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Keine Revision der Altersvorsorge auf Kosten der Frauen!

Jedes Mal, wenn die Altersvorsorge einer Revision unterzogen werden soll, ist der erste und scheinbar einfachste Vorschlag die Erhöhung des Rentenalters für Frauen. So, wie es SP-Bundesrat Alain Berset gerade wieder vorgeschlagen hat. Dagegen wehrt sich die syndicom-Frauenkonferenz vom 1. Juni mit einer Resolution. Ausserdem wählte die IG ihr Präsidium und ihre Vertretung in den Gewerkschaftsgremien.

Angela Kindlimann (links) und Gerda Kern, ©Susanne Oehler


Bundesrat Alain Berset will das Rentenalter der Frauen auf 65 Jahre erhöhen und die Frühpensionierungen ab 58 weniger attraktiv gestalten. Damit wird die Realität völlig verkannt. Noch immer liegt die Lohndiskriminierung bei gleichwertiger Arbeit in der Schweiz bei rund 18%. Trotzdem sollen Frauen gemäss Bundesrat Berset in Zukunft gleich lange arbeiten wie Männer. Da soll es plötzlich schnell gehen mit der Gleichstellung.


Ohne Lohngleichheit und die gerechte Verteilung der unbezahlten Arbeit liegt das nicht drin! Zumal die heutigen AHV-Renten nicht mehr existenzsichernd sind. Die syndicom-Frauenkonferenz fordert vom Bundesrat Massnahmen, damit die staatliche Altersvorsorge solidarisch und existenzsichernd bleibt: die Unterstützung der AHVplus-Initiative, denn wir brauchen echte Lösungen jetzt statt neuer Probleme morgen!

Mit seinen Ideen, die Frühpensionierung zu verhindern und ist Bundesrat Berset auf dem besten Weg dazu, neue Absurditäten zu schaffen, statt die heute bestehenden Probleme zu lösen. Es braucht flexible Rentensysteme, wie sie die Gewerkschaften schon lange fordern, die der heutigen Realität begegnen können. Mit dem flexiblen Rentenalter ohne Einbussen für alle, würde sich das System der Altersvorsorge selbst regulieren.

Weiter schlägt BR Berset steuerliche Anreize zur Arbeit übers Pensionsalter hinaus vor sowie eine Erhöhung der Mehrwertsteuer, und dass der Umwandlungssatz weiter gesenkt und die Einzahlungen in die Pensionskasse erhöht werden. Auch davon werden Frauen mit tieferen Einkommen besonders hart getroffen. So nicht, Herr Bundesrat Berset! Wir Gewerkschaftsfrauen akzeptieren keine Revision der Altersvorsorge auf Kosten der Frauen.

Diskussionen und Wahlen
Nach verschiedenen Referaten und einer angeregten Diskussion zum Thema «Geschlechterspezifische Ansprüche in der Berufswelt und mögliche Konsequenzen», wählte die Konferenz die neue Frauenkommission. Neu wird die Kommission von Gerda Kern-Weibel als Präsidentin und Angela Kindlimann als Vizepräsidentin geleitet. Ein Duo, das die Generationen verbindet, wie es zu den zentralen Anliegen von syndicom gehört. Im Weiteren wurde Bernadette Häfliger Berger zu Handen des Kongresses als Vertreterin der Abteilung Gleichstellung in der Geschäftsleitung von syndicom einstimmig nominiert.

Zu den thematischen Inputs der Konferenz passend, wurde neben der eingangs erwähnten Resolution gegen die von Bundesrat Alain Berset geplante Revision der Altersvorsorge eine Resolution zum Gesundheitsschutz von Arbeitnehmerinnen verabschiedet. Eine dritte Resolution fordert geschlechterneutrale Arbeitsbekleidung, ein wichtiges Anliegen der Gewerkschafterinnen, gerade wegen der vielen uniformierten Berufe im Organisationsbereich von syndicom.

Die ausführlichen Resolutionstexte:

  • Resolution gegen die Revision der Altersvorsorge
  • Resolution für eine bessere Gesundheitsvorsorge

Die Mitglieder der Frauenkommission

  • Gerda Kern-Weibel, Sektor 3
  • Angela Kindlimann, Sektor 3
  • Giovanna Gould, Sektor 3
  • Brigitta Hegglin, Sektor 2
  • Ingrid Kaufmann, Sektor 1
  • Catherine Liengme, Sektor 2
  • Zahra Razavi, Sektor 3
  • Danielle Ritz, Sektor 1
  • Michèle Schneider, Sektor 3
  • Doris Thomas, Sektor 3

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