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«l'Hebdo» - Editorial

So unverschämt behandeln Verleger langjährige MitarbeiterInnen: Am 23. Januar erfuhr die Redaktion des Westschweizer Politmagazins «L’Hebdo», dass sie im Begriff war, ihre letzte Ausgabe zu produzieren. Am 2. Februar wurde die Wochenzeitschrift Knall auf Fall eingestellt – nach 35 erfolgreichen Jahren. 37 Arbeitsplätze werden abgebaut: 37 Mitarbeitenden droht die Kündigung.

© Neil Labrador / L’Evenement syndical

Bilder der Kundgebung vom 2. Februar in Lausanne

Bei Ringier Axel Springer begründet man dies mit schlechten Zahlen – nachdem den eigenen Blättern (nicht nur in der Romandie) die Werbung entzogen wurde, um sie auf die neu akquirierten Plattformen im Internet zu verschieben ...

Doch der Wert eines politischen Magazins wie des «Hebdo» lässt sich nicht nur in Geschäftszahlen beziffern. Eine demokratische Gesellschaft braucht die vertiefte Auseinandersetzung mit politischen Informationen, wie sie «L’Hebdo» Woche für Woche zur Verfügung gestellt hat.

Zusammen mit den Gewerkschaften suchen die Betroffenen nach Lösungen, die über die in letzter Zeit meist minimalen Sozialpläne hinausgehen. Mit einer Petition und auf Facebook wird zur  Unterstützung aufgerufen. Ein Online-Magazin könnte eine Alternative sein, doch wer würde die Redaktion finanzieren? Bereits fand in Lausanne eine erste Protest-Kundgebung statt. Weitere Aktionen werden folgen.

Nina Scheu, Chefredaktorin

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