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Die Schrift als Sprengstoff

Der Tag der Typografie findet dieses Jahr in enger Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum Basel statt. Dieses widmet derzeit dem Humanisten und Theologen Erasmus von Rotterdam eine Ausstellung. Anlass ist das 500-Jahr-Jubiläum der Erasmus-Edition des griechischen Neuen Testaments. 

Basel spielte im Leben des Erasmus eine zentrale Rolle. Insgesamt über zehn Jahre verbrachte er am Rheinknie. Das Museum für Geschichte am Barfüsserplatz wirft jetzt wieder einmal ein Schlaglicht auf sein Leben und Werk. Anlass zum multimedialen Projekt «Erasmus MMXVI – Schrift als Sprengstoff» (www.hmb.ch/erasmus) ist die 1516 in Basel gedruckte Erasmus-Edition des griechischen Neuen Testaments. Dieses Werk beförderte die Reformation und gilt als Meilenstein der Basler Buchdruckgeschichte. Ein besonderes Augenmerk kommt der Ästhetik seiner Schriften zu. Denn die typo­grafische Gestaltung seiner Werke war Erasmus sehr wichtig, weshalb auch eigens für diese Ausstellung eine neue Schrift entwickelt worden ist.

Tag der Typografie: Lernen aus der Geschichte

Hierzu hat das HMB einen Typo­gra­fie-Wettbewerb durchgeführt, den Katharina Wolff von der Schule für Gestaltung in Basel gewonnen hat. In ihrem Referat «Eine neue Schrift für Erasmus MMXVI» wird sie am Tag der Typografie darüber berichten, wie sie, ausgehend vom typografischen Erbe Italiens, eine humanistische Schrift neuer Ausprägung entworfen hat. Der Kursivschnitt von Wolffs Schrift fängt Dynamik und Rhythmus der persönlichen Handschrift des Erasmus ein. Sie kann auf der HMB-Webseite heruntergeladen werden.

Am 17. September treffen sich die Kreativen aus Grafikdesign und Typografie im Rahmen dieser Ausstellung zum diesjährigen Tag der Typografie. Schon seit 1989 organisiert syndicom jedes Jahr diese hochkarätige Fachtagung und holt nebst natio­nalen GestalterInnen auch internationale Grössen in die Schweiz, die über die Innovationen in der Branche referieren. Für syndicom-Regionalsekretärin Stefanie Fürst, die das Programm zusammengestellt hat, ist die Zusammenarbeit mit dem HMB ein Glücksfall.

Am Vormittag werden neben Katharina Wolff auch Marcel Henry (Kurator der Ausstellung), Alexandre Vanautgaerden (Direktor Bibliothèque de Genève) und Ueli Kaufmann (Schriftgestalter und Grafiker) sich in ihren Referaten mit der Schrift von Erasmus auseinandersetzen.Am Nachmittag dürfen in den drei Workshops dann auch die Teilnehmenden aktiv werden.

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