habe: «Für mich und viele Mitstreiterinnen war sie ein Vorbild.»

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