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Orell Füssli und Thalia schliessen sich zusammen. Heisst das, es gibt endlich einen Gesamtarbeitsvertrag für die 650 Angestellten von Thalia Schweiz?

syndicom wurde, wie die 1050 MitarbeiterInnen der beiden Unternehmen und die gesamte Buchbranche, von der heutigen Ankündigung des Joint Ventures von OF und Thalia überrascht. Stimmt die WEKO dem Zusammenschluss zu, wird sich der Schweizer Buchmarkt und damit auch die Arbeitsmarktsituation für BuchhändlerInnen massiv verändern. syndicom wird sich dafür einsetzen, dass so wenige Stellen wie möglich abgebaut werden.


Die Begründung für den Zusammenschluss ist nachvollziehbar. Allerdings treffen sich hier zwei Unternehmen mit sehr unterschiedlichen Unternehmenskulturen, die sich besonders in der Personalpolitik stark unterscheiden. Während Orell Füssli seit Jahrzehnten Mitglied des Schweizer Buchhändler- und Verlegerverbands ist und eine aktive Sozialpartnerschaft pflegt, steht Thalia abseits vom Verband und will von der Sozialpartnerschaft nichts wissen. Grund dafür ist der Gesamtarbeitsvertrag. Thalia wehrt sich seit Jahren dagegen, das Lohnniveau, das der GAV vorschreibt, einzuhalten. Aber auch die Mitwirkung der Mitarbeitenden unterscheidet sich in den beiden Unternehmen beträchtlich. Während bei Orell Füssli die Personalkommission einen integralen Bestandteil der Personalpolitik bildet, werden die Personalkommissionen bei Thalia als «notwendiges Übel» wahrgenommen.

syndicom wird sich zusammen mit den Personalkommissionen dafür einsetzen, dass das neue Unternehmen eine aktive Sozialpartnerschaft pflegen wird und der Gesamtarbeitsvertrag die Grundlage der Arbeitsbedingungen bildet. Mit dem Zusammenschluss wird aber die Auswahl an Arbeitgebern nochmals eingeschränkt: Wer in einer Grossbuchhandlung arbeiten will, hat in Zukunft nur noch zwei Möglichkeiten. Entweder Lüthy/Stocker oder dann Thalia/OF.

Dass der Zusammenschluss zu einem Stellenabbau führen wird, ist auf die Bündelung im Onlinebereich zurückzuführen. syndicom wird die Entwicklung verfolgen und sich für den Erhalt der Stellen sowie für anständige Abgangsbedingungen einsetzen.

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