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Lohnerhöhungen sind möglich!

Die Wirtschaftsentwicklung ist aufwärts gerichtet. Auch die Finanzlage der öffentlichen Hand präsentiert sich besser als von den Regierungen vorgestellt. Das zeigen unter anderem die Rechnungsabschlüsse, die besser ausfallen als die Budgets. Die Teuerung ist ebenso wieder ein Thema wie die dramatische Entwicklung bei den obligatorischen Krankenkassenprämien. 

Die SGB-Gewerkschaften setzen den Akzent auf generelle Lohnerhöhungen von bis zu 1,5 Prozent, oft auch auf einheitliche Frankenbeträge. Sie wollen so den Lohnrückstand langjähriger MitarbeiterInnen und die zunehmende Lohnungleichheit und Einkommensspreizung verringern.

Von der öffentlichen Hand verlangen die Gewerkschaften, dass sie Lohnstufenanstiege nicht weiter verweigert. Laut Bundesamt für Statistik steigen die GAV-Löhne im Schnitt dieses Jahr um 0,4 Prozent, wobei es je nach Branche enorme Unterschiede gibt.

Die Forderungen von syndicom in der Übersicht:

Post: Löhne sollen um 1,5 Prozent steigen

Die Firmenvorstände von Post CH AG, PostFinance AG und PostAuto AG haben syndicom das Verhandlungsmandat für die kommende Lohnrunde erteilt. syndicom fordert eine Lohnerhöhung von 1,5%. Davon sind 0,4% unbestritten, da diese bereits im GAV vertraglich zugesichert sind. Die Forderung leitet sich aus ständig steigenden Lebenshaltungskosten der Angestellten ab. Mieten und Krankenkassen steigen weiterhin massiv. Trotz einer Minus-Teuerung verringert das die Kaufkraft des Post-Personals zusehends.

Die Firmenvorstände haben entschieden, dass im Rahmen eines Kompromisses ein Teil der Erhöhung auch zur Ausfinanzierung der Pensionskasse verwendet werden kann. Die Ergebnisse der Lohnrunde bei der Post gelten auch als Leitlinie für die anderen Unternehmen, welche Dienstleistungen im Post- und Paketmarkt erbringen.

Swisscom: Löhne sollen um 1 Prozent steigen

Bei der Swisscom steht die Lohnrunde erst im Frühjahr an. syndicom wird voraussichtlich mit der Forderung einsteigen, die Löhne um 1% zu erhöhen. Angesichts der soliden Entwicklung von Umsatz und Gewinn bei Swisscom ist mit einem guten Abschluss in der Lohnrunde zu rechnen. In der übrigen Telecombranche werden die Löhne in der Regel nach der Lohnrunde bei Swisscom festgelegt. Entscheidend für die Forderungen sind die Geschäftszahlen des 3. und 4. Quartals. Es zeigt sich bereits, dass bei Sunrise, UPC und Salt sich sowohl Umsatz als auch Gewinn weniger positiv entwickeln als bei Swisscom. Insgesamt liegt der Fokus in der Telecombranche auf der Margensteigerung, was viel vom Personal abverlangt. Deshalb sind Lohnerhöhungen von 1 Prozent angemessen.

Medienhäuser: mindestens 100 Franken mehr

syndicom fordert für die grossen Medienunternehmen, in denen trotz schwierigem Branchenumfeld erfolgreiche Jahresergebnisse zu erwarten sind, Lohnerhöhungen von mindestens 100 Franken. Im Fokus stehen dabei die gros­sen Unternehmen wie Ringier, die NZZ-Gruppe, Tamedia und AZ Medien. Tamedia hat im ersten Halbjahr 2016 einen Gewinn von 56 Mio. Franken erzielt. Dieser muss an die Beschäftigten in Form von Lohnerhöhungen zurückgegeben werden. Die Gewinne im digitalen Werbebereich müssen ins Personal und die publizistische Qualität investiert werden. Die Unternehmen dürfen nicht ignorieren, dass der Wandel von den Print- zu den digitalen Medien nur gelingen kann, wenn er von gut qualifizierten und motivierten Mitarbeitenden mitgetragen wird. Das muss sich in den Löhnen niederschlagen, denn die Zeitungsdruckmaschinen sind gut ausgelastet.

Buchhandel: 50 Franken generell

Nach nunmehr 10 Jahren ohne Reallohnerhöhung muss ein Zeichen gesetzt werden mit einer generellen Lohnerhöhung von 50 Franken für alle – sonst gerät der Buchhandel völlig ins Abseits gegenüber dem Detailhandel. Bei den Mindestlöhnen wird mit einer gleichen Erhöhung der lange angekündigte Schritt zum Einstiegslohn 4000 Franken für BuchhändlerInnen erreicht.

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