Franco Panzeri - Leidenschaft für die Ausbildung

Die Leidenschaft weitergeben

Die neuen Trends stellen unsere Gewohnheiten auf den Kopf: Zustellung am Abend, am Samstag und auf Termin. Immer mehr KundInnen wünschen massgeschneiderte Dienste. Für uns – PostLogistics wie syndicom – liegt die Herausforderung darin, uns anzupassen. Die Ausbildung ist entscheidend, um mit den Veränderungen bestmöglich umzugehen.

Es ist nicht mehr wichtig, was man lernt, sondern wie.

Ich kümmere mich seit 1988 um Auszubildende: Als Gewerkschaftsvertreter war ich damals Experte an den Abschlussprüfungen. Seither hat sich vieles verändert. Früher erhielt man eine allgemeine Ausbildung, die die Erbringung einer bestimmten Dienstleistung ermöglichte. Heute versucht man, das Verständnis für Prozesse und Strategien zu vermitteln. Ich sage den Auszubildenden, dass es nicht wichtig ist, was man lernt, sondern wie, denn die Lehre ist nur der Ausgangspunkt. Man muss immer wieder Neues lernen, die Denkmuskeln trainieren. Die Lernenden müssen proaktive, offene Menschen werden, die Fehler akzeptieren, damit sie verstehen, wie sie sich verbessern können. Sie müssen selber denken können, um effiziente Lösungen für den Betrieb vorzuschlagen. So werden sie nicht nur zu Fachleuten, sondern zu echten «Influencern », wie man heute sagt.

In Cadenazzo gibt es derzeit sechs Auszubildende in der Logistik und eine KV-Lehrtochter. In der Logistik werden Jugendliche ab 17 Jahren eingestellt, sodass sie bereits im zweiten Lehrjahr nach Erwerb des Fahrausweises selbständig arbeiten können. Das Unternehmen beteiligt sich an den Kosten für den Fahrausweis. Während ihrer dreijährigen Ausbildung absolvieren die Lernenden interne und externe Praktika bei der Post (z. B. im Lager), um ihr Wissen zu vertiefen.

Die landwirtschaftliche Ausbildung hat mich gelehrt, dass es neben einer guten Aussaat entscheidend ist, das Wachstum zu verfolgen, zu pflegen und zu begleiten, um eine gute Ernte zu erzielen. Ich versuche, dasselbe zu tun, wenn ich die Lernenden auf ihrem Bildungsweg begleite, indem ich ihnen meine Erfahrung weitergebe und ihnen zuhöre. Ich möchte ihnen die Leidenschaft für die tägliche Arbeit weitergeben. Wir über 50-Jährigen sind das historische Gedächtnis – der Gewerkschaft wie auch des Betriebs – und haben die Pflicht, einige Werte zu vermitteln: andere motivieren, an das glauben, was man tut, und positiv denken. Wir müssen unsere Einstellung ändern: nicht den guten alten Zeiten nachtrauern, sondern intuitiv zu erfassen versuchen, was wir in diesem Dschungel der Veränderungen geben und tun können. Wir müssen einen positiven Ansatz wählen, auch innerhalb der Post: Das im Bau befindliche neue regionale Paketzentrum ist eine Garantie für die Zukunft unserer Jungen. Und ich bin stolz, einen Beitrag zu ihrer Zukunft zu leisten.


Giovanni Valerio, Redaktor syndicom magazin; das Porträt ist erschienen im syndicom magazin Nr.9

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