Artikel

Finger weg vom Schutzgitter!

Die Branchenkonferenz Grafische Industrie und Verpackungsdruck wählte ihren Vorstand und die ZV-Vertretung. Ausserdem ging es um Arbeitssicherheit im Betrieb. Dabei kam Erschreckendes ans Licht. 

 

Papierstau im Drucker – alle kennen das, alle ärgern sich. Noch viel mühsamer ist es, wenn sich das Papier in einer grossen Druckmaschine verkeilt. Und weil das ähnlich oft vorkommen kann wie bei den kleinen Geräten im Büro, hatten schon viele Schlaumeier die Idee, die Schutzvorrichtung an den Druckmaschinen zu entfernen. Dann lässt sich die Störung etwas schneller wieder beheben. Den Chefs ist das meistens recht oder zumindest egal – bis es zum Unfall kommt.

Finger unter der Walze

Die Zahlen der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt Suva belegen, was niemand gerne hört: Das Risiko, einen oder mehrere Finger zu verletzen oder zu verlieren, ist in Druckereien gut ein Drittel höher als in anderen Industriebetrieben.

Was zu diesem Thema an der Branchenkonferenz GIV zu hören war, dürfte Sicherheitsexperten die Schauer über den Rücken jagen. Im Anschluss an ein Referat der syndicom-Sicherheitsbeauftragten Maja Griesser erzählten die anwesenden Druckerinnen und Drucker nämlich von den Gepflogenheiten in ihren Betrieben. Von vorbildlichen Regelungen bis zum Abbau jeglicher Vorsichtsmassnahmen ist offenbar alles üblich. Der Austausch war fruchtbar und vielen dürfte klar geworden sein, wie leicht und unbedacht die Arbeitssicherheit im Stress geopfert wird.

Auch da kann die Gewerkschaft helfen, wichtige Forderungen umzusetzen. Gerade in kleineren Betrieben braucht es für eineN allein (zu) viel Mut, sich gegen solche Nachlässigkeit zu wehren.

Vor diesem spannenden Austausch hatten die anwesenden Mitglieder ihren Vorstand und die Zentralvorstandsmitglieder (ZV) gewählt und sich berichten lassen, wie weit die Vorbereitungen zur Allgemeinverbindlicherklärung des ausgehandelten Gesamtarbeitsvertrags gediehen sind. Derzeit ist man daran, die Rechtskonformität zu überprüfen und verschiedene Modelle für die Frühpensio­nierung auszuarbeiten.

Zudem wurde eine Studie in Auftrag gegeben, welche die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern in der Branche untersuchen soll. Es wird noch eine Weile dauern, bis alles bereit ist für die Eingabe beim Seco, aber es geht stetig etwas vorwärts.

Informiert bleiben

Persönlich, rasch und direkt

Sie wollen wissen, wofür wir uns engagieren? Abonnieren Sie unseren Newsletter! Bei persönlichen Anliegen helfen Ihnen unsere RegionalsekretärInnen gerne weiter.

syndicom in deiner Nähe

In den Regionalsekretariaten findest du kompetente Beratung & Unterstützung

Newsletter abonnieren