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Schliessung der NZZ Druckerei: strategisch falsch, wirtschaftlich unnötig und sozial verantwortungslos

Vorschläge des Personals abgeschmettert: 125 Personen werden per 30. Juni 2015 entlassen

Es war alles nur Hinhaltetaktik. Zwei Monate nach Ankündigung der Schliessung der NZZ-Druckerei kam heute der befürchtete Entscheid: Der Verwaltungsrat der NZZ hält daran fest, die Druckerei in Schlieren per 30. Juni 2015 zu schliessen. 125 Beschäftigte verlieren ihre Arbeitsstelle in einer der rentabelsten Druckereien der Schweiz.

 

Dieser Entscheid entbehrt jeglicher ökonomischen und publizistischen Notwenigkeit und dient einzig dazu, den Profit für die NZZ-Aktionäre hoch zu halten. Entgegen den Beteuerungen der NZZ-Geschäftsleitung wurden die Argumente der Personal- und Betriebskommissionen, der Angestellten und ihrer Gewerkschaft syndicom nicht ernst genommen: Eine Weiteführung des Zeitungsdrucks in Schlieren ist möglich, ohne dass die NZZ in Schwierigkeiten geriete und ihre digital-publizistischen Pläne ändern müsste.

Der definitive Entscheid zur Betriebsschliessung ist wirtschaftlich unnötig und strategisch falsch, aber er erstaunt nicht. Schliesslich wurden die Kunden der Druckerei schon seit November an andere Druckereien verwiesen. Auch die Verträge mit der Erzkonkurrentin Tamedia, die den Druck der NZZ übernehmen soll, waren längst unterschriftsbereit. Auch das zeigt, dass die Betriebsschliessung vom Verwaltungsrat nie ernsthaft in Frage gestellt wurde.

Der Entscheid ist aber auch sozial verantwortungslos. Die Betroffenen werden grosse Probleme haben, gleichwertige Stellen im Raum Zürich zu finden, zumal zu befürchten ist, dass der starke Franken die Arbeitsplatzsituation in der grafischen Industrie noch verschlimmern wird. Im Gegensatz zum Verwaltungsrat der NZZ gibt syndicom die Druckerei der NZZ nicht auf und wird die Angestellten bei allen Bemühungen und Aktionen zum Erhalt der Druckereiarbeitsplätze in Schlieren unterstützen.

Warum die Schliessung der NZZ-Druckerei strategisch falsch und wirtschaftlich unnötig ist: Die Vorschläge der Betriebs- und Personalkommissionen aus dem Konsultationsverfahren vom 9. Januar.

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