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St-Paul: Arbeitsplätze und Unabhängigkeit der Presse vor dem Aus?

syndicom bedauert, dass St-Paul heute den Entscheid vom Januar bestätigt, die Zeitungsdruckerei per Ende 2014 definitiv zu schliessen. Die Gewerkschaft unterstützt die betroffenen MitarbeiterInnen und findet es skandalös, dass die Freiburger Regierung entgegen dem ausdrücklichen Willen der Bevölkerung nichts unternommen hat, um Freiburgs Zeitungsdruckerei zur retten, Arbeitsplätze zu sichern und die Unabhängigkeit der Freiburger Lokalpresse zu stärken.

syndicom bedauert, dass St-Paul heute den Entscheid vom Januar bestätigt, die Zeitungsdruckerei per Ende 2014 definitiv zu schliessen. Die Gewerkschaft unterstützt die betroffenen MitarbeiterInnen und findet es skandalös, dass die Freiburger Regierung entgegen dem ausdrücklichen Willen der Bevölkerung nichts unternommen hat, um Freiburgs Zeitungsdruckerei zur retten, Arbeitsplätze zu sichern und die Unabhängigkeit der Freiburger Lokalpresse zu stärken.

Die Schliessung der Zeitungsdruckerei von St-Paul hätte mindestens um einige Jahre hinausgezögert werden können. 11500 Freiburgerinnen und Freiburger hatten im Februar mit einer Petition des von syndicom unterstützten Personals ihre Solidarität und Unterstützung für die Betroffenen ausgedrückt. Von der Kantonsregierung wurden Interventionen zur Rettung der Arbeitsplätze und zur Sicherung der Unabhängigkeit der Freiburger Zeitungen verlangt. Die Regierung nahm ihre Verantwortung aber nicht wahr und blieb untätig.


Das Freiburger Parlament bekommt im Herbst 2013 noch eine zweite Chance, die Ehre des Kantons zu retten und Massnahmen zu ergreifen, um St-Paul und die Freiburger Zeitungen nicht fallen zu lassen.

Sollte die Schliessung des Zeitungsdrucks von St-Paul jedoch Tatsache werden, fordert syndicom, dass Tamedia nicht nur die Aufträge der Zeitungsdruckerei St-Paul übernimmt, sondern auch alle Angestellten, die ihre Stelle verlieren und keine neue berufliche Perspektive haben. Diese soziale Verantwortung schuldet die bestens florierende Tamedia denjenigen, die keine Schuld tragen für den Untergang der Druckerei.

Es überrascht syndicom nicht, dass St-Paul mit Tamedia handelseinig zu werden scheint und den Druck seiner Zeitungen (u.a. «La Liberté», «La Gruyère») dem schweizweit aktiven Zürcher Druck- und Medienunternehmen übergibt - und damit den gleichen Weg geht wie die «Freiburger Nachrichten». Tamedia erobert sich im Zeitungsdruckmarkt der Suisse Romande immer mehr eine Monopolstellung und kann mit Tiefstpreisen offenbar verlockende Angebote machen. Doch wie lange werden diese Sonderangebote gültig sein? syndicom befürchtet, dass die Unabhängigkeit kleinerer Regionalzeitungen, die schon wegen des Inserateschwunds in Schwierigkeiten stecken, durch diese neue Abhängigkeit noch mehr gefährdet wird.

Die von Zürich ausgehende Medienkonzentration gefährdet immer mehr auch die vielfältigen Möglichkeiten der demokratischen Meinungsbildung in der Schweiz. syndicom fordert die politischen Entscheidungsträger auf, endlich aktiv zu werden. Die Freiburger Regierung hat diesen Auftrag bereits von der Bevölkerung erhalten.

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