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Gute Arbeit in der digitalen Schweiz

Die ICT-Gewerkschaft syndicom hat am Donnerstag ihre Forderungen für eine erfolgreiche digitale Transformation der Schweiz vorgestellt. Zentral für syndicom ist das Stärken der Sozialpartnerschaft, zusätzliche Investitionen in die Aus- und Weiterbildung sowie der Ausbau des Datenschutzes und der Mitsprache der Beschäftigten. Einfliessen werden diese Forderungen im Frühjahr bei den Verhandlungen mit der Swisscom über die Erneuerung des Gesamtarbeitsvertrags, dem rund 15‘000 Swisscom-Mitarbeitende unterstehen.

Als Reaktion auf den kürzlich vorgestellten Digitalisierungsbericht des Bundesrats hat die ICT-Gewerkschaft syndicom am Donnerstag ihr Manifest für eine digitale Schweiz mit sozialer Verantwortung vorgestellt. «In der politischen Debatte muss zwingend auch die Perspektive der Beschäftigten einbezogen werden», ist Giorgio Pardini, Leiter des ICT-Sektors von syndicom, überzeugt. Erste Signale seien positiv: «Der Bund zieht uns bei der Erarbeitung des zweiten Digitalisierungsberichts mit ein und die Swisscom bildet mit den Sozialpartnern eine Arbeitsgruppe, um Digitalisierungsthemen gemeinsam anzugehen», ergänzte Pardini.

syndicom hält kursierende Szenarien über bald aussterbende Berufe für reine Angstmacherei. «Wir gehen davon aus, dass es sich um einen langandauernden Prozess handelt, so dass die natürliche Fluktuation und die Anpassungen der Berufsbilder die negativen Folgen für die Berufstätigen zu einem grossen Teil abfedern wird», schilderte Pardini. Kein Verständnis hat syndicom für die Forderung ideologisch geprägter Arbeitgeber, nicht mehr zwischen Arbeitnehmer/innen und selbständig Erwerbenden zu unterscheiden. «Der Arbeitsvertrag ist eine Errungenschaft der Moderne, der den Beschäftigten materielle und soziale Sicherheit, viele Freiheiten und hohe Lebensqualität bietet», führte Pardini aus.

Der Schlüssel liegt bei der Bildung
In einem Punkt sind sich syndicom und der Bundesrat einig: Ein Schlüssel zur erfolgreichen Bewältigung der Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt liegt in der Bildung und deren Anpassung an die zukünftig benötigten Kompetenzen. Dies gilt sowohl für die Grundschule, die Berufsbildung und die tertiäre Bildung, als auch für die Aus-und Weiterbildung in den Unternehmen. Swisscom-Mitarbeiter Pascal Bassu erläuterte, dass eine kürzlich von syndicom durchgeführte Umfrage aufzeige, was er auch im Alltag erlebe: «Die berufliche Aus-und Weiterbildung bei der Swisscom ist zwar gut, weist aber noch Potenzial gegen oben auf.» Deshalb fordere syndicom von Swisscom, dass im Gesamtarbeitsvertrag ein nicht verjährbarer Anspruch auf Weiterbildung verankert werde.

Auch der Gesundheitsschutz erfordert Anpassungen an das digitale Zeitalter, weil die modernen Arbeits-und Kommunikationsmittel eine räumliche und zeitliche Entgrenzung der Arbeit ermöglichen. Deshalb fordert syndicom, dass in den Gesamtarbeitsverträgen das Recht auf Nicht-Erreichbarkeit zu verankern sei, damit die Beschäftigten genügend Zeit zum Abschalten haben. Einen ebenso hohen Stellenwert wie der Gesundheitsschutz haben für syndicom die betriebliche Mitbestimmung und der Datenschutz. Denn nur Unternehmen, die ihre Beschäftigten nicht zu gläsernen Menschen machen und sie in die Entscheidfindung mit einbeziehen, werden die digitale Transformation rasch und erfolgreich schaffen.

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