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Ein überfälliges Signal zur Förderung der höheren Berufsbildung

Massnahmen zur Stärkung der Berufsbildung

Der Bundesrat hat heute seine Absicht bekanntgegeben, die Berufsbildung zu stärken. Er will insbesondere Gelder freigeben zur finanziellen Entlastung von Personen, die sich auf eidgenössische Berufsexamen (Eidgenössische Fachausweise, Diplome) vorbereiten. Er will zudem für eine bessere Vergleichbarkeit und Anerkennung der höheren Berufsbildungsabschlüsse im In- und Ausland sorgen.


Aus Sicht des SGB ist es höchste Zeit, dass der Bundesrat in diesen Fragen tätig wird. Bereits 2009 hatte der SGB gefordert, dass der Bund „Bildungsgutscheine“ einführt, die es jungen Menschen nach Abschluss ihrer Berufslehre erlauben, ihre Berufsausbildung ohne exzessive Kostenfolgen weiterzuführen. Es brauchte mehr als fünf Jahre Gespräche und Verhandlungen, damit sich die Sozialpartner, der Bund und die Kantone auf ein Finanzierungskonzept einigen konnten: Künftig soll allen Personen, die sich auf Berufsexamen vorbereiten, die Hälfte der Studiengebühren finanziert werden.

Die Finanzierung der Vorbereitungskurse für eidgenössische Prüfungen würde die Diskriminierung der Berufsausbildung gegenüber der Gymnasialausbildung beenden. Während heute ein Gymnasiast oder eine Gymnasiastin die Ausbildung ohne grosse Kostenfolgen fortsetzen kann, muss nach Abschluss einer Berufslehre im Schnitt 10‘000 Franken für einen eidgenössischen Fachausweis und 15‘000 für ein höheres Fachdiplom (nota bene ohne Prüfungsgebühren) bezahlt werden. „Lehrlinge, die ihre Ausbildung ausserhalb der akademischen Bildungsgänge fortsetzen, werden heute finanziell benachteiligt“, erklärt die für Berufsbildungsfragen verantwortliche SGB-Zentralsekretärin Véronique Polito. „Eine finanzielle Unterstützung bringt Berufsleuten heute viel mehr als die von verschiedener Seite geforderte und vom Bundesrat nun verworfene Einführung eines ‚Professional Bachelors‘. Denn ein solcher würde nur wenig über den effektiven Wert einer Ausbildung aussagen.“


Bundesbeiträge an höhere Berufsausbildungen bedingen jedoch eine Gesetzesänderung und müssen durch das Parlament beschlossen werden. „Da der Bundesrat parallel dazu Steuersenkungen plant, sind Bildungsreformen akut gefährdet. Denn die massiven Steuerausfälle erhöhen den Druck auf die Budgets von Bund und Kantonen“, so Polito. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund SGB erwartet im Zusammenhang mit den Plänen des Bundesrats zur höheren Berufsausbildung hitzige Diskussionen über deren Auswirkungen auf die Verteilung von Bundesgeldern. (SGB)

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