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Ein Schiedsrichter für die Sicherheit

80 cablex-Mitarbeitende haben sich vom Sicherheitsmanager der Swisscom über Arbeits-sicherheit und Gesundheitsschutz informieren lassen. Dass der Sicherheitsmanager gleichzeitig ein bekannter Fussball-Schiedsrichter ist, verleiht seiner Arbeit einen besonderen Anstrich.

«Wenn ich Baustellen besuche, befinde ich mich in der Rolle eines Gewerkschafters», beschrieb Carlo Bertolini einen Teil seiner Arbeit bei Swisscom als senior Security Manager. Auf Baustellen achtet er auf die Einhaltung der Sicherheitsgesetze und kontrolliert, ob die Arbeiterinnen und Arbeiter alle sicherheitsrelevanten Materialen dabei haben, die sie benötigen. «Was kostet das Tragen einer Schutzbrille?», fragt Bertolini rhetorisch und mahnt, dass der Verlust eines Auges einen Invaliditätsgrad von 20% bedeute.


Mit vielen konkreten Beispielen zeigte Bertolini auf, wie wichtig und wie einfach Schutzmassnahmen seien. Oft werde aber auf ausreichenden Schutz verzichtet, manchmal grob fahrlässig. Kein Pardon kenne er, wenn es um das Tragen von Sicherheitsschuhen gehe. «Wenn ein Subunternehmer von Swisscom nicht einsehen will, dass er Sicherheitsschuhe in jedem Fall zu bezahlen hat, melde ich ihn dem Arbeitsinspektorat, Punkt.» Klare Worte, wie man sie von einem Sicherheitsmanager erwartet, der privat einer der profiliertesten Schweizer Fussball-Schiedsrichter ist.

Viel zu reden gaben in der anschliessenden Diskussion die seit vielen Jahren ausbleibenden Blei-Untersuchungen, fehlende Winter- und Bergtauglichkeit von Geschäftsfahrzeugen, tödliche Stromspannungen und Gaskonzentrationen in Kabelschächten. Wie auf dem Spielfeld hat Bertolini vieles auf kleinen Zetteln notiert. Unbestätigten Gerüchten zufolge habe er im Anschluss an die Versammlung bei cablex mehrere gelbe Karten verteilt.

cablex-Monteure mit Landi-Schildern?

syndicom-Zentralsekretär Daniel Münger schilderte, dass er den Willen von cablex spüre, sich vorbehaltlos an den GAV zu halten und die Arbeitsbedingungen zu verbessern. An den Rückmeldungen der Kollegen – Kolleginnen waren keine im Saal – zeigte sich jedoch, dass besonders in Zürich noch einiges im Argen liegt. So warten die Kollegen dort immer noch auf neue Überkleider – zwei Monate, nachdem sie ihnen versprochen worden sind. «Die sollen uns doch zu Landi zum Einkaufen schicken, dann sehen wir auch wieder alle gleich aus», frotzelte ein Kollege.

Neben den Überkleidern sind auch die Spesen ein Dauerthema bei cablex. «Es gibt kein neues Spesenreglement – und das aktuelle Reglement gilt in der ganzen Schweiz», machte Münger klar. Gespart wird bei cablex auch bei den Löhnen, besonders bei Neuanstellungen. Austritte von langjährigen Mitarbeitern seien aber nicht nur auf Materielles zurückzuführen, sondern auch auf die fehlende Wertschätzung und den rüden Umgangston eines Teils des mittleren Kaders. «Hätte cablex qualifiziertere Führungskräfte, müssten wir nicht an jeder Konferenz dieselben Missstände bemängeln», brachte es ein sichtlich verärgerter langjähriger cablex-Mitarbeiter auf den Punkt.

Franz Schori, Fachsekretär Telecom/IT

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