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Grafische Industrie: Erster Verhandlungstag zum GAV endet unentschieden

Morituri te salutant: Aus der Sicht der Vertreterinnen und Vertreter des Unternehmensverbandes Viscom steht die Schweizer Druckbranche kurz vor dem Tod. Glaubt man dem Jammern der edel gekleideten Herren und Damen, dann nagen sie längst am Hungertuch und sehen keine Zukunft für die Branche. Doch statt auf den vorliegenden Kompromissvorschlag der Gewerkschaften syndicom und syna einzugehen, lehnten sie eine Verlängerung des Ende Jahr auslaufenden Gesamtarbeitsvertrages mit Allgemeinverbindlichkeitserklärung für die grafische Industrie ab.


Harte Verhandlungen zu erwarten
Den ersten Verhandlungstag verbrachten beide Parteien mit der Präsentation ihrer fundamental unterschiedlichen Positionen. Die Gewerkschaftsvertretung appellierte mehrmals an die Vernunft der Unternehmen, und belegte, dass die Wirtschaft durch
Arbeitsplatzabbau nicht gesunden kann. Die Unternehmen wollen über eine Reduktion der Personalkosten - erreicht durch eine Erhöhung der Arbeitszeit bei gleichzeitiger Senkung der Nacht- und Sonntagszulagen - die Probleme der Branche auf dem Buckel des Personals lösen.

Dennoch: Offene Türen auf beiden Seiten
Trotz der Ablehnung des gewerkschaftlichen Kompromissvorschlags - eine Verlängerung des bestehenden Vertrags sowie dessen Allgemeinverbindlichkeit - zeigte sich die Viscom-Vertretung verhandlungswillig. Ihr Ziel ist es allerdings, die jetzigen Leistungen massiv zu reduzieren. Aber für die Gewerkschaften gibt es auf die Forderung, die Arbeitszeit zu erhöhen und die Löhne zu senken, nur eine Antwort: Zu Verschlechterungen sagen wir ebenso nein wie der Viscom zu einer Verlängerung des bestehenden Vertrages.


Keine Einigung bei der Weiterbildung 
Selbst beim letzten Diskussionspunkt des ersten Verhandlungstages, der beruflichen Aus- und Weiterbildung, verhinderten die verschiedenen Standpunkte zunächst eine Annäherung. Allerdings ist auch dem Viscom an einer guten und paritätisch geführten Bildung gelegen. Die Diskussion wurde deshalb auf den vierten Verhandlungstag verlegt. Zuerst geht es nächste Woche aber um die Wochen- und Jahresarbeitszeit, Minimallöhne und das von Gewerkschaftsseite vorgeschlagene Frühpensionierungsmodell.


Die Verhandlungen werden am Donnerstag, 27. September, weitergeführt.

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